Testament

Bezogen auf den religiösen Sinn wird eine Vision als ein bildhaftes Erleben mit subjektiven Charakter gezeigt. In diesem Fall ist sinnlich etwas nicht Wahrnehmbar. Allerdings erscheint es der Person, die das erlebt, als real. Im Normalfall wird dieses Geschehen einer jenseitigen Macht zugeschrieben. Mitunter können dabei auch Höreindrücke auftreten. Dabei gibt es allerdings verschiedene Visionsarten, zu denen die Vision im Rahmen eines Traumes gehört. Visionen stehen ebenfalls im Mittelpunkt des Buches „Testament“, das inzwischen im Handel erhältlich ist.

Die Einleitung im Allgemeinen
Unerklärliche Visionen haben Menschen schon auf der ganzen Welt erlebt. Sie äußern sich in den unterschiedlichsten Versionen. So befindet sich eines Tages ein Polizeibeamter in der Küche. Dort erblickt er plötzlich den Geist seiner Frau. Dann kommt es zum Absturz eines Passagierflugzeuges. Dies ist die Folge eines Ausweichversuchs des Piloten vor einem Vulkan. Laut der Karte dürfte dieser allerdings gar nicht vorhanden sein. Ein besonderes Erlebnis erwartet die Menschen in Israel. Dort teilt sich nämlich das rote Meer. Natürlich gibt es Menschen, die sich zum Geschehen äußern. Wissenschaftler sehen die Ursache in einer Virus-Epidemie. Anders gehen die fanatischen Religionsanhänger ans Werk. In diesem Moment kommt der Psychologe John Macbeth ins Spiel. Er beginnt mit den Untersuchungen des Phänomens. Dabei macht er eine Entdeckung, die unfassbar ist.

Der tiefere Einblick in die Geschichte
Nach zwei kurzen Erklärungen, die sich auch der Frage widmen „Was wäre, wenn ich nur in Ihrem Kopf existiere?“, erfolgt die Einleitung über einen Prolog. Dort wird über psychiatrische Probleme diskutiert, bevor die Geschichte mit weiteren Einleitungen fortgesetzt wird. Zunächst steht Marie Thoulouze im Mittelpunkt. Sie befindet sich an einem Ort, wo gerade Geschichte geschrieben wird. Dort wird es wie bei einem plötzlichen Wetterwechsel ziemlich kalt. Dabei steht die Sonne noch immer am Himmel. Jedoch haben sich neben der Temperatur auch die Konsistenz, die Feuchtigkeit und der Luftdruck verändert. Zurzeit befindet sie sich nicht allein in Vieux-Marche. Es hat sich bereits eine größere Menge dort versammelt. Zu finden ist sie dort eher in hinteren Reihen. Dies ist vor allem schon deshalb so, da sich auf dem Gelände all die Gerüche der Menschen vereinen, was zu einer noch schlechteren Luft führt. Während ein Wagen über den Platz poltert, hat Marie zwischenzeitlich das Gefühl, als wäre sie dort schon einmal gewesen. Dann geht sie weiter und sieht dort englische sowie burgundische Soldaten. Auch als sie weitergeht, bekommt sie die ganze Zeit die Geräusche mit, die vom Mob kommen. Schließlich warten sie alle auf das Ereignis, das unmittelbar bevorsteht. Bei diesem Ereignis geht es immerhin um Johanna von Orleans. Das, was Marie dort sieht, wird sie mit der Kamera ihres Handys festhalten. Allerdings stellt sich eine Frage. Wie ist sie überhaupt in diese Zeit gelangt?

Wichtige Zitate, bevor die Geschichte losgeht:

Zitat Anfang: „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.“ Zitat Ende – Hebräer 11.3

Zitat Anfang: „Die Sinne können uns von Zeit zu Zeit trügen, daher ist es ratsam, nicht an etwas zu glauben, dass uns bereits einmal in die Irre geführt hat.“ Zitat Ende Rene Descartes

Zitat Anfang: „Jeder, der nicht über die Quantentheorie entsetzt ist, hat sie nur noch nicht verstanden.“ Zitat Ende Niels Bohr

Und dann geht die Geschichte erst richtig los. Das Starren ist es, womit alles beginnt. Doch es gab noch andere besondere Dinge neben dem Starren. Von fernen Orten kommen seltsame Berichte. Ereignisse treten teilweise gehäuft auf und stürzen die Wissenschaftler weltweit in Aufregung. Darunter befindet sich ein französischer Teenager, der behauptet, das er eine Vision von Johanna von Orleans hatte. Sie befand sich zudem Zeitpunkt auf dem Scheiterhaufen. Eine andere Frau übergoß sich vor dem schweizerischen CERN in aller Seelenruhe mit Benzin. Ins Gespräch kam dabei wieder John Astor, von dem niemand weiß, ob es ihn wirklich gibt. Doch auch Psychiater wie John MacBeth haben kein leichtes Leben. Sie werden täglich mit vielen Dingen konfrontiert, zu denen auch nicht immer die nicht ganz normalen Dinge des Lebens gehören.

Oh ja, bei dieser Geschichte merkt man schon nach wenigen Seiten, dass sie voller mystischer Züge ist. Und das zieht sich in angenehmer Weise durch das ganze Buch. Genau das ist das reizvolle an dem Buch, weil es zugleich in der heutigen Zeit und doch wieder in der Vergangenheit spielt. Andererseits kommen bei dem Thema eine Reihe weiterer Facetten ins Spiel wie beispielsweise die Zeitreisen. Dazu kommen die ganzen Fakten, die teilweise wissenschaftlich betrachtet werden. Das macht das Buch für viele Genre-Liebhaber interessant. Zudem gibt es mit 65 Kapiteln eine recht ansprechende Einteilung des Buches. Kombiniert wird dies mit einer ansprechenden Cover-Gestaltung, die passend auf einen richtigen Thriller verweist, da das Cover auch etwas mysteriöses hat – als würden dabei zwei Kräfte aufeinanderprallen. (Marina Teuscher – 19.11.2014)