Dessau Dancers

Im Jahr 2007 kam es zu einer Fusion zwischen den Städten Dessau und Roßlau. Entstanden ist die Stadt im Zuge der Kreisreform am 1. Juli 2007. Bezogen auf die Einwohnerzahl handelt es sich um die drittgrößte Stadt des Landes. Zugleich handelt es sich bei Dessau-Roßlau um eines der Oberzentren von Sachsen-Anhalt. Einst hat die Geschichte jedoch als Dessau begonnen. Umgeben wird die Stadt von einer weiten Auenlandschaft. Gelegen ist die Stadt, in deren frühere Zeit der Film zurückführt, an der Mulde.

Der Sommer des Jahres 1985 verleiht der Stadt eine beeindruckende Stimmung. In den Kinos der Stadt startet ein amerikanischer Kinofilm. Im Kinosaal gehen die Zuschauer bei der Musik mit. Selbst die Jugendlichen in der DDR sind von „Beatstreet“ begeistert. Zum einen füllt der Film die Kinos. Auf der anderen Seite wird dadurch ein neues Phänomen geweckt. In den Straßen ist immer öfter die Tanzrichtung Breakdance zu sehen. Erst sind nur wenige auf der Straße. Doch dann zieht der Tanz durch das ganze Land. Selbst der 18jährige Frank wird in den Bann vom Breakdance gezogen. Er entschließt sich in Dessau zur Gründung der Gruppe „Break Beaters“, in die Freunde mit dem gleichen Interesse eintreten. Schon bald gibt es die ersten Tänze auf der Straße. Schon bald steht die Gruppe in der DDR an der Spitze der Breakdance-Bewegung. Allerdings wird genauso schnell die Staatsmacht auf die Tänzer aufmerksam. Geht es um die Freizeitaktivitäten der jungen Leute, so behält die Staatmacht gern ein Auge auf diese. Daher werden eine Vielzahl von Fotos auf der Straße gemacht. Schließlich kann nicht alles verboten werden. Daher ist in diesem Fall Kontrolle angesagt. Daher müssen die jungen Leute auch bei der Staatsmacht vorsprechen. Es kommt danach bei einer Besprechung der Gedanke auf, daraus ein sozialistisches Vorhaben zu machen. Auf einmal ist nun die Rede vom akrobatischen Schautanz und von den Break Beaters. Die vier jungen Leute werden in eine Halle geführt, wo sie trainieren können. Schon bald reisen diese als Vorzeigetruppe durch das Land und feiern viele Erfolge, was allerdings einen hohen Preis nach sich zieht.

Der Gedanke hinter dem Film, die Geschichte aus der Sicht der früheren DDR zu zeigen, ist grundsätzlich okay. Dabei zeigt der Film all die Schwierigkeiten, die es hat, wenn man mit der Übung und Durchführung von Tanzaufführungen beginnt. Etwas komisch ist der Gedanke, dass sogar einfache Tanzübungen nur protokolliert wurden. Derart unter Kontrolle zu stehen, vermittelt kein gutes Gefühl, da es die Unbeschwertheit aus dem Leben nimmt. Auf der anderen Seite ist es schon lange her, kommt man als Zuschauer ins Schmunzeln, wenn man an die Zeit vor 1989 erinnert wird. So hat man einmal gelebt oder sich gekleidet. Zudem ist Wolfgang Stumph in dem Film zu sehen und versteht es, mancher Situation einen beeindruckenden Charme zu verleihen. Die Kombination insgesamt stimmt und lädt dazu ein, mit einem Augenzwinkern mal an frühere Tage zurückzudenken. (Marina Teuscher – 12.03.2016).