The Attack

Als internationale Buchmesse ist die Frankfurter Buchmesse bekannt, die im Jahr 1949 gegründet worden ist. Jedoch kann die Messe auf eine mehr als 500jährige Tradition, wobei schon in der frühen Neuzeit eine Buchmesse ihre Türen für Besucher geöffnet hatte. Besonders geschah dies vor dem Hintergrund, als Gutenberg eine Revolution des Buchdrucks gelang. Gerade in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Buchmesse weiter entwickelt. So gibt es mitterweile thematische und regionale Schwerpunktesowie die Rolle des Gastlandes, von dem Kultur und Literatur besonders deutlich dargestellt werden.

Zu den Auszeichnungen, die während dieser Zeit verliehen werden, gehört unter anderem der Deutsche Jugendliteraturpreis sowie der Preis für die beste internationale Verfilmung eines Buches. Dieser Preis wurde jetzt auch dem Film „The Attack“ verliehen, der nach dem Roman „Die Attentäterin“ verfilmt worden ist.

Es könnte ein ganz normaler Tag sein. Und doch wird dieser Tag das Leben vieler Menschen verändern. Der Anlass dafür ist ein Bombenanschlag, bei dem 17 Menschen ihr Leben verlieren. Eines der Opfer ist Sihem Jaafri, die Ehefrau eines Arztes. Es handelt sich dabei um den israelischen Staatsbürger Amin, der als Arzt sehr hoch angesehen. Natürlich ist Amin völlig geschockt, dass er seine Frau verloren hat und seine Welt ins Wanken gerät. Doch der wirkliche Alptraum soll erst noch beginnen. Eines Tages muss er zur Polizei, wo er verhört wird. Dort wird er mit dem unglaublichen Vorwurf konfrontiert, das seine Frau als Attentäterin für das Unglück verantwortlich sein soll. Völlig fassungslos weigert sich Amin, diesen Vorwurf zu akzeptieren und glaubt der Polizei nicht ein einziges Wort. Dann allerdings wird sein Leben vollends auf den Kopf gestellt, als er von seiner Frau posthum einen Brief erhält. Darin bestätigt seine Frau ihm die Geschichte und wirbelt so die als heil geglaubte Welt von Amin auf. Da entschließt er sich, auf Spurensuche zu gehen, um zu erfahren, wie es dazu kommen konnte. Er hofft zudem, dass er den Hintermännern auf die Spur kommen kann, die seine Frau zu einer Attentäterin gemacht haben.

In beeindruckenden Hauptrollen sind Ali Suliman, Reymond Amsalem sowie Evgenia Dodena zu sehen. Sie folgten den Regie-Anweisungen von Ziad Doueiri. Die Komposition der ideal abgestimmten Filmmusik erfolgte durch Eric Neveux. Präsentiert wird der im Jahr 2012 produzierte Film in Deutsch, Arabisch und Hebräisch jeweils mit dem Tonformat Dolby Digital 5.1. Deutsche Untertitel werden auf dem Bildformat von 16:9 Anamorph 2.40:1 angezeigt. Von der FSK wurde der 101minütige Film ab 16 Jahren freigegeben und von der Universum Film GmbH veröffentlicht.

Präsentiert wurde der Film bei neun Filmfestspielen, zu denen unter anderem das Toronto International Film Festival und das Telluride Film Festival gehörten. Außerdem war der Film zum Beispiel während des Hongkong Film Festivals und des Münchener Filmfestivals zu sehen. Eine Auszeichnung erhielt der Film auf der Frankfurter Buchmesse des Jahres 2013, wo er zur besten Literaturverfilmung des internationalen Raumes gekürt wurde.

Der Film berührt auf eine beeindruckende Weise gleich mehrere Thematiken, die den Film zu einem sehenswerten Erlebnis machen. So wird beispielsweise das Thema der Problematik um Israel und Palästina berührt. Bis heute reißen die Probleme um diese Region nicht ab, was auch durch die zahlreichen Attentate nicht leichter wird. Darauf auf baut sich die Geschichte von Amin, dessen Welt plötzlich vollends aus den Fugen gerät. Schließlich glaubte er seine Frau zu kennen und muss feststellen, dass er sie doch nicht kannte. Oft kann sich diese Thematik als sehr verhängnisvoll erweisen, da so manch ein Leben völlig auf den Kopf gestellt wird. Das wird in dem Film auf eine sehr beeindruckende Weise dargestellt. Auch die Geschichten am Rande der Hauptthemen des Filmes hinterlassen Spuren und bieten Stoff für interessante Gesprächsrunden. Marina Teuscher – 20.01.2014.

Schreibe einen Kommentar