Luise Koschinsky

Es handelt sich um eine Figur, die von Hans Werner Olm ins Leben gerufen worden ist. Er selber arbeitet als Kabarettist sowie als Schauspieler und Sänger. Gleichzeitig ist er auch als Synchronsprecher tätig. Mitte der 70er Jahre zog der gelernte Konditor nach Berlin und war dort Gründungsmitglied der Gebrüder Blattschuss. Neben seiner Arbeit als freier Stand-up-Comedian war er unter anderem auch in Filmen zu sehen. Mit seiner wöchentlichen Personality-Show im Fernsehen startete Olm im April 2002. Dabei erfand er unter anderem die Charaktere Paul Schrader und Luise Koschinsky, was ihm zusätzliche Bekanntheit einbrachte. Jene Luise Koschinsky hat nun ein Buch geschrieben, das im Eichborn Verlag erschienen ist.

Die Einleitung im Allgemeinen
Luise Koschinsky ist eine Frau, die es gern deutlich hat. Das Rumdrucksen von anderen mag sie gar nicht. Und doch hat sie etwas nachgedacht und zeigt jetzt auch Gefühl. Über Themen wie Wellness und Fußball sowie unter anderem auch über Pubertät und Kultur macht sie sich jetzt in dem Buch so ihre Gedanken.

Der genauere Blick auf die Geschichten
In einem Kapitel behandelt Luise „Fenk Schui“ oder die Kunst, vom sehr guten Wohnen beziehungsweise Abwohnen. Sie hält das für kompletten Irrsinn, die Wohnung zu verlassen. Schließlich sind doch die Mieten so extrem hoch. Wohn, wohn, wohn, lautet ihre Devise, auch wenn dann schon einmal die Polizei und die Feuerwehr in ihre Wohnung einbrechen. Dieser Situation stand sie gegenüber, weil man sich um sie gesorgt hat. Schließlich war der Fernseher laut und es roch etwas unangenehm aus der Wohnung. Nun hat sich Luise aber auch Gedanken um ihre Gesundheit gemacht und sprach mit ihrer Freundin darüber. Die beschäftigt sich seit einiger Zeit mit Feng Shui. Immerhin ist ihre Wohnung inzwischen zur Toplage erklärt worden. Da soll natürlich auch die Einrichtung der Wohnung perfekt darauf abgestimmt werden. Unter anderem macht sich Luise dann ferner Gedanken zum genetischen Fingerabdruck, zu Wellness, zu Kochshows und zur Erotik des Wartens.

Fazit
Nun ist es langsam soweit. Ich habe das Buch von Luise Koschinsky in den Händen. Und das ist wohl doch eine schwierige Sache, hier etwas zu schreiben, wenn man die erfundene Person von Luise Koschinsky seit der ersten Stunde nicht mag. Das Buch ist definitiv nur etwas für Freunde von Luise Koschinsky, die die Jahre zusammen mit ihr verbracht haben. Vor allem muss man die Art und die Form ihrer Artikulation mögen, um an dem Buch Freude zu haben. Daher kann für die Fans auf jeden Fall eine Empfehlung ausgesprochen werden. Ich geh auch nicht vollständig mit dem Feedback konform, was eine bekannte Moderatorin auf der Rückseite geschrieben hat – dazu aber später noch mehr. Ehrlich gesagt sind mir viele der so genannten Witze etwas zu platt, weil sie auch ein bisschen einfach dem Bild der Frauen nicht gerecht wird. Ich schau Comedy auch ganz gerne, so lange das aber alles in Maßen bleibt und nicht so flach wird und teilweise tief unter die Gürtellinie geht. Wörter wie „Geflügelfleddern“ oder „Kykladenräude“ passen einfach nicht in so eine Zeit. Das sieht nicht wirklich danach aus, dass Luise nachgedacht hat. Was mich am Feedback der Moderatorin stört, ist die Tatsache, dass sie der Meinung ist, dass man Frauen braucht, die mit Sätzen wie „Scheiss die Wand an“ durch die Gegend rennen. Ich glaube, wenn man mit solchen Sprüchen bei manchen Chefs oder auch manch anderen Freunden oder Kollegen kommt, ist man nicht wirklich gern gesehen. Es ist kaum vorstellbar, dass man mit solchen Sätzen auf eine Berufserfahrung von mehr als 30 Jahren kommt. Aber derartige Sätze gutzuheißen, darf meines Erachtens in einer solch sensiblen Zeit gerade von einer Moderatorin und angesichts der Globalisierung nicht sein. Recht hat sie allerdings mit den Attributen stark und selbstbewußt. Das sind Werte, die in der heutigen Zeit stärker denn je benötigt werden. Insgesamt gesehen bleibt eben wirklich das Fazit, das Fans von Luise wohl Gefallen an dem Buch finden werden. Wer sich aber schon an dem Begriff „Deppenberuf“ – Was ist ein Deppenberuf? Ich kenne so etwas nicht.“ – und an dem Bild, was eben vielleicht unbewußt von mancher Frau durch das sehr burschikose Auftreten von Luise in der Öffentlichkeit geschaffen wird, stört, sollte lieber zu einer anderen Lektüre greifen. Möchte aber manch einer wissen, wie man doch besser nicht durch das Leben gehen sollte, dann enthält das Buch natürlich schon einige wichtige Hinweise. Allerdings gibt es noch einige Passagen, die recht ordentlich sind, wenn es beispielsweise um Fragen wie Präsidentschaft geht. (Marina Teuscher – 23.06.2014)