Wild Bill Vom Leben beschissen

Wird der Blick auf die amerikanische Geschichte gerichtet, so begegnet man dort den Erzählungen über Wild Bill in Person von James Butler Hickok. Seinerzeit war er als Western- beziehungsweise Revolverheld bekannt. Dabei machte Wild Bill schon dadurch auf sich aufmerksam, dass er langes welliges Haar trug. Damit wollte er die Indianer provozieren, die für den Skalpraub bekannt sind und waren. Sein Wirken in damaliger Zeit hat auch dazu beigetragen, dass ihm in Troy Grove in Illionis eine Gedenkstätte errichtet worden ist. Auch sein Spitzname wird oft noch verwendet, wie auch der jetzt erhältliche Film „Wild Bill – Vom Leben beschissen“ zeigt.

Im Knast zu sein, bedeutet eine harte Zeit zu erleben. Diese Erfahrung hat Wild Bill auch für acht Jahre machen dürfen. Nun darf der Mann das Gefängnis verlassen. Allerdings hat er weder eine Vergangenheit noch eine Gegenwart noch eine Zukunft. Als er zu Hause angekommen ist, erwartet ihn der nächste Schlag. Seine Frau ist nämlich nicht mehr da. Dafür müssen die beiden Söhne, die noch Teenager sind, nun plötzlich alleine klarkomen. Wie soll das allerdings gehen, stellt man sich die Frage? Die Jungs sind schließlich erst 11 und 15 Jahre alt. Nun ist Wild Bill von null auf 100 vor besondere Herausforderungen gestellt. Das Jugendamt hat nämlich mitbekommen, dass er da ist. Und so werden die Mitarbeiter beim Jugendamt aktiv. Kümmern muss er sich um seine beiden Jungs. Zu Pflegeeltern wollen diese nämlich nicht. Auch wollen sie nicht alleine sein, da sich Brüder nun einmal nicht trennen lassen. Die Schwierigkeit dabei ist, dass diese ihn nicht mögen und akzeptieren können. Damit das nicht passiert, greift Dean zu einem ungewöhnlichen Trick – nämlich zu einer Erpressung seines Vaters. Auf einmal ist die Familie gefordert, sich wenigstens für eine Woche zusammen zu raufen. Das Jugendamt hat sich angekündigt und will sich umschauen.

Als Hauptdarsteller sind Will Poulter, Charlie Creed-Miles, Charlotte Spencer und Marc Warren zu sehen. Zuständig für die Regie war Dexter Fletcher, während Christian Henson für die Komposition der Musik verpflichtet worden ist. Angeschaut worden kann der im Jahr 2011 produzierte Film in Deutsch und in Englisch sowie mit deutschen Untertiteln. Das Bildformat liegt bei 16:9 Anamorph 1.78:1. Von der FSK wurde die Freigabe ab 16 Jahren erteilt. Durch SUNFILM Entertainment wurde der Film veröffentlicht.

Der Film besitzt einen ganz besonderen Charme, der ihn schon zu einem Wohlfühlfilm macht. Da muss sich nämlich ein Vater mit seinen beiden minderjährigen Kindern zusammen raufen, was auf eine brillante Weise gezeigt wird. Es ist klar, dass dabei nicht alles einfach so funktioniert. Schließlich können Teenager durchaus einen recht lebhaften Charakter haben. Problematisch wird das zudem, da Wild Bill keine gute Vergangenheit hat und das Gangsterleben ihn gar nicht so leicht loslassen will. Hier ist eine geschickte Verknüpfung der beiden Handlungsfäden miteinander erfolgt, so dass man sich diesen Film beruhigt anschauen kann, weil auch Humor und Herz ganz besonders durch die Kinder nicht zu kurz kommen. (Marina Teuscher – 26.01.2014)

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