Der Lünschmord

Der Autor entführt seine Leser ins Sauerland, einer westfälischen Mittelgebirgsregion. Die Region umfasst die Regierungsbezirke Arnsberg und Kassel. In den Regionen kommt es jährlich zur Austragung von regelmäßigen Veranstaltungen, zu denen der Kunstsommer gehört. Im Mittelpunkt steht die darstellende und bildende Kunst. Außerdem lädt das kleinste westfalener Musikfestival in Form vom Drüggelter Kunststückchen. Es gibt zudem eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, zu denen die Burg Altena gehört. Sehenswertes hat ebenfalls die Stadt Lüdenscheid zu bieten, die im Mittelpunkt von diesem Krimi steht.

Der allgemeine Blick auf die Geschichte

Beinahe sensationelles tut sich in Lüdenscheid, einem kleinen Städtchen im Sauerland. Ein Mann hat gewaltsam sein Leben verloren. Da ist Nachbar Theo Kettling sofort zur Stelle. Der Frührentner hat sich zu der Geschichte schnell eine Meinung gebildet. Er fühlt sich in seinem Lünsche sehr wohl. Jetzt scheint es allerdings einen Serienkiller zu geben, der sein Unwesen treibt. Weil Theo keine Lust auf Bekanntschaft mit der Person hat, will er sich auf die Suche nach dem Täter machen. Allerdings ist er nicht allein bei dieser Aufgabe. Schließlich gibt es Lieselotte Larisch. Bei ihr handelt es sich um eine konsequente Schulrektorin, die sich allerdings im Ruhestand befindet. Zu zweit beginnen sie zu ermitteln, wobei sie zunächst nicht so recht voran kommen. Dann allerdings bekommen sie Hinweise auf ein Ereignis, welches sich vor langer Zeit im Sauerland zugetragen hat.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Im Prolog wird der Blick auf einen Mann geworfen, der auf einem alten Sofa sitzt. Der Mann sah sich die Standuhr an. Deren monotones Ticken war in der eisigen Stille viel stärker wahrzunehmen. So richtig bewusst war ihm nicht, wie lange er schon da saß. Es konnten gut und gerne schon fünf Stunden sein.

Panisch hatte er sein Büro verlassen. Ob ihm jemand in dieser Zeit begegnet war, konnte er so genau nicht sagen. Ihn beruhigte nur eines ungemein: Zu dieser Zeit war niemand mehr im Büro. Als problematisch erwies sich jedoch, das er sich ab dem Zeitpunkt an nichts erinnern konnte. Wie in Trance stieg er in sein Auto und fuhr nach Hause. Erst wesentlich später hatte er begonnen, wieder Dinge wahrzunehmen. Im Schutz der Umgebung von seiner Wohnung kam mehr von seinem Verstand zurück. Über fünf Jahrzehnte führte er ein falsches Leben und war nun endlich frei. Er konnte alles tun, was er wollte, weshalb er nun endlich handeln wollte. Außerdem wartete er bis zum Anbrechen der Dämmerung, um dann loszufahren.

Mit Kapitel 1 beginnt die Geschichte richtig. Dabei steht Cleo zunächst im Mittelpunkt, bei der es sich um eine deutsche Dogge handelte. Sie wollte nun nicht unbedingt mit Frauchen rausgehen. Allerdings lies sich ihr Frauchen nicht von diesem Gedanken abbringen. Natürlich musste sich Lieselotte etwas besonderes einfallen lassen, um ihre Dogge zum Rausgehen zu bewegen. Mittlerweile lebt der Hund nun schon seit zwei Jahren an ihrer Seite. Einst als Rektorín hatte sie von diesem Leben geträumt. Jetzt ist dieses Leben Wirklichkeit geworden und es könnte schön sein, wenn es doch bloß einfacher wäre, mit dem Hund spazieren zu gehen. Eine Rolle spielt dabei das Gewicht, wobei Frauchen und Hund immerhin 200 Kilogramm auf die Waage bringen. Zu Hause ist Lieselotte Larisch in Rölvede, einer kleinen Siedlung, die in der Gemeinde Schalksmühle zu erreichen ist. Etwa ein Dutzend Häuser waren dort zu sehen. Erbaut sind die Häuser im Stil der 50er und 60er Jahre. Nun befand sich Lieselotte mit ihrem Hund auf dem Weg in den Wald. Cleo, die Dogge lief einige Meter voraus. Da fängt sie plötzlich an, zu bellen. Nun wurde Lieselotte doch etwas unruhig und wollte Cleo dazu bringen, dass sie mit dem Bellen aufhört. Daraufhin ging sie näher zu der Stelle, wo sich Cleo befand und leuchtete den Bereich aus. Auf einmal entdeckte sie den Oberkörper.

Mehr zum Autor

Verantwortlich für den Roman ist Michael Wagner. Der diplomierte Ingenieur der Produktionstechnik hat seine Laufbahn als Journalist begonnen. Inzwischen ist er in einem großen Industrieunternehmen tätig und arbeitet dort als PR-Experte. Bei dem Buch handelt es sich um sein Krimi-Debüt, mit dem er gleichzeitig seiner Heimat, dem Märkischen Sauerland, eine Liebeserklärung macht.

Das Fazit

Es sind schon zwei unterschiedliche Charaktere, die da aufeinander treffen: Lieselotte als konsequente ehemalige Rektorin und Theo, der die Gemütlichkeit mag. Nach einigen Seiten kommt heraus, dass die Reise zunächst ins Jahr 1972 zurückführt. Dabei ist es spannend zu beobachten, wie diese Zeit stimmig geschildert wird. Man fühlt sich sehr schnell in die Geschichte ein, wobei das praktisch nicht die einzige Zeitreise bleibt. Schließlich wird das Duo in das Jahr 1916 zurückversetzt. Vor allem liest sich das Buch gut und flüssig, was die Geschichte zu einem angenehmen mitunter humorvollen Lesevergnügen macht. (Marina Teuscher – 08.03.2017)