Die Augen des Engels

Seit mehreren Jahren schon ist der gebürtige Spanier Daniel Brühl aus dem deutschen Film nicht mehr wegzudenken. Zeitweilig lebt er in Barcelona und in Berlin. Dies kommt seinem sprachlichen Verständigungsmöglichkeiten zu Gute. Schließlich spricht er inzwischen Katalanisch, Französisch, Englisch und Spanisch. Im Jahr 1994 begann seine Film-Laufbahn mit einer Rolle in der Serie „Svens Geheimnis“. Es folgten viele weitere Filme wie „Honolulu“, „Farland“ und „Das Bourne Ultimatum“. Tätig ist Daniel Brühl außerdem als Synchronsprecher und war in dieser Rolle in den Filmen „Bärenbrüder 1 und 2“ zu hören. Im Jahr 2014 hat er das Werk „Die Augen des Engels“ gedreht, der inzwischen auf DVD erhältlich.

Das italienische Siena steht im Mittelpunkt. Dort wurde eine britische Studentin grausam ermordet. Derzeit erregt diese Geschichte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. An jedem Tag richten sich die Augen auf diesen Prozess mit seiner kontrovers ausgerichteten Führung. Angeklagt ist die Amerikanerin Jessica Fuller. Zusammen mit ihrem Freund soll sie für die Tat an ihrer Wohngenossin verantwortlich sein. Aufmerksam schaut auch Regisseur Thomas Lang auf das Geschehen. Er ist sicher, dass aus dieser Geschichte ein guter Film entstehen kann. Schließlich ist er immer auf der Suche nach interessanten Stoffen, die sich für einen Film eignen. Nun glaubt er in dieser Geschichte, einen guten Filmstoff zu finden. Daher reist er auch an den Ort des Geschehens und trifft dort auf Journalistin Simone Ford. Sie beobachtet den Prozess und hat inzwischen ein Buch geschrieben. Immer mehr findet Thomas den Zugang zu dem Fall und sieht sein Handeln selber mit der Zeit kritisch an. Er entdeckt die Faszination, die in diesem Fall steckt, verliert jedoch fast den Kontakt zu sich selbst. Dies geht soweit, dass er sogar das Vertrauen zu sich selbst verliert. Mit der Zeit treten Zweifel bei ihm auf, ob der Plan wirklich so intelligent ist. Dann trifft er Studentin Melanie auf den Straßen von Siena. Sie ist von einer geheimnisvollen Aura umgeben.

Inspiriert wurde der Film von einer wahren Geschichte. Da stellt sich irgendwie die Frage, inwieweit immer alles verfilmt werden sollte. Schließlich eignet sich nicht jeder Stoff für eine Verfilmung, weil daraus unter Umständen immer weiter ergebende Fragen resultieren. Im Film geht es nun zunächst um die Geschichte, wobei sich die Handlung mehr und mehr verändert. Es rückt bei dem Film mehr und mehr der Regisseur in den Mittelpunkt. Selten wurden die Gedanken eines Regisseurs so intensiv gezeigt. Gezeigt wird, wie sich das Denken von Thomas verändert, als er sich mehr und mehr mit dem Fall beschäftigt, was spannend gelöst ist.  (Marina Teuscher – 16.05.2016)