Dieter Nuhr – Der perfekte Tag

Einst hat der beliebte Künstler Geschichte und Kultur studiert. Mittlerweile begibt er sich regelmäßig seit 20 Jahren auf Tour. Seine Soloprogramme sind in schöner Regelmäßigkeit ausverkauft. Seine Arbeit wurde auf besondere Weise gewürdigt. Zum einen hat er den deutschen Kleinkunstpreis  in der Sparte Kabarett erhalten. Des Weiteren erhielt er den deutschen Comedypreis. Sein intelligentes Kabarett in Kombination mit seiner Selbstkritik brachten ihm dem Jakob-Grimm-Preis „Deutsche Sprache“. Geschrieben hat er vor einiger Zeit das Buch „Der ultimative Ratgeber für alles“. Zu finden war das Buch auf der Bestsellerliste des Spiegels für insgesamt 79 Wochen. Nun liegt sein neues Werk „Der perfekte Tag“ vor.

Die Einleitung im Allgemeinen

Bei dem Buch des Künstlers geht es um die elementaren Fragen des Seins. Er geht dieses mit seinem unnachahmlichen Charme an. Dabei geht es zum Beispiel um das Leben in der Urzeit ohne einen QR-Codescanner? Wie lebte es sich zudem ohne die Wasserwaage und oh ne die Wetter-App für das Smartphone. Warum findet jedes Jahr die Wahl zum hässlichsten Hund der Welt statt. In seinem Buch nimmt Dieter Nuhr

Der tiefere Blick in die Geschichte

Zunächst wird im Prolog ein Sprichtwort betrachtet, welches im Volksmund sehr geläufig ist. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Doch Dieter Nuhr kann dem nicht so recht zustimmen. Schließlich hat der Volksmund nicht immer recht. Manchmal hat der Volksmund noch nicht einmal Ahnung, um was es geht. Er ist der Überzeugung, dass der Tag ruhig schon einmal vorher gelobt werden darf. Dies kann der Moment sein, wenn beim Frühstück die Nachricht von einem Gewinn beim Lotto winkt. Neben weiteren Gedanken, beschäftigt er sich damit, dass er liegt. Der Tag ist noch recht jung, so dass er sich noch einmal umdrehen kann. Und schon kommt ihm die nächste Weisheit in den Sinn. Solange der Bär nicht erledigt wurde, sollte das Fell nicht verteilt werden. Neben dem Bärenfall und der Tatsache, dass am Zooeingang kleine Schrotflinten abgenommen werden, beschäftigt er sich glatt noch mit einer anderen These. Zudem sieht er auch in jedem Tag die Chance und nicht das Risiko. Daher entschließt er sich noch einige Thesen zu durchdenken, bevor der Blick auf ein Wohnzimmer fällt.

Und dann beginnt die Handlung seines perfekten Tages. Es ist 7.30 morgens. Viele große Taten sind es, die ein Mensch vollbringen kann. Liegen ist jedoch etwas, das er perfekt beherrscht. Dabei ist jedoch das Leben als Zweibeiner davon bestimmt, tagsüber nicht umzufallen. Auch muss er darauf aufpassen, nicht gegen den Tisch zu stoßen. Eine besonders labile Stelle ist dabei der kleine Zeh, an dem sich oft blaue Flecken zeigen. Er schildert einen seiner Träume, in denen ein Supermarkt im Mittelpunkt steht. Eine Minute später ist er wach, wobei ihm als erstes die Frage einfällt, ob Jesus Nichtraucher ist. Vermutlich ist dies die Folge eines Traumes. Dann beschäftigt er sich mit einigen Menschen, die es gut verstanden haben, auf Nikotin zu verzichten – nun ja zumindest wenn sie schließen. Seine Gedanken gehen dahin, dass Menschen süchtig sind. Es zieht diese nach seiner Meinung zum Glücksspiel, zum Nasenspray oder zum Qualm. Das hängt auch mit dem Bewußtsein zusammen, in dem es oft zur Verrichtung von Gewaltherrschaft durch Triebe kommt. Diese zeigen sich mit dem Spiel am Automaten, Schokolade fressen oder beim Rauchen. Er spricht dann auch ferner davon, dass Spielsucht unter Weichtieren wenig verbreitet sei. Auch kommt er auf Tintenfische zu sprechen und bezieht sich auf deren hochentwickeltes Gehirn. Etwas später spricht er von der Ungewißheit, die das Leben zu 98 Prozent beherrscht. Der Rest wäre Stoffwechsel. Auf bestehende Fragen werden Antworten gefunden. Allerdings folgen daraus wieder neue Fragen. Daher beschäftigt er sich mit Themen wie dem BMI-Body Mass Index.

Mehr zum Autor

Im Rahmen seiner langen Karriere hat Dieter Nuhr eine Reihe von Preisen erhalten. Der Auszeichnungsreigen begann im Jahr 1998 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis. Das Jahr 2000 brachte ihm den Bayerischen Kleinkunstpreis sowie die Morenhovener Lupe ein. Ferner erhielt er viermal den Deutschen Comedypreis. Außerdem erhielt er eine Platin-Schallplatte sowie eine Goldene Schallplatte.

Fazit

Es ist schon beachtlich, wie Dieter Nuhr die Fans immer wieder auf’s neue in seinen Bann zieht. Dies gelingt ihm jetzt wieder mit seinem Buch. In diesem Fall wird manchem erst einmal deutlich, über was man sich eigentlich erst Gedanken macht. Dabei handelt es sich um die Gedanken, die ständig im Unterbewusstsein da sind und die man trotzdem nicht so richtig wahrnimmt. Das verblüffende ist, dass er auf Gedanken kommt, die einem selbst so fern sind. Und doch sind sie auch wiederum nah. Insofern erwartet die Fans von Dieter Nuhr einmal mehr viel Lesespaß. (Marina Teuscher – 23.11.2015)