Die wankelmütige Meerjungfrau

Der Däne Hans-Christian Andersen schrieb eine der berühmtesten Geschichten überhaupt. Es geht um das Kunstmärchen „Die kleine Meerjungfrau“. Die Basis dieses Märchens ist in der Sage der Undine zu sehen. Inzwischen gibt es viele filmische Bearbeitungen wie „Die kleine Meerjungfrau“ und „die kleine Seejungfrau“. Neben der kleinen Nixe hat besonders der Film „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Um Meerjungfrauen geht es auch in dem hier vorliegenden Werk.

Die Einleitung im Allgemeinen

Im Mittelpunkt steht Gesternstadt. Dort treffen immer häufiger Berichte über gewisse Geschehnisse ein. Schließlich kommt es an der Küste von Schleswig-Holstein zu mysteriösen Vorfällen. Auf der einen Seite verschwinden regelmäßig Seeleute. Stattdessen kommt es zur Sichtung von Seeungeheuern und Sirenen. Gretel hat am Meer eigentlich sonst andere Interessen. Sie widmet sich dort dem Essen. Das ändert sich allerdings, als General Ferdinand von Ferdinand auf sie zukommt. Sie soll ihm bei der Aufklärung es Falls helfen. Diesem Wunsch kommt sie gern nach. Schließlich kann sie in Begleitung von Ferdinand an einer Kreuzfahrt teilnehmen. Allerdings hat die Romantik keine Chance, Einzug zu halten. Vielmehr wird es mörderisch.

Der genauere Blick in die Geschichte

Eine beeindruckende Ausstrahlung hinterlässt das Schiff. Gretel hat im Hinblick auf Schiffe ein ganz eigenes Urteil. Dies gilt insbesondere für im Hafen liegende Schiffe. In der Regel wirken diese größer als es den Anschein hat. Das liegt daran, das die Schiffe in der Regel am Horizont zu sehen sind und somit kleiner wirken. Der vor ihr liegende Viermaster wirkte immer noch eindrucksvoll genug, um Gretel einen Schauer über den Rücken zu jagen. Es gab schon einige Momente, in denen sie diesen Schauer spürte. Dies war gerade dann der Fall, wenn sie bemerkte, dass sie zu wenig Zeit für sich hat. In vielen Momenten träumte sie von einer Kreuzfahrt, die sie dann in ihren eigenen Räumen erlebte. Mitunter verwandelte sich ihr Raum in eine traumhafte Kabine. Jäh wird sie in diesem Moment aus ihren Träumen gerissen. Dann bemerkte sie etwas, das ihr nicht gefiel, wobei es sich um die Anwesenheit von ihrem Bruder handelte. Dies war etwas schlecht gelaunt und beschwerte sich bei Gretel über das Gewicht der Truhen. Dabei hatte Gretel Hans schon vor Tagen aufgetragen, sich um einen Träger zu kümmern. Jedoch sind alle Träger an diesem Tag vergeben.
Der Grund der Anwesenheit auf diesem Schiff ist jedoch nicht zufällig. Das Kommando an Bord hat Kapitän Ziegler. Dieser hat zu seinem Entsetzen das Verschwinden von zwei seiner Männer bemerkt. Zusammen hängen soll dies mit dem Auftauchen von Meerjungfrauen. Allerdings glaubt der Kapitän nicht so recht an die Geschichte und an merkwürdige Kreaturen schon gar nicht. Doch braucht es ein wenig Sicherheit. Aus diesem Grund hat er Gretel aus Gesternstadt engagiert und begrüßt sie freundlich an Bord. Sie soll herausfinden, was seinerzeit passiert ist. Daher ermahnt sie der Kapitän, dass sie äußerst sensibel agieren soll. Schließlich soll unter der Mannschaft, die ohnehin schon nervös ist, keine Unruhe entstehen. Nach und nach macht sich Gretel mit den Gegebenheiten vertraut. So erfährt sie, dass es sich bei der einen vermissten Person um den Zahlmeister handelt. Außerdem ist ein Ausguck verschwunden. Gretel ist während ihrer Recherchen so dezent, dass diese annimmt, dass sie einfach nur als Passagier etwas neugierig ist. Dass das Leben an Bord der Arabella nicht einfach ist, bescheinigt ihr der Schiffskellner, der auf dem Schiff durch einige Höhen und Tiefen musste.

Mehr zur Autorin

Mit ihrer Familie lebt sie in Wales in den Black Mountains. Erworben hat sie an der Lancaster University den Maser of Arts im kreativen Schreiben. In Newport ist sie an der University of Wales als Gastdozentin tätig. Sie liebt alles, was Spaß macht. Dazu gehören Märchen, Geschichte und starke Frauen. Daher kam eines Tages die Idee zu Gretel in ihr auf, wobei ihr die wilde bergische Landschaft als Inspiration dient.

Fazit

Grundsätzlich besitzt die Idee von Hänsel und Gretel als Ermittler eine Menge Potenzial. Noch dazu sind die beiden Hauptfiguren unterschiedlich vom Charakter her ausgelegt. Und doch ist Gretel in einigen Passagen eine Frau voller Widersprüche. Schließlich ist in manchen Momenten nichts von der selbstbewussten Ermittlerin zu spüren. Sie zeigt allerdings auch auf, dass es schon zu damaligen Zeiten leicht war, in einen kleinen „Fettnapf“ zu treten. Allerdings zeigt die Geschichte auch, dass selbst gute Ermittler auf etwas Mithilfe angewiesen sind. Ermitteln kann sich manchmal eben doch als ein Puzzlespiel für mehrere Personen erweisen. Was allerdings ein bisschen irritiert, ist die Verwendung von Begriffen wie „redundant“ in einer Geschichte, in der Segelschiffe eine Rolle spielen. Insgesamt zeigt die Geschichte einige kleine Schwächen, hat jedoch auch einen gewissen Reiz, weil es zwei Märchenfiguren sind, die die Hauptrolle spielen. (Marina Teuscher – 06.04.2017)