Basic Instinct – Bericht von Johannes Kösegi

Paul Verhoevens Erotikthriller zum Jubiläum erstmals in 4K restauriert

1992 löste Paul Verhoeven durch seinem erotischen mit Sex und Crime gespickten Thriller „Basic Instinct“ in den Kinos weltweit Schock und Begeisterung aus. Mit dem von den „Straßen von San Francisco“ bekannten Hollywood-Star Michael Douglas und der danach zur Ikone gewordenen Sharon Stone in der Rolle ihres Lebens definierte Verhoeven das Subgenre des erotischen Thrillers neu und schuf mit seiner freizügigen Inszenierung einen Kultfilm und Skandalfilm zugleich.

Über Paul Verhoevens („Starship Troopers“, „Total Recall“) damals vielbeachteten Thriller wird heute noch wegen seiner Kontroversen heftig diskutiert. Nach fast 30 Jahren präsentiert StudioCanal nun erstmals eine noch schärfere neue 4K-Restaurierung von „Basic Instinct“, die unter der persönlichen Aufsicht von Paul Verhoeven in über 100 Stunden aufwändiger Arbeit entstanden ist und mit teilweise neuem Bonusmaterial aufwartet, darunter die 53-minütige Dokumentation „Basic Instinct: Sex, Death & Stone – Die nackte Wahrheit“ mit exklusiven Interviews und persönlichen Erinnerungen von Paul Verhoeven, Sharon Stone, Michael Douglas und zahlreichen weiteren Beteiligten. Außerdem ist auf der Bonus-BD „Die Musik von Basic Instinct“ (16 Minuten), ein neuer Trailer, „Blondes Gift – Making of“ (24 Minuten), Featurette Cast & Crew (6 Minuten), Storyboard-Vergleich (11 Minuten), Screen Tests (8 Minuten) sowie Audiokommentare von Paul Verhoeven, Jan de Bont und Camille Paglia jeweils über die volle Filmlänge von 128 Minuten. Für die Neuveröffentlichung entstanden außerdem zwei neue Artworks von der französischen Grafikkünstlerin Flore Maquin, die bekannt ist für ihre ikonischen Plakatdesigns der Filmfestspiele von Cannes 2018 und 2019.

Die Polizei von San Francisco muss sich mit der Aufklärung des Mordes an einem Rocksänger befassen. Das Opfer wurde brutal mit einem Eispickel ermordet. Detektiv Nick Curren (Michael Douglas) verdächtigt Catherine Tramell (Sharon Stone), die hochintelligente, steinreiche, aber eiskalte Bettgenossin des Opfers. Nick ist fasziniert von Catherine und gerät mit der Zeit immer mehr in ihren Bann. Ein leidenschaftliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt, das von Catherines lesbischer Freundin eifersüchtig beobachtet wird. Aber auch Nicks ehemalige Freundin, die Psychiaterin Beth (Jeanne Tripplehorn), ist skeptisch, was die Beziehung zwischen Nick und Catherine angeht. Nick ist hin- und hergerissen. Als er erfährt, dass Beth während ihres Studiums ein Verhältnis mit Catherine hatte, kann er den Fall plötzlich von einer ganz anderen Seite aus betrachten.

Nicht nur Sex und Gewalt, auch lesbische Liebe sorgten für die Skandale um diesen Film. Dies alles tat seinem Erfolg jedoch keinen Abbruch, sondern beflügelte ihn eher noch. Beim Kinostart in den USA noch vor der Aufführung bei den Filmfestspielen in Cannes kam es zu massiven Protesten von Homosexuellen und Feministinnen. Demonstranten versuchten die Kinoeingänge zu blockieren und in Anzeigen wurde zum Boykott des Films aufgerufen. „Basic Instinct“ sorgte mit einigen freizügigen Sexszenen für Furore und Sharon Stone wurde als Femme fatale schlagartig zum Sexsymbol. Besonders an eine Szene können sich viele erinnern, in der sie während eines Verhörs die Beine übereinanderschlägt, ohne unter ihrem Kleid Unterwäsche zu tragen. Der Film knackte in den USA die 100-Milionen-Dollar-Marke und spielte weltweit mehr als 350 Millionen Dollar ein.