Der Nachtmahr

Geht es um Filmfestspiele, ist Berlin ganz weit oben zu finden. Schließlich findet in jedem Jahr die Berlinale statt, zu der Schauspieler, Regisseure und viele andere Filmschaffende regelmäßig anreisen. Es handelt sich um einen Wettbewerb, in dessen am Ende die Verleihung vom Goldenen und Silbernen Bären stehen.

Jährlich nehmen ungefähr 20 Filme an diesem Wettbewerb teil. Aktuell findet die Berlinale vom 09.02. bis 19.02.2017 in Berlin statt, das auch bei diesem Film im Mittelpunkt steht.

Mit 17 liegt die Welt noch vor einem. Alles scheint so leicht zu sein. Und doch kann sich das Leben eines Tages verändern. So geht dies jedenfalls Tina, die für ein Mädchen in ihrem Alter alles hat, was sich Mädchen wünschen. So nimmt sie an geheimen Poolpartys teil. Doch auch in den Berliner Clubs ist sie oft zu Gast. Lange Nächte und durchdringende Beats sind ihre Welt. Außerdem hat sie eine reiche Familie. Zudem hat sie viele Freunde, wozu auch Mädchenschwarm Adam gehört. Mit ihm wäre sie wahrscheinlich in Kürze das Traumpaar überhaupt. Dann kommt diese Nacht, in der sie plötzlich auf der Party von Visionen geplagt wird. Es dauert nicht lange, bis sie zusammenbricht. Nun bekommt sie in jeder Nacht Besuch, bei dem es sich um ein unheimliches Wesen handelt. Sprechen kann die Kreatur nicht und sucht doch die Nähe von Tina. Am Anfang kommt sie aufgrund des abstoßenden Bildes nicht mit dem Wesen zurecht. Allerdings ändert sich das bald. Sie bemerkt langsam, dass es irgendetwas mit ihr zu tun haben muss. Der Meinung sind allerdings ihre Eltern nicht, die unbedingt einen Therapeuten einschalten wollen. Jedoch bekommt das Verhältnis zwischen Tina und dem Wesen, das nur sie sehen kann, fast eine zärtliche Variante. Schein und Realität vermischen sich miteinander, was auch für ihr Umfeld gravierende Wirkungen hat. Dann eines Tages findet eine Party statt, auf der das Wesen plötzlich von weiteren Menschen wahrgenommen wird. Als Tina das kleine Monster aufhebt und auf dem Arm hält, knipsen die anderen Jugendlichen die beiden mit ihrem Smartphone erst einmal.

Als Bonusmaterial gibt es das Making of sowie den Kinotrailer.

So leicht ist der Film nicht einzuordnen. Schließlich werden in dem Film doch einige Klischees deutlich, wie Teenager, die das Feiern sehr gern mögen und Eltern, die immer wissen, was das beste für die Kinder ist. Das funktioniert nicht in allen Fällen. Was jedoch funktioniert, ist die Entwicklung einer beklemmenden Atmosphäre je mehr sich die Realität mit der Scheinwelt vermischen. Akzente setzt der Film in den Momenten, wenn es zu extrem schnellen Rückblenden kommt, die Szenen nach sich ziehen, die man so nicht erwartet. Berücksichtigt wird auch der Drang, alles was ungewöhnlich ist, zunächst erst einmal mit dem Smartphone aufzunehmen. Ein sehenswerter Film, der einige interessante Facetten aufzeigt. Horror-Facetten sind zwar nicht so stark ausgeprägt, doch ist der Reiz des Ungewöhnlichen in dem Film hoch. Marina Teuscher – 09.02.2017)