Manglehorn – Schlüssel zum Glück

Den Schlüssel zum Glück zu finden ist nicht so ganz einfach. Diese Erfahrung hat Schauspieler Al Pacino schon in einigen seiner Filme gemacht. Dabei arbeitet er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Filmregisseur und Produzent. Im Hinblick auf den zeitgenössischen amerikanischen Film und das Theater gehört er zu den großartigsten Charakterdarstellern überhaupt. Zu seinen Filmen gehören Werke wie Der Pate, Serpico und Der Pate II. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Nominierungen und verschiedenen Auszeichnungen wie fünf Golden Globe bedacht. Erschienen ist jetzt der im Jahr 2014 produzierte Film „Manglehorn“.

Mittlerweile ist es 40 Jahre her, dass A. J. seine große Liebe verloren hat. Sie ließ ihn einfach sitzen. Wirklich verkraftet hat er den Verlust bis in die heutige Zeit nicht. An jedem Tag denkt er an sie und geht sogar noch einen Schritt weiter. Er schickt ihr ständig Briefe, die allerdings ungeöffnet wieder an ihn zurückgeschickt werden. Schon lange hat deswegen keine gute Laune mehr gehabt. Zudem zieht er sich extrem zurück. Als Eigenbrötler lebt er seiner Meinung auch recht gut. Zudem hat er doch seinen Schlüsseldienst. Immerhin gibt es da noch seinen Sohn sowie seine Katze, bei der er ein ganz anderer Mensch ist. Ihr widmet er liebevoll seine Aufmerksamkeit. Eine so intensive Beziehung gibt es zu seinem Sohn nicht. Selbst als dieser nach Aufmerksamkeit „schreit“ begreift Manglehorn das Rufen nicht. Allerdings bringen ihm die Tage auch nicht viel Neues. Wie soll das auch so sein, wenn er dem Leben so negativ gegenüber eingestellt ist. Das Leben verläuft sehr routinemäßig. Er geht seiner Arbeit nach, dort wo er in Texas zu Hause ist. Mitunter besucht er eine Spielhalle. Des Öfteren ist A. J. zudem im Park mit seiner Enkelin zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit widmet er dem Leben nicht wirklich. Daher bekommt er auch nicht mit, dass da noch mehr auf A.J. wartet. Dies gilt auch für die Schwärmereien der Bankangestellten Dawn, die ihn sehr anziehend findet. Es kommt soweit, dass sie sich treffen, wobei dieses Treffen allerdings einen unschönen Ausgang nimmt. Er schwärmt ihr auch vor, dass er mit seinem Schiff und seiner Katze einfach auf und davon fahren möchte. Sie fragt ihn allerdings, was sie denn ohne ihren Freund jeden Freitag machen soll, wenn dieser einfach nicht mehr da ist. Genau dieses Scheitern des Treffens hat kurioserweise eine heilsame Wirkung auf A. J. Ihm wird klar, dass es da doch noch etwas mehr im Leben gibt. Und diesen Wink des Schicksals will er doch nutzen.

Das Leben verläuft nicht immer in einer geraden Bahn. Diese Erfahrung muss A.J. machen. Dabei lässt er sich über einen langen Zeitraum etwas hängen, weil er den Alltag als sehr grau empfindet. Dabei kann er kaum mit Menschen gut umgehen, was Al Pacino in dem Film großartig darstellt. Dazu passt auch eine gewisse Bissigkeit, die er gegenüber den anderen Menschen vorbringt. Der Film bietet nicht die großen Action-Elemente, beinhaltet jedoch eine Vielzahl von Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Immerhin gilt noch immer eines: Die Chance auf das Glück sollte man sich nicht entgehen lassen.  Insofern besitzt dieser Film einige aufbauende Elemente.  (Marina Teuscher – 28.05.2016)