Der Nostradamus Coup

Ein Mann, der über die Jahrhunderte von sich Reden macht, ist Nostradamus. Schließlich hat er zu seiner Zeit Thesen aufgestellt. Allerdings sind diese Thesen nicht von jedem zu verstehen. Jedoch gibt es Menschen, die sich an das Entschlüsseln dieser Thesen gemacht haben. Teilweise kamen jedoch richtige Hiobsbotschaften heraus wie die Übersetzung, die Erdbeben voraussagten. Unterstützt wird die Tiefe der Thesen dadurch, dass einige Themen beziehungsweise Ereignisse in abgeänderter Form eintrafen. Um Nostradamus geht es auch in diesem Buch.

Die Einleitung im Allgemeinen

Noch heute sind die Prophezeiungen von Nostradamus ein Thema. Ihr kryptischer Gehalt gilt als einzigartig. Dies verwundert allerdings nicht wirklich. Immerhin hatte Nostradamus die Thesen selbst gestohlen. Ihren Inhalt verstand auch er nie wirklich. Eines Tages fällt John Finch ein Notizzettel in die Hände. Dazu befinden sich einige verschlüsselte Texte. Zudem stößt John Finch auf das Foto eines Gemäldes. Er ahnt nicht, dass es ihn auf den Weg zu diesen Prophezeiungen führen wird. Das bedeutet auch, dass er einem Geheimnis näher kommen wird. Dieses hat einen atemberaubenden und spektakulären Charakter. Dieses Geheimnis wird ihn auf eine Verfolgungsjagd führen, die ihn durch Gebiete von Afrika und Europa führt. Als Voraussagen sind diese Thesen allerdings nicht zu sehen. Vielmehr handelt es sich um eine Schatzkarte, in deren Mittelpunkt einer der legendärsten Schätze überhaupt steht. Und dieser befindet sich mitten in Europa.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Nach der Aufführung einiger Zitate beginnt die Geschichte mit einem Prolog. Dieser führt in das Jahr 1781 zurück. Es ist der 13. Juli. Ort der Handlung ist Cambron, genauer gesagt, die Straße nach Cambron, das im österreichisch-habsburgischen Flandern liegt. Der in eingeweihten Kreisen Franksreichs als Illustrer Reisender bekannter Graf Joseph von Falckenstein lies den Kutscher anhalten. Er wolle eine kurze Pause im Wald machen. Dabei sah er seinen Mitreisenden, Fürst Charles des Ligne an. Dieser hatte eine wesentlich frischere Ausstrahlung als er sich fühlte. Falckenstein dachte noch darüber nach, ob es nicht sogar ratsam gewesen wäre, in einem nahe gelegenen Schloss Rast zu machen. Auch De Ligne äußerte sich von der Pause sehr angetan. Schließlich wäre es nicht gut, in der Hitze weiter zu schmoren. Fürst de Ligne fiel mit seiner Mähne auf, die mit ihrer grauen Farbe immer noch ungebändigt wirkte. Es handelt sich bei ihm um einen ausgezeichneten Militärexperten. Zudem erwies er sich als Diplomat sehr einfallsreich. Geschätzt wird er schließlich Biograf, Essayist und aufgeklärter Denker.Daher ist er der ideale Reisebegleiter für Falckenstein. Zu dessen Beschäftigung gehören Reisen, die ihn durch ganz Europa führen. Leider hatte de Ligne jedoch zu wenig Zeit für derartige Reisen. Schließlich pflegte der Fürst einen regen Gedankenaustausch mit den bekanntesten geistigen Größen dieser Zeit. Immerhin handelt es sich um Goethe, Rousseau oder Voltaire. Europaweit pflegte Freundschaften mit erfolgreichen Männern aus Staat und Kirche. In höchsten Kreisen war schon aufgrund seiner hohen Intelligenz besonders beliebt. Geschätzt wird außerdem sein elegant-gewandtes Auftret3en sowie seine Zunge, die manchmal doch etwas spitz ausfällt. Dann hielt die Kutsche an und ein Diener machte die Tür auf. Zuvor hatte er einen Schemel unter den Ausstieg gestellt. Die kühle Luft im Wald tat den beiden Männern gut. Und so wollten sie sich erst einmal den kalten Getränken widmen. Während der Pause gingen die Herren ein wenig spazieren. Dabei sprachen sie über den Namen Cambron, der fast wie eine Ortschaft klang, wie der Graf meinte. Daraufhin erwähnte der Fürst, das es vor allem um den Namen des Klosters ging, das als Abtei „Notre Dame de Cambron“ bekannt wurde. Zur Gründung kam es im Jahr 1148 durch die Zisterzienser. Der Fürst wunderte sich, das de Ligne ihn damit konfrontierte. Daraufhin begann der Graf etwas ausführlicher zu erzählen. Das Gespräch ging noch eine Weile weiter und führte zu einem Yves Lessins. Von ihm stammt eine Geschichte über den Templarorden. Diese Geschichte ging einst verloren und wurde wieder gefunden. So erzählte man es sich. Als Erwiderung darauf erklärt de Ligne ihm, dass der Text des Prior wohl nach der Fertigstellung verschwand. Erst etwa zwei Jahrhunderte später tauchte der Text in einem anderen Teil von Europa wieder auf. Von dort trat der Text seinen Siegeszug an, so dass mittlerweile weltweit darüber gesprochen wird. Der Verfasser wurde zur Legende und ist inzwischen als Nostradamus bekannt.

