Kinder des Meeres

Wer an der See oder am Meer lebt, hat ein kleines Paradies vor sich. Schließlich gibt es unzählige Veranstaltungen in und auf dem Wasser, die seit vielen Jahrzehnten die Menschen anziehen. So lädt Hamburg regelmäßig mit seinen Hafengeburtstagen zum Verweilen ein. An der Kieler Förde zieht die Kieler Wolche unzählige Besucher an. Die Liste der Veranstaltungen könnte noch weiter fortgesetzt werden. Viele dieser Veranstaltungen haben eines gemeinsam. Oft ist das Bewundern von bedeutenden Segelschiffen möglich, zu denen auch das bekannte Segelschulschiff „Gorch Fock“ gehört. Im Dienst der Marine befindet sich das Schiff, das nach einem Schriftsteller benannt worden ist, seit dem Jahr 1958. Während des Mittelalters waren die Segelschiffe die ständigen Begleiter des Lebens. In diese Zeit führt der Roman „Kinder des Meeres“ zurück.

Die Einleitung im Allgemeinen

Zitat Anfang „Von den Stürmen der See und den Stürmen des Lebens“ Zitat Ende

England im 16. Jahrhundert steht im Mittelpunkt. Dort leben die Werftkinder Sylvester, Anthony und Fenella. Sie wachsen zusammen in Portsmouth auf. Zur damaligen Zeit wird das Land von Henry VIII regiert. Es ist eine Zeit, in der sich vieles verändert und Hoffnungen groß und größer werden. Für Sylvester scheint das eine gelungene Zeit zu sein. Er blüht mehr und mehr auf. Anders sieht die Situation bei Anthony aus, der hochbegabt ist. Immer schafft er es, in Schwierigkeiten zu geraten. Dolch die Freundschaft kann das nicht ins Wanken bringen. Allerdings treten die Probleme durch Fenella auf. Beide Männer stellen eines Tages fest, dass sie sich in sie verliebt haben. Dann verändert sich die Lage noch extremer. Der Hafen wird von den Franzosen angegriffen. Dort liegt das Lieblingsschiff des Königs, die Mary Rose. An Bord des Schiffes befinden sich Sylvester und Anthony. Es kommt zu einer Schlacht, die weitreichende Folgen haben soll.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Portsmouth im Juli 1511 steht im Mittelpunkt. Es ist der 19. Tag des Monats, an dem allerdings ein Fazit feststehen wird. Als Zeugin wird Fenellla nicht angesehen. An diesem Tag wird es noch eine Tragödie geben. Das was Fenella jedoch erzählen will, wird nicht für bare Münze genommen. Sie sei zu jung gewesen und könne sich nicht erinnern, werden die Leute sagen. Damit haben sie jedoch nicht recht. Alles sitzt jedoch tief in ihrer Seele fest. Für alle Zeiten wird dort jedes Detail zu finden sein. Der Sommertag dieser Zeit besaß keine besondere besondere Kraft. Ein Mantel bot an diesem Tag, da der eine oder andere Windstoß zu erwarten war. Dieser sollte auch die Stadt einhüllen, die für diesen Tag ein besonderes Ereignis erwartete. Schließlich sollte der Stapellauf der Mary Rose stattfinden. Zudem war es der Tag, an dem König Henry der Achte seiner Stadt einen Besuch abstatten würde. Auch wenn Fenella vielleicht nicht das wichtigste Mädchen der Stadt war, so wusste sie doch, wie die Stadt zu ihrem guten Ruf gekommen ist. Es war das Trockendock, welches die Stadt zu dem machte, was sie damals war. Nun war die Mary Rose fertig und sollte ihren Segen vom König persönlich erhalten. Auf diesen Tag warteten auch Fenella und ihre beiden Freunde. Bekannt waren sie auch als die Werftkinder. Schließlich wuchsen sie in der Umgebung der Docks auf. Täglich wurden sie mit Winden, Sägen und Kränen konfrontiert. Dort gibt es Verstecke, in die sie sich zurückziehen können. Sie entwickeln ihre eigenen Geschichten von einer Zeit, in der sie als Helden über die Meere segeln. Nun werden sie miterleben, wie die Mary Rose auf ihre erste Fahrt geht. Das Ziel der Reise war London. Im Hafen der Stadt sollte die Rüstung für den Kriegsdienst und die Auftakelung erfolgen.

Mehr zur Autorin

Geschrieben wurde das Buch von Charlotte Lyne, die in Berlin geboren wurde und heute in London lebt. In Berlin studierte sie italienische Literatur, Anglistik, Latein und Germanistik. Sie studierte diese Fächer ebenso in Neapel und London. Inzwischen arbeitet sie als Lektorin, Übersetzerin und Autorin. Das Thema des Buches stellt das Segelschiff dar, wozu Charlotte Lyne schon immer eine gewisse Affinität hatte.

Weitere Titel der Autorin

  • Glencoe
  • Kains Erben
  • Das Mädchen aus Bernau

Fazit

Die Zusammenarbeit mit dem Mary Rose Trust zeigt auf, wie intensiv sich die Autorin mit ihrem Werk beschäftigt hat. Zu spüren ist dies in vielen Zeilen der einzelnen Kapitel. Sie schildert einen Zeitraum von 34 Jahren, indem der Leser ziemlich authentisch zur Begleitperson der Werftkinder wird. Dabei ist es zudem interessant, die Entwicklung der Hauptcharaktere mitzuerleben. Natürlich gehen sie, wie es im heutigen Leben noch immer der Fall ist, durch eine sehr turbulente Zeit. Dies hat die Autorin in einer sehr flüssigen Schreibweise ausgeführt. Es liest sich so angenehm, dass man gern in das Mittelalter eintaucht und sich in die Zeit der Mary Rose entführen lässt. Schließlich hat eben die Autorin durch die Zusammenarbeit mit dem Trust einen sehr realistischen Einblick entstehen lassen. Dies macht neugierig auf die anderen Werke von ihr. (Marina Teuscher – 12.01.2015)