Die Sünden meiner Väter

Es gibt kleine und große Geheimnisse in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens. Auf beruflicher Ebene gilt es in der Regel viele Geheimnisse zu wahren. Dazu erfolgt stets eine Verpflichtung auf schriftlicher Basis. Bei deren Nichteinhaltung droht den vertragsbrüchigen Parteien eine mitunter empfindliche Strafe. Außerdem gibt es kleine Geheimnisse, die mitunter niemand erfährt, da dies kleine persönliche Schwächen sein können. Und doch hat mancher auch Geheimnisse, die niemals ans Tageslicht kommen sollen. So ergeht dies jedenfalls Oliver.

Die Einleitung im Allgemeinen

Oliver Ryan steht im Mittelpunkt der Geschichte. Das Leben scheint für ihn perfekt zu verlaufen. Er schreibt Kinderbücher, die Begeisterung bei Groß und Klein hervorrufen. Er besitzt einen großen Bekanntenkreis, was er seiner Begabung als Gesprächspartner zu verdanken hat. Da ist außerdem noch seine Ehefrau, die ihm treu ergeben ist. Sie leben in einem Vorort von Dublin. Allerdings verändert sich an einem Abend alles. Als er fertig ist, hat er seine Frau ins Koma geprügelt. Das Problem liegt vor allem darin, dass er viele Geheimnisse hat. Er wird sie verteidigen. Das ist es ganz egal, was es kostet.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Die Schilderung der Geschichte erfolgt aus der Sicht verschiedener Personen. Zunächst beginnt die Geschichte mit der Erzählung von Oliver. Erwartet hatte er eine stärkere Reaktion. Schließlich war es das erste Mal, dass er zuschlug. Während Oliver sehr überrascht war, schien sich Alice nicht einmal zu wundern. Still ertrug sie die Schläge von Oliver und starrte ihn einfach an. Er selber hat nicht geglaubt, dass es dazu kommen könnte. Auch hatte er nie geglaubt, dass es soweit kommen könnte. Nach seinen Gedanken kommen ihm dabei eher die 50er Jahre ins Gedächtnis. In dem Fall kommt ein Man nach der Arbeit sturzbetrunken nach Hause. Dessen Ehefrau hat das Essen kalt werden lassen und schon gehen dem Mann die Nerven durch. Doch inzwischen bricht in einigen Wochen das Jahr 2013 an. Der Abend ist daher von winterlicher Stimmung angehaucht. Das von Alice zubereitete Mahl war äußerst köstlich. Dann allerdings servierte Alice die Biskuitrolle mit Himbeeren. Plötzlich lag Alice auf dem Boden, wobei Oberkörper, Arme und Kopf seltsam verrollt waren. Dann fragt sich Oliver, was wohl gewesen wäre, wenn er das Glas beim Zuschlagen noch in der Hand gehabt hätte. Wäre er beim Zuschlagen zunächst so vorgegangen und hätte das Glas abgestellt? Oder hätte er mit dem Glas zu geschlagen? Er stellt fest, dass er doch in seiner Faust erheblich viel Kraft besitzen muss. Plötzlich klingelt das Telefon, an dass er auch im Bewusstsein geht, dass es eventuell ein Fehler sein kann. Am Telefon ist Moya, die ihn nach seinem Befinden fragt. Um ein Haar hätte er gesagt, was passiert ist, konnte dies jedoch gerade noch verhindern. Stattdessen versuchte er Moya so schnell wie möglich loszuwerden. Zudem versprach er sich davon, dass Alice vielleicht eher aufstehen würde. Daher zog er sich Mantel und Handschuhe an und ging ins Nash. Nach zwei Stunden hatte er den dritten Brandy vor sich zu stehen und spürte dabei die Nervosität in sich. Das tat er auch schon in frühesten Kindertagen, wenn er nervös war. An diesem Tag stand er unter Schock. Er kämpfte mit sich, ob er Alice anrufen sollte, verwarf den Gedanken jedoch, da er sein Handy nicht dabei hatte. Allerdings sollte er nicht nur einmal zuschlagen. Schließlich saß Alice bei seiner Rückkehr wieder und hatte etwas in der Hand, weshalb sie ihn als Lügner bezeichnete. Im nächsten Kapitel fängt Barney an, seine Sicht zu erzählen. Er schildert die Welt, aus der Alice kommt. Zu finden war die Welt von Alice O’Reilly in der Avenue. Barney und seine Familie kamen dagegen aus den Villas. Die Unterschiede wurden allein schon an der Größe der Häuser deutlich. Die Häuser der Avenue waren bis zu viermal größer. Zusätzlich besaßen die Häuser große Gärten. In diesen Häusern lebten laut Barney in der Regel Schnösel. Doch bei Alice war alles ein bisschen anders.

Mehr zur Autorin

Geboren und aufgewachsen ist die Autorin im irischen Dublin. Zunächst war die Autorin bei verschiedenen Theaterproduktionen tätig. Im Anschluss daran arbeitete sie als Autorin für Radio- und Fernsehsender. Mehrfach würde ihre Arbeit mit Preisen gewürdigt. Jetzt hat sie mit „Die Sünden meiner Väter“ ihr Erstlingswerk geschrieben. Auf Anhieb erreichte sie damit Platz 1 der Bestsellerliste in Irland.

Fazit

Es ist ein Buch, das beeindruckt und an einigen Stellen irritiert. Zu dem liegt ein Stück weit eine gewisse Sozialkritik in der Geschichte. Im Vordergrund steht die Ehe von Oliver und Alice, die mit der Prügelei durch Oliver ihren unglücksseligen Höhepunkt erfährt. Besonders wirkt es sich hier aus, das Oliver seine Frau einfach liegen lässt, nachdem er sie verprügelt hat. Das er sie noch ein zweites Mal verprügelt hat. Dass er sie noch ein zweites Mal verprügelt, treibt im ersten Kapitel die Spannung auf den Höhepunkt. Was dann kommt, ist die Beleuchtung des Lebens von Oliver und Alice sowie einigen weiteren Menschen. Dabei kommen Barney, Veronique und andere Personen zu Wort. Das erinnert einen an die Beleuchtung eines Falls aus mehreren Facetten. Deutlich wird dabei, dass Oliver ein schwer einzuschätzender Charakter ist. Das macht das Buch auch wieder interessant. Doch auch wenn die Geschichte am Ende etwas klarer ist, vermag man trotzdem nicht zu begreifen, was in ihm vorging, als er das Alice antat. Allerdings lässt das Buch auch ein paar Fragen offen, da die Geschichte doch etwas unerwartet ausgeht. (Marina Teuscher – 20.07.2015)