Herr Tourette auf Tour

Krank sein möchte in der Regel niemand. Schon gar nicht möchte man schwerkrank sein. Dies kann einen ziemlich an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit führen, weil viele Medikamente unter Umständen starken Einfluss auf die Psyche ausüben können. Zu den schweren Erkrankungen gehört das Tourette-Syndrom. Benannt ist die Erkrankung nach einem französischen Arzt. Es handelt sich um eine neuropsychiatrische Krankheit. Dabei wird von unterschiedlichen Einstufungen gesprochen. Im wesentlichen jedoch handelt s sich um Störungen der Entwicklung des Nervensystems, was unkontrollierte Bewegungen zur Folge haben kann. Mit dieser Diagnose wurde Pelle Sandstrak konfrontiert. Er hat inzwischen seinen eigenen Umgang mit diesem Syndrom gesucht und seine Erlebnisse auch in dem Buch „Herr Tourette auf Tour“ aufgeschrieben.

Die Einleitung im Allgemeinen
Im Mittelpunkt der Geschichten steht Pelle Sandstrak. Er ist von dem Tourette-Syndrom betroffen. Damit ist er zum einen Gesund. Und doch ist er auch wieder krank. Seine Krankheit bringt die unterschiedlichsten Eigenschaften mit sich. Einesteils ist er kreativ und spontan. Manchmal wirkt er ein bisschen gestört. Allerdings kann er unter der Tourette-Syndrom zu einer beinahe lebensgefährlichen Impulsivität neigen. Damit ist er anfällig für die etwas anderen Situationen. Trotzdem geht er weiterhin auf Reisen, die in die verschiedensten Teile der Welt führt. So lernt er Deutschland, Österreich, Afghanisatan oder die USA kennen.

Der tiefere Einblick in die Geschichte
Die Gedanken gehen zunächst zu dem Moment zurück, als der Autor von seiner Erkrankung erfahren hat. Vor allem waren die Worte sehr hart. Er wäre zu 97 Prozent schwerbehindert und es gibt nur drei Prozent Hoffnung. Dabei löst die Zahl von 97 Prozent natürlich erst einmal einen Schock aus. Allerdings schlägt die Therapie recht gut an und er ist zehn Jahre später so gesund, wie er gern gesund sein möchte. Nun sitzt er gerade in Kopenhagen mit einem Freund zusammen. Dieser gibt ihm den Tipp, doch über seine Lebensgeschichte zu schreiben. Davon hält Pelle jedoch zunächst nichts. Jedoch beginnt er dann, indem er die Fakten der Reise aufführt. Dabei kommen für das Jahr 2011 beeindruckende Fakten heraus. Insgesamt 98 Tage hat er im Hotel übernachtet. Unter anderem ist er durch 340 Tunnel gefahren. Während seiner Reisen in dem Jahr hat er 809 Tassen doppelten Espresso getrunken. Zu den weiteren Merkmalen dieser Reise gehörten allerdings durch seine Krankheit auch 50460 Tics.

Über den Autor
Unter anderem war Pelle Sandstrak als Stand-up-Comedian unterwegs. Inzwischen reist er weltweit mit seinem Programm durch die Länder. Es heißt „Mr. Tourette und ich“. Zu seinen weiteren Aufgaben gehören das Schreiben von Theaterstücken sowie das Halten von Vorträgen. Zudem hat er mit dem Schreiben seiner Autobiografie begonnen. Unter dem Titel „Herr Tourette und ich“ wurde bereits der erste Teil veröffentlicht. Während jetzt der zweite Teil seiner Autobiografie erschienen ist, arbeitet er sogar inzwischen an Band 3.

Solche Geschichten haben etwas beeindruckendes. Sie können anderen Menschen Mut machen, dass sie ihren Alltag nicht zu sehr von einer schweren Erkrankung beherrschen lassen. Es ist zwar eine schwere Probe. Doch es ist möglich, dass man damit gelassen umgehen kann. Als der Autor mit der Diagnose Tourette-Syndrom konfrontiert wird, scheint das Leben anfangs nicht weiterzugehen. Zwar muss er immer wieder mit turbulenten Situationen klarkommen, da es zu unkontrollierten Bewegungen kommt. Allerdings schafft er es bequem, sich seinen Weg zu ebnen. Seinen Weg findet er im Reisen, wobei er dann auch Termine wahrnimmt. Zwar ist es problematisch, dass so mancher einmal seinen Arm abbekommt oder er nicht gleich jeden erkennt. Doch entmutigen lässt er sich davon nicht und hat recht viel Spaß am Leben. Und das ist doch das allerwichtigste im Leben. Umso eher kann man einer Krankheit ein „Schnippchen“ schlagen. (Marina Teuscher – 10.11.2014)