Agatha Raisin und die tote Urlauberin

Die privat ermittelnde Agatha Raisin trägt einen Vornamen, der ihr alle Ehre macht. Sie ist Namensvetterin von Agatha Christi, der beliebten britischen Autorin. Einen Namen hat sich diese besonders durch ihre Figur Miss Marple gemacht. Es kam seinerzeit zur Verfilmung von vier Geschichten, für deren Hauptrolle Margaret Rutherford verpflichtet wurde. Der Unterschied zwischen Miss Marple und Agatha Raisin liegt in etwa sechs Jahrzehnten. Die von Agatha Christie erschaffene Miss Marple ermittelt in den Jahren um 1958. Dagegen ermittelt Agatha Raisin in der heutigen hektischen modernen Welt.

Die Einleitung im Allgemeinen

Agatha kann es nicht fassen. Sie ist mit James verlobt. Doch scheint dieser nicht glücklich zu sein. Sonst wäre er nicht einfach verschwunden. Nun hat er sich nach Zypern geflüchtet, was auch nicht gerade in der Nähe ist. Das bizarre daran ist, das es sich um den Ort handelt, wo James und Agatha ihre Flitterwochen verbringen wollten. Dann jedoch lies James die Hochzeit einfach platzen. Allerdings will Agatha nicht so einfach zuschauen, wie ihr Glück zerplatzt. Und das wäre auch so gar nicht ihr Stil. Daher packt sie einfach ihre Koffer und tritt die Reise zu James an. Was sich Agatha in ihren Vorstellungen so schön ausmalt, tritt jedoch nicht ein. Der Traum von einer romantischen Versöhnung platzt. Urlauber und ein Mörder halten sie schon bald in Atem.

Der tiefere Blick in die Handlung

Agatha Raisin hat in der letzten Zeit unglaublich viel erlebt. Bereits fünf Fälle hat sie gelöst, seit sie ihre Agentur verkauft hat. Doch zurzeit ist sie einfach nur irritiert und verwirrt. Zudem fühlt sich Agatha ziemlich unglücklich. Immerhin ist es noch gar nicht solange her, dass ihre Hochzeit geplatzt ist. Sie wollte ihren Nachbarn James Lacey endlich heiraten. Doch da war plötzlich ihr Ehemann aufgetaucht. Da sie nie wieder etwas von ihm gehört hat, ging sie davon aus, dass er tot sei. Umso größer ist der Schock für sie. Es soll allerdings nicht lange dauern, bis der Verdacht sich doch noch erfüllt und James umkommt. Die Hoffnung, dass die Aufklärung des Falles sie und James wieder enger zusammenschweißt, erfüllt sich nicht. Doch ihre frühere berufliche Erfahrung weckt den Geist in ihr, um James zu kämpfen. Er hatte sich nach Zypern verzogen. Agatha war der Überzeugung, dass sie James im Norden der Insel finden würde. Genau dort wollten James und Agatha ihre Flitterwochen verbringen. Gerade als sie ihre Kleider für die Reise aussucht, kommt Mrs. Bloxby. Die beiden Frauen kommen über den Umfang des Gepäcks ins Gespräch, wobei Mrs. Bloxby nicht über den Anlass der Reise begeistert ist. Sie hält eh nicht so viel von ihm, da er Kälte ausstrahlen wurde. Zudem sei es eine alt bekannte Weisheit, das Männer nicht davon begeistert seien, wenn man ihnen hinterher jagt. Allerdings sei es ohnehin an der Zeit, das Agatha in Urlaub fährt. Dieser Chance wollte sich Agatha nicht berauben lassen. Schließlich war Carsely für sie ohne James nicht mehr der gleiche Ort. Es kam ihr alles so langweilig vor, seit dem James nicht mehr da war. Doch als sich Agatha fast im Aufbruch befand, klingelte es an der Tür. Detective Sergeant Bill Wong kam und wurde von Agatha hineingebeten. Selbst Sergeant Wong hat seine Zweifel an Lacey. Jedoch spürt er, dass sich Agatha nicht vom Reisen abhalten lassen wird. Und so tritt sie die Fahrt zum Flughafen Stansted an. Die Atmosphäre ist dort viel ruhiger als in Heathrow, wo manchmal schon das blanke Chaos regiert. Als die Maschine  dann endlich auf Zypern gelandet war, gab es viel Applaus. Nach den ganzen Einreiseformalitäten freut sich Agatha nur noch auf das Hotel. Doch die Abenteuer sollen schon bald auf sie zukommen.

Mehr zur Autorin

M.C. Beaton alias Marion Chesney hat mit ihren Büchern Geschichte geschrieben. Schließlich hat sie mit Krimireihen Karriere gemacht. Da ist zum einen die Reihe um Hamish Macbeth, einem schottischen Polizisten. Weit mehr als 25 Fälle hat der Polizist schon gelöst. Ebenso viele Fälle hat Agatha Raisin bereits gelöst, von der jetzt das 6. Buch im deutschsprachigen Raum erschienen ist.

Fazit

Mit diesem Krimi ist der Autorin eine interessante Geschichte gelungen. Es nimmt zwar etwas gemächlicher seinen Anfang und doch bekommt die Handlung eine gewisse Spannung. Das liegt auch an der Berücksichtigung der zwischenmenschlichen Ebenen der heutigen Zeit. Insofern passt sich die Autorin der heutigen Zeit an. Letztendlich ist der Band jedoch nicht ganz so effektvoll wie der vorherige Band, sollte aber Fans anziehen, die alle vorherigen Bände schon gelesen haben. (Marina Teuscher – 23.11.2015)