Können Sie da mehr Volumen zaubern?

Einer der interessanten Berufe dürfte ohne Zweifel die Arbeit einer Friseurin sein. Es handelt sich dabei um ein Handwerk, das zulassungspflichtig ist. In der Regel arbeiten die Friseure im Salon vor Ort in der Stadt. Inzwischen gibt es allerdings auch immer mehr Friseure, die ihre Kunden zu Hause betreuen. Doch zu den Aufgaben der Friseure gehört noch viel mehr, wie beispielsweise das Haarefärben oder das Strähnen in Form von American Colours. Wie vielfältig die Welt von einem Friseur ist, lässt sich beim Besuch selber nicht wirklich ermessen. Dort genießt man einfach die Zeit und freut sich in der Regel über einen gelungenen Haarschnitt. Interessanter wird es jedoch, wenn eine Promifriseurin anfängt, über ihre Arbeit zu reden. Dies tut Monika Wolff in ihrem Buch „Können Sie da mehr Volumen zaubern?“

Die Einleitung im Allgemeinen
Es gibt sie – die ganz normalen Friseurläden und die Edelsalons. So ein Edelsalon befindet sich in einem Bezirk von München. Beschäftigt ist dort Monika Wolf, die aber nicht nur Friseurin ist. Vielmehr hat sie praktisch auch eine Rolle als Psychologin und als beste Freundin. Dieser Aufgabe kommt noch eine viel tiefere Bedeutung zu, da oft Damen und Herren aus der Schickeria in den Salon kommen. Diese gelten ohnehin als sehr offen. Ohne Hemmungen wird unter anderem von der Untreue der Ehemänner gesprochen. Es wird auch nicht halt davor gemacht, wenn es unter den Nachbarn zu Mißgeschicken kommt oder man selber fremdgegangen ist. Jetzt erzählt die Friseurin aus ihrem Alltag, wobei dies bissig und pointiert erfolgt. Und dabei kann sie über so einige Herrschaften etwas erzählen.

Ein tieferer Einblick in die Geschichten
Die Autorin blickt darauf zurück, wie sie denn zu ihrem Job kam. Es war bei einem Kirchgang, als sie sich im Alter von neun Jahren mit ihrer Mutter auf dem Weg zur Messe befand. Dort traf sie auf eine Dame, die mit einer fuchsroten Mähne unterwegs war. Nur zu gern hätte Monika diese Haare berührt und doch stand für Monika sofort fest, dass sie Frisurin werden wollte. Natürlich hatte sie keine einfache Zeit vor sich, da die alte These noch immer stimmt, das Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Doch nachdem sie die Ausbildung erfolgreich absolviert hat, steht ihr die Welt der illustren Kunden offen. So lernt sie dann auch eines Tages die Fürstin kennen. Für diese wurden die Termine von der Gesellschafterin vereinbart. Da hieß es natürlich, dass diese Termine unter allen Umständen stattfinden müssen. Und dann gibt es die Kunden, die anrufen und sofort einen Termin wollen. Da spielt es absolut keine Rolle, ob das Geschäft nach 20.00 Uhr geschlossen hat. Es versteht sich, dass diese Kunden auch beim Termin selber nicht gerade einfach zu nehmen sind.

Fazit
Nach dem Lesen dieses Buches dürften einige Leserinnen wohl mit ganz anderen Augen zum Friseur gehen. Schließlich steckt da ja noch eine ganze andere Welt dahinter. So vielschichtig wie die Menschen heute gestaltet sind, so erlebnisreich sind auch so manche Geschichten. Man spürt bei den Geschichten doch auch ein wenig Lust, bei so manch einem anderen Promi-Friseur hinter die Kulisse zu schauen. Sie erzählt die Geschichten recht angenehm und gibt dabei noch einen guten Einblick in ihr eigenes Leben, was zum Beispiel ihre zweite Ehe angeht oder wie sie beschloss, ihren Märchenprinzen lieber in der Realität zu suchen. Das wird nun mit interessanten Geschichten aus dem Salon kombiniert, was das Buch zu einem witzigen Leseerlebnis macht. (Marina Teuscher – 15.04.2014)