Für immer mein

Neben der hohen Bedeutung des Namens „Metropolitan“ für Gebäude ist der Name in London zu finden. So gab es einst die Metropolitan Railway, bei der es sich um eine U-Bahngesellschaft. Diese war für den Bau der ersten U-Bahnstrecke weltweit verantwortlich. Aus den Strecken von dieser Gesellschaft entstand die U-Bahnlinie Metropolitan Line. Des Weiteren gibt es den Metropolitan Police Service, bei dem es sich um die Londoner Polizei handelt. Dort begann Luke Delaney seinen Dienst, bei dem es inzwischen zur Veröffentlichung seines zweiten Romans kam.

Die Einleitung im allgemeinen

Am helllichten Tag verschwindet Louise Russell. An dieser Stelle kommt DI Sean Corrigan in die Geschichte. Er arbeitet beim Morddezernat in South London. Sofort ist ihm klar, dass ein Verbrechen vorliegen muss. Schließlich ist er durch die Schatten seiner eigenen Vergangenheit sehr empfänglich, wenn es um Böses geht. Dies spürt er auch in diesem Fall ganz deutlich.

Für Corrigan gibt es keinen Zweifel daran, dass die Verschleppung von Louise gegen ihren Willen erfolgt ist. Allerdings ist er sicher, dass sie noch lebt, wesalb die Suche nach Louise auf Hochtouren läuft. Die Frau, die schon bald aufgefunden wird, sieht Louise ähnlich. Handelt es sich um ein Opfer des Entführers von Louise? Mit dem Fund steht fest, dass Corrigan und seinem Team die Zeit davon läuft. Es darf nicht dazu kommen, dass der Entführer Louise als überflüssig empfindet und sich ihrer entledigt. Es könnte ja doch sein, dass er sich ein neues Opfer sucht.

Jetzt gibt es für Corrigan nur einen Weg, nämlich das Eintauchen in die Seele des Entführers. Sie hält die dunkelsten Geheimnisse eines Mörders verborgen.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Nach einem kurzen persönlichen Vorwort beginnt die Geschichte in der Nähe von South East London. Der Vorort, in dem Thomas Keller spazieren geht, heißt Anerly. Bevorzugt wird die Gegend ausgewählt, da dort preiswerter Wohnraum erhältlich ist. Besonders Menschen, die in der City von London leben, fühlen sich durch diesen Ort angezogen. Schließlich hatten sich viele Menschen vorgestellt, dass sie in London ein schönes Leben haben würden. Doch dann wuchs die Einsicht, dass nur am Rande der Stadt ein ordentliches Leben möglich sei. Damit allerdings gehörten diejenigen mit dieser Einsicht nicht zu den Personen, die privilegiert waren.

Die Oakfield Road war für Thomas Keller ein vertrautes Gebiet. Zu oft ist er in den letzten Tagen die Straße entlang gelaufen. Daher kannte er das Zuhause von Louise Russell nur zu gut. Als Postbote fällt es nur wenig auf, wenn er über die Straße läuft. Trotzdem war Thomas Keller vorsichtig. Allerdings handelt es sich bei dieser Strecke nicht um seine übliche Route. Er war sich nicht sicher, ob jemand auffallen würde, dass ein anderer Postbote Dienst haben müsste. Zudem trug er die Post wesentlich früher aus. Dies lag daran, weil er nicht länger warten wollte und Louise unbedingt heute haben wollte. Langsam kam er dem Haus Nr. 22 näher. Dabei achtete er darauf, dass die anderen Nachbarhäuser ihre Post erhielten. Schließlich konnte es ja zutreffen, dass manche Anwohner nicht viel zu tun haben, außer die Straße zu beobachten. Allerdings passierte auf dieser Straße nie etwas. Während er Post austrug, verteilte er ebenfalls Werbeprospekte. Er sah sich genau an, ob er etwas an den Türen oder Fenstern der für ihn hässlichen Backsteinhäuser feststellen konnte. Im Hinblick auf die Architektur verfügten die Häuser über ein gutes Maß an Privatsphäre. Einige Momente lang machte er sich Gedanken und machte dann weiter. Schon bald hatte sich die Welt von Louise verändert.

Weitere Titel des Autors

Mein bist Du

Mehr zum Autor

Bei dem Namen von Luke Delany handelt es sich um ein Pseudonym. Es gehört einem ehemaligen Detective. Dieser begann seinen Dienst beim Metropolitan Police Service in der zweiten Hälfte des 80er Jahrzehnts. Später nahm er seine Arbeit im Criminal Investigation Department auf. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte die Aufklärung von Mordfällen. Wenn also einer weiß, über was er schreibt, dann ist es Luke Delany.

Für die Übersetzung aus dem Englischen liegt die Verantwortung bei Dr. Holger Hanowell.

Fazit

Schon mit seinem ersten Roman zeigte Luke Delaney, dass er die Spannung auf einem recht hohen Niveau halten kann. In dem gleichen Stil macht er weiter und schafft es, eine Handlung zu entwickeln, die Leser bereits auf den ersten Seiten in den Bann zieht. Es ist eine Geschichte, in der zunächst scheinbar nur zwei Personen im Mittelpunkt stehen. Das ändert sich schon bald, da Louise erkennt, das Thomas noch weitere Frauen im Auge hat. Corrigan macht sich mit seinem Team ans Werk und erhalten Einblick in das Leben vieler Leute. Doch die Seele von Thomas, der schon bald ins Visier der Ermittler gerät, ist ein Mysterium. Corrigan hat einige Schwierigkeiten, sich in die Seele hinzuversetzen. Demzufolge wird es richtig turbulent, besonders als sich Corrigan und Keller gegenüberstehen. Das ist ein Psychothriller, der ein gutes Prädikat verdient. (Marina Teuscher  –  29.03.2017)