Mordsjubiläum

Das Bergische Land hat seinen Namen von der ehemaligen Grafschaft Berg erhalten. Es handelt sich um Region zwischen der Ruhr und der Sieg. Genauer geht es um den Westabfall vom Sauerland. Zahlreiche Talsperren verleihen dem Gebiet ein interessantes Landschaftsbild. In der an der Wupper gelegene Ortschaft Burg befindet sich die Stammburg der Grafen von Berg. Genau in dieser Region hat Ellen Jacobi die Geschichte der erneuten Aktivitäten von Oberstaatsanwalt Schuhknecht angelegt.

Der allgemeine Blick in die Handlung

Bei Biblinghausen ist die Rede von einem Bilderbuchdorf. Eines Tages verändert sich das Bild jedoch stark. In der Güllegrube seines Hofs ertrinkt ein Landwirt. Nicht viel besser ergeht es der Dorfklatschbase. Sie stürzt in ihre Ballebäuschenpfanne. Die Polizei hat sich ihr eigenes Bild von den Fällen gemacht. Doch da ist noch Veronika Dornbusch-Bommelbeck, der der örtliche Kramladen gehört. Sie ist der Überzeugung, dass es sich um Mordfälle handelt. Da zieht eines Tages Oberstaatsanwalt Lothar E Schuknecht in das Dorf. Er ist allerdings nicht mehr im Dienst. Viel lieber widmet der Schöngeist seine Zeit dem Tai-Chi. Allerdings verändert sich seine Sicht auf die Dinge, als es zum nächsten Todesfall kommt…

Der tiefere Blick in die Geschichte

Beobachten wird jemand das ganze Geschehen zunächst mittels eines Fernstechers. Dabei ist auch zu beobachten, wie sich der Oberstaatsanwalt eine Flasche Wein öffnet und sich ein Glas einschenkt. Zunächst versinkt er dabei in der Betrachtung des Weins, der ein ausgezeichnetes Bouquet zu haben schien. Inzwischen befindet er sich nun seit zwei Monaten schon im bergischen Land. Dabei hat er manchmal den Eindruck, dass sich die Ruhe der Einöde auf ihn auswirkt. Oder ist es gar der Wein? Immerhin hat dieser einen an diesem Abend einen Alkoholgehalt von 15 Prozent. Kurze Zeit später stolpert er über das Rascheln im Gebüsch, was durch eine Amsel verursacht wird. Zunächst kommt es zu zwei Schilderungen des Bergischen Boten aus den Jahren 1985 und 2014. Dann fällt der Blick auf die Region, wo ihn schleichende Schritte aufhorchen lassen. So früh zu dieser Tageszeit hat er eine Konfrontation nicht erwartet. Zudem hätte er auf Raffinesse bei der Taktik gesetzt. Mit gestrafftem Körper und gespitzten Ohren versucht Schuhknecht zu erahnen, von wo die Schritte kamen. Das Blätterrascheln kommt aus nordnordöstlicher Richtung. Damit nähert sich ihm jemand aus der Richtung seitlich rechts von ihm. Und es knackt schon wieder. Es ist so, als wenn Reisig zertreten wird. Allerdings herrscht dann auch wieder Stille, wobei es dafür eine gute Erklärung gibt. Neben seiner Terrasse befindet sich ausgebrachter Bambusmulch, der die Geräusche der sich nähernden Schritte verschluckt. Allerdings kann er die unterdrückten Atemgeräusche wahrnehmen.

Einige Finger nehmen jetzt eine Haltung an, die im Tai-Chi unverzichtbar ist. In Richtung der schwertführenden Rechten kommt es somit zu einem energetischen Ausgleich. Schon bald erhebt er sich geschwind aus dem Korbstuhl und erfährt kurz danach, das sich jemand freut, ihn gefunden zu haben. Allerdings ist dem Kirschkuchen die Begegnung nicht gut bekommen, da dieser jetzt auf dem Boden liegt. Mit Beginn dieser Begegnung ist allerdings auch klar, dass eine der wichtigsten Regeln vom Tai Chi nicht berücksichtigt worden. Diese lautet, dass sich der Weise im Handeln ohne Wirken übt.

Mehr zur Autorin

Ellen Jacobi, die Tochter einer Bibliothekarin, fand schon früh den Weg zu Büchern und zum Erzählen von Geschichten. Zunächst studierte sie Anglistik und Literatur. Dann arbeitete sie in England als Lehrerin und als Reiseleiterin. Als Redakteurin für Magazine und Tageszeitung hat sie in Deutschland gearbeitet.

Weitere Titel der Autorin

Frau Schick räumt auf

Frau Schick macht blau

Teatime mit Tante Alwine

Fazit

Eine reizvolle Note setzt der Roman durch das im Buch enthaltene Rezept. Leser können auf diese Weise die Spezialität in Form der Ballebäuschen zubereiten und als Dessert zu sich nehmen. Besonders bei diesem Buch fällt einmal mehr auf, dass die Autoren Details so genau schildern, das man sich die jeweilige Situation sehr genau vorstellen kann. Das macht das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre für den Nachmittag. (Marina Teuscher – 08.02.2016)