Tödliches Schweigen

In Finnland hat die Sauna mit ihrem Siegeszug begonnen. Immer mehr Menschen genießen die erholsame Zeit, die ihnen dieses Heißluft-Raumbad verschafft. Im Normalfall liegen die Temperaturen bei einem Wert zwischen 70 bis 90 °C. Gleichzeitig beträgt die Luftfeuchtigkeit bei einem Wert von etwa 10 bis 25 Prozent. Hinsichtlich der Auskleidung wird beim Saunaraum auf Holz gesetzt. Die Beheizung erfolgt dabei über den Saunaofen, wobei es zum Übergießen der Steine mit Wasser kommt. Mit einer derartigen Sauna beginnt die Handlung in diesem Roman.

Die Einleitung im Allgemeinen

Einst war Lars-Erkki Svanberg der beste Skilangläufer des Nordens. Nun wollte er als alter Mann seinen Ruhestand genießen. Doch jemand hatte etwas dagegen. Keiner hat etwas gesehen, als das Unglück mit der Axt passierte. Die Frage ist, warum sich jemand ausgerechnet an einem Einzelgänger vergeht. Schließlich hat er ein ruhiges Leben auf seinem Hof geführt, auf den er sich zurückgezogen hat.

Eines Tages reist Katrine aus Stockholm in das Dorf, wo einst Svanberg lebte. Bestimmt wird das Leben in Tornedalen von eisiger Kälte. Das liegt nicht nur daran, dass der Ort in der Nähe vom Polarkreis liegt. Katrine kommt aus gutem Grund in den Ort, indem ihre Mutter einst aufwuchs. Dort möchte sie sich das Haus anschauen, das einst das Zuhause für ihre Mutter war. Gesprochen hat ihre Mutter jedoch niemals über das Haus.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Für das Anheizen der Sauna ist Papier nicht erforderlich. Allerdings will er, dass die Briefe brennen. Das Streichholz hält er an einen in der Hand befindlichen zusammen gerollten Umschlag. Direkt ins Feuer steckt er den anderen Umschlag. Mit dem Schließen der Ofenklappe wartet er noch ein wenig ab, um dann von der Pritsche aus in voller Bekleidung den Tanz der Flammen zu beobachten. Es sind Maklerbriefe, die nach der Bekanntschaft mit den Flammen zu Asche zerfallen. Dann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem die Saunasteine die gewünschte Temperatur erhalten haben. Mit Handschuhen nimmt er sieben Steine heraus und trägt diese in Handtücher gewickelt zum Schlitten. Schon längst sind seine Spuren im Schnee nicht mehr zu sehen. Über den Hof weht der Wind, so dass es zu knackenden Birken kommt. Dabei handelt es sich um den eiskalt von der Barentsee heranwehenden ryssäuuli. Die donnernden Eisenbahn-Geräusche dringen von der finnischen Seite zu ihm herüber. Überschattet wird Rauhala von einer gewissen Unruhe. Das spürt er, als er sich die Skier anschnallt. Zwischen den Birken kann er  die Loipe gut finden. Dabei stellt er fest, dass sich auf den anderen Höfen keine Aktivitäten vernehmen lassen. Ihn selber zieht es allerdings nur selten nach draußen, da er eine gewisse Form von Störungen nicht mag. Jetzt erhebt sich vor ihm die dunkle Silhouette von Rauhala. Er befindet sich auf dem Weg zum Vorratshaus, das sich abseits vom Hof befindet. Mit den Steinen wird das Bett bis zum nächsten Morgen warm bleiben, da er auch den Ofen sparen will. Zudem möchte er nicht allzu viel Kontakt zu Menschen haben. Den Spitznamen mag er auch nicht unbedingt, wenn er mit diesem Namen gerufen wird. Gerade befindet er sich im Haus, als er Geräusche vernimmt. Ein Lastwagen macht die lautesten Geräusche. Jedoch ist noch etwas anderes zu hören, was seine Aufmerksamkeit erregt.

Mehr zum Autor

Heute lebt Tove Alsterdal in Stockholm. Zum einen hat sie viele Jahre als Journalistin gearbeitet. Andererseits war sie als Autorin für Film und Theater tätig. Schon dem ersten Roman brachten Kritiker große Begeisterung entgegen. Der nun vorliegende zweite Roman erhielt in Schweden eine Nominierung als bester Krimi des Jahres 2012.

Weitere Titel der Autorin

Tödliche Hoffnung

Fazit

Es ist ein Thriller, der eine ganze Menge zu bieten hat. Im wesentlichen ist das Buch zunächst von zwei Handlungssträngen gekennzeichnet. Zum einen ist die Region im Norden, wo der frühere Skilangläufer lebt. Als zweites ist da die Welt von Katrine und ihrer Mutter, die auf einmal finnisch spricht. Schon bald passiert das erste Unglück. Zudem wird Katrine in das Dorf fahren, in dem das Unglück passiert ist. Das Zusammenführen der beiden Handlungsstränge gelingt auch in der deutschen Übersetzung gut. Der Krimi liest sich aufgrund des komplexen Charakters der Geschichte gut und ist daher eine Empfehlung wert. (Marina Teuscher – 08.02.2016)