Das Pubertier

Der deutsche Journalist und Buchautor Jan Weiter hat die Geschichte um das Pubertier erfunden und entwickelt. Sein Roman wurde im Jahr 2014 veröffentlicht. Nun entstand eine Filmkomödie, die von Leander Haußmann in Szene gesetzt wurde. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch die Drehbuchadaption.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Hannes Wenger, der als Journalist arbeitet. Er ist der Vater von Carla, die gerade noch sein kleines Mädchen war. Nun kommt sie in die Pubertät, die bekanntermaßen keine einfache Zeit ist. Im Fall von Carla beginnt dieser Zeitraum kurz, bevor sie ihren 14. Geburtstag feiert. Natürlich setzt er als Vater alle Hebel in Bewegung und steigt für eine gewisse Zeit aus seinem Job aus. Dies verkündet er bei einem Essen mit Freunden. Scheinbar ist die Welt für ihn einfach. Er will seine Tochter mit der Welt der Ballettaufführungen, Symphonien, Konzerte und von Dichtern einführen. Schließlich möchte er seine Tochter in dieser Phase unterstützen und ihr beim Erwachsenwerden zuschauen. Die richtige Erziehung darf dabei nicht fehlen.

Allerdings muss er auch ein gewisses Maß an Überforderung erkennen. Da bleiben Fehler seinerseits auf dem Weg nicht aus, wenn es gilt, Carla auf ihrem Weg zur Erwachsenen zu begleiten. Schließlich kann er von seiner Frau keine Hilfe erwarten. Diese hat gerade ihre Arbeit wieder aufgenommen. Dieser Weg soll allerdings ohne Jungs, Alkohol und sonstigen Dingen geschehen, die sie in Versuchung führen könnten. Doch ist das gar nicht so einfach wie es scheint. Zu bemerken ist dies schon, als seine Tochter plötzlich mit ganz anderen Kleidungsstücken vor ihm erscheint als wie er es gern hätte.

Und dann erst einmal das Aufstehen – da zeigt sich Carla von einer anderen Seite. Schließlich tritt Hannes in jedes Fettnäpfchen, was er nur finden kann. Doch ist Carla nicht allein, wenn es darum geht, einen peinlichen Vater zu haben. Allerdings gibt es Väter, die sich dem Wirbel der Pubertät entziehen. Beim besten Freund von Hannes handelt es sich um den Kriegsreporter Holger. Er geht lieber in den Nahen Osten, wenn er dafür seinem Pubertier entgehen kann und nicht dem Wahnsinn verfällt.

Der Film punktet allein schon durch die Besetzung der Hauptrolle mit Jan-Josef Liefers. Er ist gut als etwas überforderter Vater anzuschauen. Was er für Wünsche für seine Tochter hat und was da so alles daneben geht, wurde auf einem guten Niveau inszeniert. An seiner Seite spielt Heike Makatsch die Mutter, wobei der Vater mehr im Mittelpunkt steht. Dabei dürften besonders Jugendliche Spaß an dem Film haben, weil ihnen so manche Szene bekannt vorkommen dürfte. Allerdings ist es doch recht unwahrscheinlich, dass Eltern ihre Kinder auf diese Weise wecken, wie es im Film geschieht. Zu sehen sind außerdem Justus von Dohnányi und Detlev Buck.

Die Familie insgesamt hat einiges an kleinen alltäglichen Abenteuern durchzustehen, was den Film zu einem guten Familienfilm macht., wenn man über kleine Schwächen hinwegsehen kann. (Marina Teuscher – Dezember 2017)