Vom Jahr 1781 kommt es nun zu einem Sprung ins Jahr 2014. Der Blick wird in den Schweizer Kanton Tessin gerichtet. Dort läuft gerade ein Countdown. Es sind noch 14 Minuten und 20 Sekunden. Eine romantische Stimmung umgab den Luganer See, der sich langsam mit einer tintenblauen Farbe zeigte. Auf dem Rücksitz von einem schwarzen Mercedes Bus saß ein Mann und konzentrierte seinen Blick auf das Display, auf dem Glastüren sichtbar waren. Etwas später zeigten sich Bilder von einem eleganten Wohnzimmer auf dem Display. Es war der Auftakt zu einer Aktion, die vier Menschen auf eine Verfolgungsjagd führt.

Mehr zum Autor

Geboren und aufgewachsen ist Gerd Schuldorfer in Wien. Seine Karriere begann er als Journalist und Chefreporter. Tätig war er für verschiedene Dokumentationsreihen im TV. Mittlerweile hat er sich auf das Schreiben von zahlreichen Thrillern und Sachbüchern verlegt. Ihm gefällt die Rolle als Weltenbummler. Daher hat er schon mehreren Orten in Europa gelebt. Des Öfteren geht er für ein Buch auf Reisen.

Fazit

Thriller mit der Kombination mit Blick auf mehrere Jahrhunderte zurück und der heutigen Zeit bieten in der Regel ein recht spannendes Potential. Deutlich wird es bei diesem Roman schon anhand von Nostradamus, der mit seinen geheimnisvollen Zeilen so viel Aufsehen seit vielen Jahrzehnten erregt. Immerhin handelt es sich um jeweils 100 zusammengefasste Vierzeiler, die eine hohe prophetische Aussagekraft haben. Nostradamus wird nun auch zum Mittelpunkt in der Geschichte, da der Blick von den Hauptfiguren auch immer wieder in die Vergangenheit fällt. Dabei ist die Geschichte recht fließend aufgebaut und lässt nur wenig Lücken zu. Dies wird schon im Prolog deutlich, wo sich herausstellt, das die Geschichte um Nostradamus doch etwas geheimnisvoller ist. Auf gleicher Ebene geht es auch im heutigen Jahrhundert geheimnisvoll weiter, was zu einigen Verwicklungen führt, die recht spannend aufgebaut sind. Dabei ist dem Autor seine Erfahrung anzumerken, da es sich ja um den dritten Roman handelt. Mag die Story an einigen Stellen vielleicht auch sehr komplex sein, so ist sie lesenswert und bietet mit Nostradamus viel Potential für interessante Diskussionen. (Marina Teuscher – 20.12.2016)