Kokain – Eine deutsche Dealerkarriere

Das Thema Drogen ist allgegenwärtig. Noch immer greifen viele Menschen dazu. Teilweise geschieht das möglicherweise, weil sie aus dem Alltag flüchten wollen. Das ist mit Sicherheit ein ganz falscher Weg, was viele allerdings erst spät erkennen. Manche wollen anderen Menschen etwas auf diesem Weg beweisen. Dieses Argument ist ebenso fragwürdig wie das Ziel, sich mit einer Droge die Welt einfach schön zu gestalten. Eine genauso schwierige Rolle nehmen die Drogenbosse ein. Sie haben ihre eigene Welt und ihre besonderen Spielregeln. Doch was ist, wenn sich ein Drogenboss entschließt, andere Wege zu gehen. Was geschieht, wenn eine Kooperation mit einer mächtigen Organisation zustande kommt? Bleibt dann wirklich alles so, wie die Welt für einen Drogenkönig erscheint? Diese und weitere Antworten sind jetzt in dem Buch „Kokain – eine deutsche Dealerkarriere“ zu finden.

Ein kurzes Vorwort
Für das Buch bildet eine wahre Geschichte die Grundlage. Natürlich steht der Schutz der handelnden Personen im Vordergrund. Daher kommt es bei den Orten, einigen Handlungen und Namen zu Verfremdungen. Schließlich sollen Persönlichkeitsrechte gewahrt werden. Außerdem soll Dritten keine Möglichkeit gegeben werden, die Geschichte weiter zu verfolgen. Weitere Informationen sind dem Buch zu entnehmen.

Mehr zur Einleitung
Jetzt erzählt ein Drogenboss aus der Welt des Kokains. Dieser Stoff ist für einen großen Teil der Bevölkerung mittlerweile als Droge attraktiv geworden. Deutlich wird dies an den in Umlauf befindlichen Geldscheinen. Neun von zehn Geldscheinen sind schon einmal mit Kokain in Berührung gekommen. Warum das überhaupt so ist, kann Stefan Liebert sagen. Er stammt aus einer Hamburger Kiezfamilie. Sein Aufstieg beginnt mit 18 Jahren. Er schafft zu diesem Zeitpunkt den Sprung in die High Society. Dies gelingt ihm mit Hilfe des so genannten weißen Schnees – dem Kokain – weil er diesen Stoff in großen Mengen verkauft. Bei seinen Abnehmern handelt es sich zum einen um Politiker, Ärzte und Manager. Doch auch den kleinen Leuten verkaufte er den Stoff regelmäßig. Dazu gehören Handwerker und Hausfrauen. Selber entwickelt er sich dabei ein Netzwerk, das absolut perfekt zusammen arbeitet. Dieses besteht aus Läufern und Lieferanten. Bis zu diesem Zeitpunkt verläuft alles recht gut und ruhig, so dass er sogar der Polizei entkommt. Allerdings unterläuft ihm ein „Fehler“. Er geht eine Zusammenarbeit mit der Mafia ein. Das führt zu schwerwiegenden Problemen, die sogar Freundschaften in die Krise treibt.

Der genauere Blick in die Geschichte
Im Vorwort wird zunächst erzählt, wie es zur Zusammenarbeit der beiden Autoren kam. Sie lernten sich vor einem Fitnessstudio kennen. Dabei kam zu einem ausführlicheren Gespräch. Daraus folgten einige Termine, bei denen Stefan Liebert aus seinem Leben erzählte. Diese Zeitrechnung beginnt am 1. Juli 2004. Er verspürt an den Zähnen starke Schmerzen. Zwei Wochen hat er sogar versucht, diese Schmerzen mit Kokain zu bekämpfen. Alles hat jedoch seine Grenzen, so dass er letzten Endes um einen Besuch beim Zahnarzt nicht vorbeikommt. Im Regelfall fühlt er sich als starker Mann, doch beim Besuch des Zahnarztes wird selbst ihm ein wenig anders. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen Backenzahn handelt. Dabei bietet sich ihm eine gute Gelegenheit, sich mit den letzten Wochen zu beschäftigen. Schließlich läuft doch gerade alles recht gut bei ihm – und dies obwohl er erst 19 Jahre jung ist. Trotzdem hat er den Weg bereits in die Dealerszene von Hamburg gefunden. Zudem versteht er es gut, Partys zu machen – sei es am Jungfernstieg oder in der Münchener Kaufingerstraße. Mittlerweile findet er sich in der Szene rund um den Koks so gut zurecht, da er über eine Meldung von sichergestelltem Koks nur schmunzeln kann. Dabei ist keine Rede davon, wie viel Kokain nicht sichergestellt wird. Am Abend des gleichen Tages trifft er im Bistro Chez Angelica auf den Arzt. Zu diesem Treffen erscheint er pünktlich, da er nach einem früheren Treffen mal eine deutliche Lektion aufgrund einer Verspätung erhalten hat. Fast hätte man annehmen können, dass ein Bienenschwarm sein Gesicht derartig verunstaltet hätte. Jedoch kam er zu einem Treffen mit einem Albaner zu spät. Das brachte ihm einen schmerzhaften Kontakt mit der Mafia ein.

Mehr zu den Autoren
Es handelt sich bei Stefan Liebert um ein Pseudonym. Er stammt aus Hamburg. Seinerzeit hat er ein Lebensgeständnis abgelegt. Aufgrund dieser Tatsache wurde er in die Kronzeugenregelung aufgenommen. Mittlerweile lebt er in Deutschland, wobei seine Adresse nicht bekannt ist.

Tätig ist Kajo Fritz jun. bei dem Buch als Ko-Autor. Er arbeitet als Redakteur bei Stern TV. Die grundlegenden Informationen für seine Arbeit erhielt er auf der Deutschen Journalistenschule in München. Seine Arbeitsstellen fand er beim Stern und beim Fernsehen des WDRs.
Fazit
Das Buch hat wohl eine der schwierigsten Thematiken überhaupt an sich. Schließlich geht es immerhin um Drogen beziehungsweise um Kokain. Damit steckt in diesem Thema ein unglaublicher Diskussionsstoff. Dies fängt allein beim Thema Legalisierung an. Es gibt einige Vorschläge, diesen Stoff anzuerkennen. Dazu steht Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos. Der Anteil von Kolumbien an der Produktion von Kokain beträgt schließlich 50 Prozent. Somit dürfte das Land dieser Droge doch einiges zu verdanken haben. Allerdings geht dieser Wohlstand auch zu Lasten der Gesundheit vieler Menschen. An dieser Stelle fängt ein Kreislauf an, der nachdenklich macht. Aus diesem Thema lässt sich doch so einiges auch auf andere Bereiche ableiten. Dazu kommen Informationen von Stefan Liebert, die doch einen verblüffenden Charakter haben. Man denke nur an die Geschichte, dass so viele Geldscheine mit Kokain in Berührung kommen. Außerdem ist doch einiges von den Strukturen zu lesen, die es in dieser Welt gibt. Von daher besitzt das Buch einen verblüffenden Charakter, da man es nicht möglich hält, wie viel Koks konsumiert wird und wo er zu finden ist. (Marina Teuscher – 07.11.2014)