Mord am Polarkreis

Beim Polarkreis handelt es sich um einen Punkt im Norden innerhalb eines gedachten Gradnetzes. Damit wird die geografische Lage bestimmt. Zugleich dient dieses Netz der Orientierung. Überzogen sind damit Himmelskörper wie die Erde. Dabei schneiden sich die Linien, auch als Koordinaten bekannt, rechtwinklig. Gesprochen wird dabei von Längen- und Breitengraden. Insgesamt gibt es 360 Linien, die durch die Pole laufen, die sich auf der 90sten Linie befinden. An einem der beiden Pole, dem Nordpol oder dem nördlichen Polarkreis spielt dieser Krimi.

Die Einleitung im Allgemeinen 

Der Schauplatz ist eine abgelegene Höhenstraße, die nördlich des Polarkreises zu erreichen ist. In seinem Auto wird dort ein Staatssekretär tot aufgefunden. Offenbar ist ein Scharfschütze für diese Tat verantwortlich. Dadurch wird Staatsanwältin Anna Magnusson aus Stockholm auf den Plan gerufen. Sie nimmt privat Ermittlungen auf. Schließlich scheint ihre samische Familie in den Fall involviert zu sein. Im Besitz der Familie befindet sich eine große Fläche von Rentier-Weideland. Auf diesem Gebiet ist die Entstehung einer Erzgrube geplant. Nicht nur bei der Familie von Anna, sondern auch bei allen anderen Rentierzüchtern sorgt dieser Plan für Entsetzen. Eine Vielzahl von Protesten wird laut. Dann allerdings kommt es zu einem weiteren Mord. Lappland ist ansonsten sehr friedlich. Doch scheint nun die Krise immer näher zu kommen.

Einblick in die Geschichte

Auch ein Dromedar kann interessantes Geschehen beobachten. In der Nähe befindet sich ein steiler Berghang, den ein Quad gerade zu bewältigen versucht. Am Steuer sitzt Aslak Isak, der Gas gibt. Im hinteren Bereich sitzt der Schütze Aron. Als Halt dient diesem die Ladefläche des Quads. Vom losen Kies umgeben drehen die Räder vom Quad durch. Prompt kommt die Maschine nis Rutschen. Nach einiger Zeit greifen die Räder wieder, so dass es zum Hinaufsteuern auf die Hochfläche kommt.

