Alles zu meiner Zeit

Dass der Alltag einzelne Menschen immer mehr in Beschlag nimmt, wird immer mehr Menschen klar. Teilweise ist eine hohe Aufmerksamkeit gefordert. So bleiben mitunter einige Sachen liegen, weil deren sofortige Erledigung unmöglich ist. Einige Menschen haben sich allerdings das Aufschieben von wichtigen Dingen zur Angewohnheit gemacht. Es ist dabei nicht relevant, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht. Vielleicht fehlt einem mitunter auch der Antrieb. Inzwischen ist diese Gabe sogar schon von der Wissenschaft untersucht worden. Wissenschaftler Dr. Piers Steel hat sich diesem Thema ebenfalls in dem Buch angenommen.

Die Einleitung im Allgemeinen

Trödeln liegt in der Natur des Menschen und gehört einfach zum Leben. Wer kennt das nicht von der Steuererklärung? Und da ist doch noch das Zeitungs-Abo, das noch immer nicht gekündigt ist. Wenn es um unangenehme Erledigungen geht, kommt es oft zu einem Aufschieben. Das pikante daran ist, das sich mitunter ein schlechtes Gefühl einstellt.

Über dieses Verhalten kann Dr. Piers Steel berichten. Auf diesem Gebiet handelt es sich bei ihm um eine Koryphäe. Dies gilt sowohl für seine private Rolle als auch für die Position als Wissenschaftler. Er beleuchtet in dem Buch, warum getrödelt wird und was im Gehirn in diesem Fall passiert. Zudem weiß er darüber zu berichten, wie ein Gegensteuern bei dem natürlichen Verhalten möglich ist.

Der tiefere Blick in die Handlung

Zunächst folgt das Wort vorab. Darin nimmt der Autor dazu Stellung, dass das Aufschieben für ihn das Thema in seinem Leben überhaupt sei. Und das gilt für den Beruf ebenso wie für das Privatleben. Das hat ganz handfeste Gründe. Schließlich besteht zwischen Forschung und Selbsterfoschung eine enge Verbindung. Wissenschaftler zeichnen sich stets durch eine besondere Vertrautheit mit ihrem Forschungsgebiet aus. Es sind die eigenen Probleme, die zur Untersuchung gelangen. Wie sich chronische Aufschiebereien anfühlen, kann der Autor daher sehr gut nachempfinden. Inzwischen ist es die Aufschieberei, die ihn weit vorangebracht hat. Schließlich coacht er angehende Manager. Des Weiteren sind alle möglichen Auszeichnungen und Urkunden an der Wand in seinem Büro zu finden. Diese erhielt er für seine Arbeit in Bezug auf Lehre und Forschung. Trotzdem war er sich über eines im klaren: Sein Potenzial sah er zu einem Großteil ungenutzt verkümmern. Ständig hatte er den Vorsatz sich zu verändern. Allerdings hielt er den Vorsatz nicht durch. Eigene Unzulänglichkeiten wurden ihm in mancher Situation vor Augen geführt. Besonders war dies beim Kennen lernen von Leuten der Fall, die es weiter als er gebracht haben. Er wurde entmutigt und spürte ungerechte Ressentiments in sich. Allerdings interessierte er sich für das Thema „Bewirken von Veränderungen“. Schrittweise setzt er die Erkenntnisse aus seiner Arbeit für sein Leben in die Praxis um. Nach einigen weiteren Worten beginnt in Kapitel 1 das Porträt eines Aufschiebers. Darin wird ein Zitat von Mark Twain aufgeführt. Danach soll man nichts auf morgen verschieben, was Du auch auf übermorgen verschieben kannst. Dann beginnen die Ausführungen, die sich um alle Versprechen drehen, die Menschen sich gegeben haben, zu deren Einhaltung es aber nie kam.

Mehr zum Autor

Human Resources und Organisationslehre sind die Fächer, die Dr. Piers Steel lehrt. Seinen Sitz hat er an der University of Calgary, wo sich die Haskayne School of Business befindet. Natürlich finden seine Werke auch Aufmerksamkeit in den Medien. Dies gilt für die USA und Kanad, die über seine bisherigen Arbeiten schon berichtet haben. Bei den Medien handelte es sich um Magazine wie Scientific American, The New York Times und Business Week.

Fazit zum Buch

Dr. Piers Steel spricht damit ein interessantes Thema an. Es dürften sich einige in dem Buch wieder erkennen. Wobei die Aufschieberites ein Thema ist, das in seiner Komplexität nicht zu unterschätzen ist. Mitunter sind es auch einfach die Umstände, weshalb die Beschäftigung mit einzelnen Themen nicht möglich ist. Was es alles noch zu sagen gibt, zeigt er in Kapiteln wie „Der Preis der Ablenkung“, „Mit Optimismus ans Werk“ oder „Alles zu seiner Zeit“ ein. Es ist allerdings beeindruckend, in welchem Umfang zu dem Thema wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen. Dabei handelt es sich mitunter um Dinge, die einem als recht normal erscheinen. Das zeigen eine Reihe von Fußnoten, die im Anhang auf etwa 40 Seiten zu finden sind. (Marina Teuscher – 11.01.2016)