Dr. Gralla – Unten herum glücklich

Das Leben könnte so einfach sein, sofern alles planmäßig verläuft. Man hat einen guten Job und kann regelmäßig seine Reisen antreten. Das sorgt wiederum für neue Erkenntnisse, die anderes Wissen hinterher ziehen. Gemütliche Nachmittage mit Freunden oder Kollegen gehören ebenfalls zum Leben. Allerdings verläuft nicht alles immer so einfach wie man gerne möchte. Dies fängt spätestens dann an, wenn es zu gesundheitlichen Störungen kommt. Ganz besonders heikel ist das bei Männern, die eh nicht gern über Krankheiten reden und gerade dann Unterstützung brauchen – besonders wenn es um eine Erkrankung im unteren Bereich geht.

Der allgemeine Blick auf die Geschichte

Als Untertitel steht „Hoch soll er leben“ fest.

Gibt es Beschwerden, so gehen Frauen zum Gynäkologen. Männer gehen nicht zum Arzt. Ihr Weg führt in die Kneipe. Das Motto von ihnen lautet: Es verschwinden die Dinge von allein, die von allein kamen. Es ist nur wichtig, nicht darüber zu reden.

Allerdings gibt es eine Reihe von urologischen Klassikern, zu denen Prostatabeschwerden oder Erektionsstörungen gehören. Das sind Geschichten, die eine Partnerschaft belasten können. Gerade diese Belastung ist jedoch völlig unnötig. Schließlich gibt es heutzutage eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit auf diese Geschichten einzugreifen. Doch in dem Buch stehen auch Themen rund um die Urologie von Frauen im Mittelpunkt. Zu den Themen zählen unerfüllter Kinderwunsch sowie Verhütung von Mann und Frau.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Zunächst gibt der Autor in einem Vorwort einen Einblick in sein Leben. So ist zu erfahren, dass seine Lebensplanung für den Beruf eigentlich der Chirurg war. Diesem Traum kam er zum ersten Mal im Alter von 15 Jahren näher. An dem Tag stand er bei seinem Vater im Operationssaal. Heldenhaft hielt er während sein Vater operierte mit dem eisernen Haken den Bauch von einem Patienten auf. Daran wird deutlich, dass er eine gewisse Vorbelastung aus familiärem Kreis hat. Da gab es nichts anderes für ihn, als sich für ein Medizinstudium einzuschreiben. Voller Enthusiasmus geht er ans Werk und kann das Studium erfolgreich abschließen. Nachdem er die Zeit an der Universität abgeschlossen hatte, zog es ihn durch ein Stipendium zur Harvard-University. Es folgten wacklige Schritte an der Universität in Hamburg, wobei die chirurgische Abteilung im Mittelpunkt stand. Außerdem zog es ihn im Laufe der Jahre nach Boston, wo seine Aufmerksamkeit der medizinischen Wissenschaft galt. Dann entschloss er sich jedoch für einen Richtungswechsel und konzentrierte sich auf die Urologie.

Etwas später widmet sich der Autor dem ersten Kapitel, das sich um den Penis dreht, dem unbekannten Wesen. Es geht zum Beispiel darum, wie oft er täglich in der Hand gehalten wird. Schließlich halten ihn etwa 50 Prozent der Menschen täglich mindestens einmal in der Hand. Dabei kommt er auf den knackigen Zustand einer Möhre zu sprechen. Immerhin hat auch der Penis einmal diesen Zustand erreicht. Schon so manche Erektion hat in der Welt einiges zustande gebracht. Neben der Inspiration der Künste kam es schon mal zu Kriegen. Er in seiner Eigenschaft als Urologe bekommt selten die Pracht und Herrlichkeit zu sehen. Dabei will er auch nicht von gegenseitigem Verständnis reden. Etwas irritierend ist für ihn allerdings das Verhalten mancher Männer zu ihrem besten Stück. Das Interesse schwankt doch zwischen vollständigem Desinteresse und wohlwollendem Entgegenkommen. Das Leben könnte so angenehm sein, wenn da nicht eines Tages Probleme auftreten würden, wie beispielsweise eine Verengung. Wird der Arzt mit diesem Problem aufgesucht, so besteht des Öfteren die Angst, dass sich vielleicht nichts mehr machen lässt. Dann geht Dr. Gralla mit seinen Patienten ins Untersuchungszimmer, wo er alles hat, was er für eine Untersuchung benötigt. Nur die Silikonbrust, die eine oscarverdächtige Ausstrahlung besitzt, hält er versteckt.

