Die Blutlinie / Der Todeskünstler

Im Rahmen der Arbeit hat Cody McFadyen die Figur Smoky Barrett entwickelt. Es handelt sich bei ihr um eine FBI-Agentin, die eine ungewöhnliche Karriere vorzuweisen hat. Sie besaß zudem den Ruf der besten Ermittlerin der USA. Doch dann schlug das Schicksal hart zu. Sie verlor ihren Mann und ihre Tochter, was letztendlich ihr Leben zerstört hat. Sechs Monate danach ist sie völlig arbeitsunfähig und muss sogar zur Behandlung zum Psychologen. Es dauert lange, bis sie wieder als Ermittlerin im FBI-Büro arbeiten kann. Dort leitet sie nun als Ermittlerin ein vierköpfiges Team und ist regelmäßig auf der Jagd nach Serienmördern. Den Anfang nahm ihre Geschichte mit den beiden Büchern „Die Blutlinie“ und „Der Todeskünstler“, die nun als Doppelband erschienen sind.

Die allgemeine Einleitung
Smoky Barrett tritt in diesem Buch gleich in zwei Fällen in Erscheinung. Im ersten Fall „Die Blutlinie“ muss sie zunächst einen Verlust hinnehmen. Sie verliert ihre beste Freundin gewaltsam. Nun ist sie auf der Jagd nach dem Täter, dessen Serie gerade erst beginnt. Das, was für ihn der Erfüllung eines Traumes gleichkommt, ist für viele der Beginn eines Alptraums. Im zweiten Roman wird sie zu einem Fundort gerufen, an dem neben zwei Opfern ein Mädchen kauert. Smoky bekommt auch hier jede Menge Arbeit.

Ein tieferer Einblick
Nach einer Widmung und einer Danksagung beginnt die erste Geschichte von Smoky. Sie hat wieder einen ihrer drei Träume und denkt an die Zeit mit ihrer Familie zurück. Es ist noch immer keine einfache Zeit für sie. Dann betrachtet sie sich auch selber und schaut auf ihre Narbe. Teilweise ergreift sie in diesen Momenten auch immer eine Leere, was aber seit einiger Zeit zu ihrem Leben gehört. Langes Schlafen gehört auch nicht unbedingt mehr zu ihrem Leben. So zieht sie sich bequeme Kleidung zum Laufen an und läuft solange, bis sie ziemlich durchnässt ist. Anschließend geht sie in einen kleinen Laden und hat eine Unterredung mit dem Besitzer des Ladens. Trotzdem sie kein Geld dabei hat, gibt er ihr zum Schluss eine Packung Zigaretten mit. Einige Zeit später ist sie bei ihrem Psychologen, der einer der wenigen Menschen ist, der wirklich zuzuhören scheint. Ihm hat sie von ihren Träumen erzählt und so erkundigt er sich danach. Als er weiß, um welchen Traum es sich handelt, beginnt er ein wenig nachzudenken. Dann erzählt er ihr von seinem Ruf unter den Kollegen, da er einige recht kritische Standpunkte vertritt. Er ist auch der Meinung, dass Psychologen keine wirklich gute Lösung für die Probleme der menschlichen Seele bereithalten. Nach einem langen Gespräch ist sie bereit, sich helfen zu lassen. Allerdings stellt sie sich auch die Frage nach ihrer eigenen Stärke für das Leben. Und dann kommt der Tag, als sie vor dem FBI-Gebäude in Wilshire in Los Angeles steht. Ihr Psychologe hat ihr die Aufgabe gegeben, dass sie ihr Team besuchen solle, das beste Team des FBIs.

Ab Seite 481 beginnt der zweite Roman. Smoky ist wieder am Träumen. Dabei begegnen ihr wieder einige Menschen, die sie bereits verloren hat. Es ist morgens und auch ihre Adoptivtochter Bonnie ist schon wach. So beschließen die beiden, dass sie sich einen schönen Tag beim Shoppen gönnen wollen. Doch zunächst gibt es erst einmal ein Frühstück. Beim Frühstück erklärt sie ihr, dass sie sich jetzt zwei Wochen freigenommen hat, weil sie auch Dinge in der Wohnung neu ordnen möchte. Ihren Dienst hat sie inzwischen wieder angetreten und NCVAC-Koordinatorin. Bei dieser Abteilung handelt es sich um das Bundesamt, das sich vorrangig um die Analyse von Gewaltverbrechen kümmert. Die Zentrale hat ihren Sitz in Washington, wobei allerdings in jedem regionalen Büro ein Repräsentant dieses Amtes zu finden ist. Gerade in Los Angeles scheint ein solches Büro dringender denn je angebracht zu sein. Gedanklich ist sie doch dann auch wieder an den Geschehnissen, die ihr Leben verändert haben und für eine Zeit lang aus der Bahn geworfen haben. Doch noch beim Frühstück kann sie Bonnie eine Freude machen, da Tante Callie mit Elaina vorbei kommen wird. Bonnie freut sich auch über diese Tatsache und so starten sie wenig später zu ihrem Einkaufsbummel.

Mehr zum Autor
Das Hauptaugenmerk des amerikanischen Schriftstellers Cody McFadyen liegt auf den Kriminalromanen. Bevor er jedoch dazu gelangt ist, hat er Jahre zuvor freiwillige soziale Arbeit geleistet. Anschließend hat er in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet. Dabei war er unter anderem als Webseiten-Designer tätig. Im Alter von 35 Jahren gab es in seinem Leben einen weiteren Wendepunkt. Zu diesem Zeitpunkt hat er sich der Schriftstellerei zugewandt. Entwickelt wurde von ihm Smoky Barrett, die bereits in fünf Bänden als Hauptdarstellerin zu sehen war.

Eine Auswahl der Werke von Cody McFadyen

– Das Böse in uns
– Ausgelöscht
– Der Menschenmacher

Fazit
Je mehr Krimis man liest, umso mehr lernt man die Geschichten von einer ganz neuen Seite zu betrachten. Es gibt eine Reihe von Kriminalromanen, bei denen bereits nach fünf oder zehn Seiten sehr viel Spannung spürbar ist. Es braucht auch nur die Tatsache sein, dass bereits die ersten Unruhen während dieser Seiten auftreten. Das animiert doch sehr stark, dass man diese Bücher nicht so schnell aus der Hand legt. Im Fall der Ermittlerin Smoky Barrett ist das doch ein wenig anders. Man muss sich schon darüber im Klaren sein, dass es lange dauert, bis die Geschichte allein im ersten Band wirklich beginnt. Zunächst steht erst einmal das schwere Schicksal von Smoky im Vordergrund. Dem wird viel Aufmerksamkeit gewidmet, ehrlich gesagt, ein wenig zu viel. Wenn man dieses Gespräch mit dem Psychologen überstanden hat, geht die aus der Ich- Perspektive erzählte Geschichte aber leider noch immer nicht richtig los. Allerdings stört beim Psychologen schon die Tatsache, dass er von seiner Berufsgruppe so spricht, als wenn diese nicht wirklich helfen kann. Es scheint doch unvorstellbar zu sein, dass ein Psychologe so etwas zu seinen Patienten sagt. Der zweite Band ist leider ähnlich von ein paar Längen gekennzeichnet, was das Lesen nicht so ganz einfach macht. Wer sich aber dieser Längen bewußt ist und trotzdem in die Arbeit von Smoky reinschauen möchte, wird trotz dieser Längen ein nettes Lesevergnügen haben. (Marina Teuscher – 07.07.2014)