Saint Ange – Haus der Stimmen

In all den Jahrhunderten hat das Spukhaus eine besondere Geschichte gehabt. Vor allem stand das Spukhaus, bei dem manchmal auch vom Spukzimmer gesprochen wird, in der phantastischen Literatur zu finden. Gerade im 19. Jahrhundert hatte diese Literaturform unglaublich viele Anhängerer gefunden. Das Spukhaus ist ein Motiv, das später auch in der Welt des Films immer mehr Berücksichtigung fand. Beispielhaft sind die Filme „Poltergeist“, „Beetlejuice“ und „Haunted Hill“ zu nennen. Alle diese Häuser bergen Geheimnisse in sich wie auch das Waisenhaus im vorliegenden Film.

Die Geschichte führt zurück in die 1950er Jahre. Anna, eine junge Putzfrau ist schwanger und befindet sich in Alpen von Frankreich. Nun bekommt sie einen besonderen Auftrag. Ein dort befindliches Waisenhaus ist ziemlich herunter gekommen. Anna soll dem Waisenhaus neuen Schliff verleihen, wenn sie ihren Dienst dort antritt. Allerdings warten auf Anna einige Überraschungen. Schon bald Daher soll das Waisenhaus geschlossen werden. Im Anschluss, wenn das Waisenhaus geschlossen ist, soll es teilweise zur Abwicklung kommen. Von Anfang an macht das Gebäude auf sie einen unheimlichen Eindruck, als sie sich dort aufhält. Eines Tages kann sie Kinder beobachten, die zu ihren neuen Adoptiveltern unterwegs. Dabei läuft ein kleines Mädchen aus der Reihe der Kinder zurück und flüstert ihr ins Ohr, das sie auf die unheimlichen Kinder achten soll. So trifft sie dort auf Judith, die die einzige Jugendliche ist. Viele Kinder sind verschwunden. Außerdem bemerkt sie Geräusche wie Kinderstimmen und Schritte, die sie sich nicht erklären kann. Es stellt sich heraus, dass ihre Kollegin Illinca diese Geräusche nicht wahrnimmt und vermutet, dass sich Anna etwas einbildet. Allerdings hört Judith diese Geräusche auch. Die Frage ist, ob sich die unheilvolle Geschichte des Hauses bis in die heutige Zeit fortführt. Daher wird Anna in extreme Bedrängnis gebracht, als sie mit Nachforschungen zu der Situation des Hauses beginnt. Sie stößt dabei auf eine Geschichte, die sie bis in den zweiten Weltkrieg zurückführen wird. Zudem wird das Mädchen durch Erinnerungen belastet, die offenbar etwas mit dem Geheimnis um das Waisenhaus zu tun haben.

Der Film hat besondere Facetten. Er führt einem doch vor Augen, wie wunderbar abwechslungsreich sich unsere Zeit gestaltet. Alles ist farbenfroh und nicht grau in grau. Es gibt eine Vielzahl von technischen Geräten heutzutage, die für Ablenkung sorgen. Auch ist die sanitäre Versorgung auf einem ganz anderen Stand. Allerdings ist die Geschichte nicht so ganz einfach. Sie hat eher viel von psychologischen Spielchen zu bieten, wobei es Phasen gibt, die zu lang ausgearbeitet sind. Natürlich hat die Geschichte auch einige Effekte zu bieten, die der Geschichte etwas an Spannung verleihen. Der Schwerpunkt liegt jedoch darauf, dass dem Waisenhaus ein mystischer Charakter verliehen wird. Wer dieses Zusammenspiel mag, wird gut unterhalten. Allerdings darf man keine großen Gruseleffekte erwarten. (Marina Teuscher – 24.12.2016)