Das Dromedar betrachtet die Situation weiter. Nun steigen die Männer aus dem Quad aus, nehmen ihre Helme ab und ziehen die Handschuhe aus. Sie befinden sich in der Nähe des Dromedars, wobei Aron dieses näher anschaut, sich an alte Zeiten in der ersten Klasse erinnert und von dem Tier angeschnaubt wird. In der Schule hatten sie noch keine Ahnung, dass es solche Tiere gab. Daher fanden sie den Unterricht mit den Bildern von den Tieren sehr interessant. Dann konzentrieren sie sich wieder auf die Lage im Tag mit seiner kilometerlangen Distanz bis zum Pass. Noch drang die Sonne nicht durch den eiskalten Morgennebel. Getrocknete Lehmziegel kennzeichnen die Häuser des Dorfes. Diese Region erinnert an eine Zeit vor einhundert Jahren. Aslak und Aron sondieren die Lage, das sie zum Schutze des Dorfes und seiner Bewohner da sind. Da ruft sie eine Stimme aus dem Funkgerät. Es soll Meldung erstattet werden, ob der Bergkamm kontrolliert wurde. Aslak gibt über die durchgeführte Kontrolle eine Meldung ab. Erkennen konnten sie, dass die über den Bach führende Brücke Gefahrenpotenzial bietet. Die Stimme aus dem Funkgerät meldet, dass es gleich zur Überquerung des Passes käme. Dann kommt der Moment, als die Männer durch den Fernstecher die näher kommende Fahrzeuggruppe erkennen. Langsam rollen sie nach einer kurzen Pause den Hang hinunter ins Tal herein. Skeptisch blicken die am Bach befindlichen Frauen auf die Situation mit den Fahrzeugen. Dann bleiben die anderen Fahrzeuge in der Nähe des Bachlaufes stehen. Es steigen einige Soldaten aus, bei denen es sich um Kampfmittelbeseitiger handelt. Mit ihrer aus dem Wagen geholten Ausrüstung begeben sie isch zur Umgebung des Gebietes rund um die Brücke und darunter. Dabei treffen sie auf die letzte im Freien verbliebene Ziege. Alle anderen Tiere waren bereits ins Dorf getrieben worden. In dieser Region, in der es noch ruhig zuging, wenden sich die Frauen nun dem Einsammeln der Wäsche zu. Zwei Welten befanden sich in diesem Moment in der Region. Gemeinsam hatten diese Welten nichts. Bald setzte sich die Fahrzeugkolonne wieder in Bewegung. Plötzlich verändert sich die Situation, die Aron und Aslak beobachten, extrem. Es kommt in kurzen Abständen zu Explosionen, die die Wagen auf die Seite schleudern. Von den Frauen gibt es keine Spuren mehr. Nur einige Schafe beobachten die Situation noch. Nach einem kurzen Moment des Schreckens erstattet Aslak dem Gefechtsstand einen Bericht. Die Situation verschärft sich erneut als plötzlich eine Rakete über das Dorf vorbei düst. Unweit von einem gesprengten Lastwagen schlägt die Rakete ein. Dabei wird auch um Unterstützung aus der Luft gebeten. Allerdings ist es möglich, dass es einige Zeit dauern kann. Etwas später trifft Aslak, der inzwischen aus Afghanistan zurückgekehrt ist, Ann-Berit. Dabei kommt es zu einem Gespräch über die vergangene Zeit. Er erklärt ihr, dass er wie immer mit dem Quad gefahren ist. Ein kleiner Vorteil bestand darin, dass das ihm zur Verfügung stehende Quad moderner war. Vier Jahre ist es nun schon her, dass sie sich zuletzt gesehen hatten. Und doch ist inzwischen sehr viel passiert.

Mehr zum Autor

Lars Petterson arbeitet als Schrittsteller und Filmemacher. Im Winter ist er im Norden von Norwegen zu Hause. Dort liegt Kautokeino. Diese Region bildet den Hintergrund für seine Kriminalromane. Dagegen zieht es ihn in der restlichen Zeit des Jahres nach Mittelschweden in die Nähe von Lindesberg. Bei seinem ersten Lappland-Krimi handelt es sich um den Roman „Einsam und kalt ist der Tod“. Dafür erhielt Lars Petterson den renommierten Debütanten-Preis, der von der schwedischen Krimiakademie verliehen wird. Nunmehr ist mit „Mord am Polarkreis“ sein zweiter Kriminalroman erschienen.

Fazit

Diese Geschichte ist gut geschrieben. Allerdings ist es immer ein bisschen beschwerlich, wenn auf den ersten Seiten kein Zusammenhang zur Einleitung zu erkennen ist. Eine kleine Nuance würde schon ausreichen, damit man als Leser nicht der Gefahr ausgesetzt ist, das Buch viel zu schnell aus der Hand zu legen. Es dauert etwa 20 Seiten, bis die Handlung in Gang kommt und man erste Zusammenhänge erkennt. Dann geht es allerdings doch etwas heftiger los. Verletzungen werden dann schon etwas ausführlicher beschrieben. Schließlich kommt es im dritten Kapitel dazu, dass das erste Mal die Staatsanwältin ins Geschehen eingreift. Teilweise hat die Geschichte jedoch auch etwas Beschauliches und sehr Ruhiges. Man führt sich an die typische Landarztidylle erinnert. Das hängt vielleicht auch mit den verschiedenen landschaftlichen Umgebungen zusammen. Es mag zwar nicht der hochwertigste Thriller sein, den man bei dem Titel erwartet. Doch bietet der Krimi einiges an Spannung, wenn man über kleine Schwächen hinweg sieht. (Marina Teuscher – 27.10.2015)