Überhaupt besitzt er aufgrund seiner Erfahrungen längst eine eigene Auffassung, was den Penis seiner Patienten angeht. Im Vordergrund steht vor allem die Software, der sehr viel Aufmerksamkeit investiert wird. Allerdings wird die Hardware viel zu wenig gepflegt. Zu sprechen kommt er darauf, dass viele Männer heute einen Bart tragen. Gerade weil so viele Männer einen langen Bart vorweisen, stellt sich die Frage, was mancher Mann damit beweisen will. Dabei kommt in ihm der Hobby-Psychologe durch, nach dessen Meinung einige Männer viel zu wenig Gelegenheit hatten, sich mit ihrer Hardware richtig anzufreunden.

In einem anderen Kapitel geht es darum, warum der Penis ein Penis ist. Anders ausgedrückt stellt sich die Frage nach der Funktionsweise dieser seltsamen Laune der Natur. Unter anderem ist auch vom Soldaten mit dem rosa Helm die Rede.

Weitere Themen im Buch

Des Weiteren beschäftigt sich der Autor mit Themen wie

Die Prostata – ein Montagsorgan vom lieben Gott

Je oller, je doller – Prostatabeschwerden und das Alter

Prostatakrebs

Die Urologie der Frauen

Blasenentzündungen und Therapien und

Blasenentzündungen vorbeugen.

Mehr zum Autor

In Bochum und Göttingen hat Dr. Oliver Gralla Medizin studiert. Seit dem Ende des vergangenen Jahrtausends praktiziert er. Dabei kam es zu einem Aufenthalt in der Forschung. Das Ziel war die Harvard-Universität im amerikanischen Cambridge. Sein Spitzname lautet „Der Storch von Berlin-Mitte“. Schließlich hat er einst in der Berliner Charite gearbeitet. In der Zeit von 2001 bis 2007 stand der Kinderwunsch im Mittelpunkt seiner Arbeitin der urologischen Klinik. Neben einer folgenreichen Ratgeber-Serie, deren Veröffentlichung im Kölner Express erfolgte, eine eigene Praxis in Darmstadt. In der andrologischen Praxis geht es um die Lebensqualität von Frauen, Männern und Paaren.

Das Fazit

An einigen Stellen mutet die Sprache des Autors etwas sonderbar an. Da ist plötzlich die Rede von der knackigen Möhre oder der Hardware. Menschen mit einem guten „Kopfkino“ werden sich das Schmunzeln mit Sicherheit nicht verkneifen. Es kommt zur Ansprache von Themen, über die man sich im normalen Leben nicht so gravierende Gedanken macht. Vor allem zeigt er die Möglichkeiten von Therapien auf, wenn eine Erkrankung am Penis oder Probleme bei der Frau vorliegen. Gerade in diesen Bereichen am Körper reagieren manche Patienten sensibel und brauchen den Rückhalt der Ärzte. Und er zeigt auf, dass in enger Zusammenarbeit mit den Patienten sich Möglichkeiten finden lassen, so dass gesundheitliche Beschwerden leichter zu behandeln sind. Er verdeutlicht damit, welch hohe Kompetenz er in der Urologie besitzt. Da es nicht allen Menschen mitunter leicht fällt, sich auf ärztliche Behandlungen einzulassen, besitzt das Buch die Möglichkeit, in  Menschen etwas mehr Vertrauen in die Welt der Ärzte zu wecken. (Marina Teuscher – 02.03.2017)