Die Unbarmherzigen Schwestern

Fällt der Blick auf die Geschichte von Irland, so ist diese sehr eng mit der Geschichte der irischen Hauptstadt Dublin verbunden. Einst befand sich um das Jahr 140 dort eine keltische Siedlung. Sogar die Wikinger hinterließen in der Geschichte der Stadt ihre Spuren. Sie waren für den Gründung des Dorfes „Duibhlinn“ verantwortlich. Es folgten Jahrhunderte, in denen es ziemlich turbulent zuging. Mehr als zwei Jahrhunderte besaß die Stadt die Funktion der Hauptstadt vom Königreich England. Inzwischen hat die Stadt im Jahr 1988 das 1000jährige Bestehen gefeiert. Der Film führt jedoch jedoch in der Zeit in die 60er Jahre zurück.

Es steht die Zeit von Dublin im Jahr 1964 im Mittelpunkt. Man glaubt einen Weg zu haben, wie „gefallene“ Mädchen auf den rechten Weg zurückzuführen. Damals war Irland streng katholisch und wies eine Reihe von Magdalenen-Heimen vor. Dort sollen die Mädchen ihre Sünden bereuen. Das Problem ist dabei, dass viele Mädchen zu Unrecht eingesperrt waren. Dies wird an der Geschichte von drei jungen Frauen deutlich. So leidet Margaret unter der Vergewaltigung durch ihren Cousin. In einem Waisenhaus ist Bernadette aufgewachsen. Ertappt wurde sie mehrfach beim Flirten. Ein uneheliches Kind hat Rose zur Welt gebracht. Daher lehnen die Eltern den Kontakt mit Rose ab. Sie wird von ihrem Vater und einem Priester zur Freigabe des Kindes für die Adoption gezwungen. Eines haben die jungen Frauen gemeinsam. Sie treffen fast zur gleichen Zeit im Heim ein. Geleitet wird dieses Heim von Schwester Bridget, die Rose erst einmal den Namen Patricia gibt. Schließlich gibt es bereits eine Rose in dem Heim Dort müssen die drei Frauen sehr schwere Arbeit leisten. Ihre so genannte Belohnung stellen Prügel und Erniedrigungen dar. Allerdings wollen sich drei Mädchen mit ihrem Schicksal nicht so einfach abfinden. Sie versuchen sich dagegen zu wehren. Damit ziehen allerdings auch Angst und Qualen in ihr Leben ein. Den nicht menschenwürdigen Bedinungen versuchen sie nach Jahren der Unterdrückung gemeinsam zu entkommen.

Im Jahr 2002 erhielt der Film bei den Festspielen in Venedig den Goldenen Löwen.

Längst nicht alles, was heute als normal erscheint, war so. In früheren Jahren gab es andere Zeiten, in denen vieles strenger angeschaut wurde. Fast ist dieser Film ein Zeugnis, der damaligen Zeit. Es ist beeindruckend, wie beklemmend echt die Szenen wirken. Das, was die Schwestern den jungen Frauen antun, ist extrem. Dieser Balanceakt zwischen den Gefühlen der Angst der Frauen und der Machtposition der Schwestern ist recht überzeugend dargestellt. Deutlich wird dabei, wie entwürdigend das Leben für die Jungen Frauen war und das, obwohl sie nicht einmal etwas schlimmes angestellt haben. Es ist nicht so ganz einfach anzusehen, was die Frauen erleben, doch sehenswert (Marina Teuscher – 27.02.2016) .