Der Concierge

Beim Concierge war einst in Frankreich die Rede vom Pförtner oder vom Torhüter einer Burg. Zu Zeiten von Hugo Capet oder Ludwig XI wurde von hohen Beamten eines Könighauses gesprochen. Auch heute noch wird ein Pförtner oder Hauswart damit bezeichnet. Allerdings gelangt dieser Titel auch in der Luxushotellerie zum Einsatz. Im Mittelpunkt der Arbeit steht ein sehr persönlicher Service des Hotels, der auf die speziellen Bedürfnisse der Gäste ausgerichtet ist. Dabei handelt es sich um Gäste mit einer hohen Kaufkraft sowie um VIPs. Eine seiner Aufgaben liegt zudem in der Überwachung der Hotelhalle. Um einen derartigen Concierge handelt es sich bei Jürgen Carl. Seine Erlebnisse hat er nun aufgeschrieben.

Die Einleitung im Allgemeinen

Es stellt sich die Frage, wo die wahre Bescheidenheit zu finden ist. In den Mittelpunkt rückt ein mitten im Frankfurter Bankenviertel gelegenes Fünf-Sterne-Hotel. Dort arbeitet Herr Carl als Chefconcierge im Frankfurter Hof. Er kümmert sich um die Wünsche von anderen Menschen. Da spielt es keine Rolle, wie ausgefallen diese sind. Ohne Vorliegen eines Rezeptes ein rezeptpflichtiges Medikament? Die englische Cricketliga und ihre Ergebnisse? Für Jürgen Carl stellt dies kein Problem dar. Sein Job macht ihm Spaß. Nun spricht Jürgen Carl über seinen Weg zum richtigen Platz des Lebens und zum Glück. Zu dem spricht er darüber, was ihn bewegt, noch mit 75 Jahren dieser Arbeit nachzugehen.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Insgesamt gibt es acht große Kapitel im Buch. Mit dem ersten Kapitel erfolgt der Blick auf Felix Carl oder die Halle. Doch zunächst einmal betritt der Concierge mit seinen Lesern den Entree. Er liest gerade ein Buch, das ihn in die Welt Kronsaals entführt. Es ist die Welt eines der Grandhotels, von denen er annimmt, dass er sie nie sehen wird. Doch erfahren hat er von dieser Welt über Felix Krull. Genauer gesagt war es das Buch „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Und doch verspürt er beim Lesen des Buches eine gewisse Sehnsucht in sich. Etwas später geht es mit dem Hotel weiter, in dem Jürgen Carl arbeitet. Es handelt sich um ein Fünf-Sterne-Hotel. Daher wissen viele Gäste schon, was sie einem derart großen Haus erwarten. Sie sollen und wollen sich dort fühlen, als wären Sie zu Hause. Daher hat sich längst ein fester Ablauf etabliert, wenn Gäste neu ankommen. Planmäßig begrüßt der Wagenmeister die Gäste und nimmt ihnen das Gepäck ab. Mitunter fährt der Wagenmeister sogar das Kraftfahrzeug weg. Es gibt allerdings Gäste, die zunächst den Kontakt zu Jürgen Carl suchen. Einige Gäste umarmt er dabei schon einmal, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum kennen. Dann blickt er auf die Anfänge zurück, um einige Zeit später wieder auf die Gäste der heutigen Zeit zu sprechen. Sie führen scheinbar ein tolles Leben. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dies wirklich so ist?

Mehr zum Autor

Geboren wurde Jürgen Carl im Jahr 1939 in schlesien. Nach dem Volksschulabschluss schloss er eine Gärtnerlehre ab und arbeitete zunächst als Gärtner. Seit dem Jahr 1966 arbeitet er im Steigerberger Hotel „Frankfurter“. Dort begann er zunächst als Kofferträger. Er schaffte es, sich bis zum Chefconcierge hoch zu arbeiten.

Fazit

Es sind sehr schöne Geschichten, die man sich teilweise sehr gut in dieser Atmosphäre vorstellen kann. Schließlich ist der Luxus des Hotels schon von außen sichtbar. Zudem ist es eine altbekannte Tatsache, dass Menschen mitunter die merkwürdigsten Wünsche haben können. Dies ist vor allem dann der Fall, je mehr man im Leben kennen gelernt hat. Insofern ist es schön, dass Jürgen Carl Menschen die Möglichkeit gibt, einen etwas tieferen Einblick in die Welt des Concierge zu gewinnen. Amüsante Geschichten und auch wichtige Lebensweisheiten machen das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. (Marina Teuscher – 20.07.2015)