Die Legende von Kaspar Hauser – The Legend of Kaspar Hauser

Im Mai 1828 trug sich in Nürnberg etwas zu, was für lange Zeit für Aufmerksamkeit sorgen sollte. Plötzlich war da der junge Kaspar Hauser, der nur wenig geredet hat. Allem Anschein nach war er zudem geistig zurückgeblieben. Seine Geschichte konnte nie wirklich ganz aufgeklärt werden, doch das was er erzählte, ist bis heute lebendig geblieben. Viele Jahre hätte er nämlich in einem dunklen Raum verbracht und bekam nur Wasser und Brot als Nahrung. Und genau diese Handlung steht im Mittelpunkt des Filmes „The Legend of Kaspar Hauser“, der jetzt auf DVD erschienen.

Im Jahr 2013 sieht alles ein wenig anders aus. Ein junger Mann wird auf einmal an eine Insel geschwemmt. Bekleidet ist er mit einer Jogginghose sowie mit Turnschuhen und einem T-Shirt. Darauf steht sein Name. Trotzdem scheint es manchmal nicht sicher, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Als der junge Mann am Strand liegt, kommt der Sheriff vorbei, der ihn mit. Immer dabei hat der Junge seine Kopfhörer, aus denen der Beat nur so dröhnt. Der junge Mann liebt es zu tanzen und wirbelt dann auch mal zur Musik durch die Straßen. Diese sieht er allerdings nicht lange, da er vom Sheriff in einen Zwinger gesperrt wird. Mit dieser Aktion wird allerdings die Aufmerksamkeit der Bewohner des Dorfes geweckt. Manche sehen ihn dabei als den Erlöser an. Andere wiederum meinen, dass er gefährlich wäre. Kaspar allerdings hat nur ein Interesse. Das liegt im Tanzen.

Zu sehen sind in den Hauptrollen Vincent Gallo, Claudia Gerini und Elisa Sednaoui, die den Regieanweisungen von Davide Manuli gefolgt sind. Komponiert wurde die Filmmusik von Vitalic. Präsentiert wird der Film in Englisch und Italienisch jeweils mit dem Tonformat Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0. Die deutschen Untertitel sind auf dem Bildformat von 16:9 Anamorph 1.78:1 zu lesen. Veröffentlicht wurde der Film in der Reihe Filmperlen von Ascot Elite. Die Produktion des 91minütigen Films erfolgte im Jahr 2012.

Es ist eben ein typischer Experimentalfilm, der sich hier zeigt, der wirklich nur etwas für Liebhaber sein sollte. Auch wenn die schwarz-weiß-Perspektive von einigen Filmen sehr gepflegt wird, scheint sie mir doch nicht immer angebracht zu sein. Bei dem Film hätte ich mir schon, weil er in der Moderne angelegt ist, ein etwas größeres Farbenspiel gewünscht. Dadurch wäre der manchmal merkwürdige Handlungsablauf noch etwas intensiver. Allerdings erscheint es auch mitunter etwas gewagt, eine solche Geschichte in diese Zeit umzusetzen. Ganz will dann auch der auf dem T-Shirt aufgedruckte Name nicht zum Film stimmig wirken. So ganz passend wirkt die Geschichte insofern manchmal nicht, wenn man allein an die Szene mit den Raumschiffen denkt. Doch der Film rückt noch eine ganz andere Facette in die Mittelpunkt, wie das folgende Beispiel zeigt. Es fällt nämlich der Satz, das bei Kaspar alles interpretiert werden muss und er deswegen in ein schlechtes Licht gerückt wird. Die Frage, die daraus resultiert, ist doch letztendlich: Sollte sich derjenige, der eine Geschichte nicht kennt, nicht lieber aus allem raushalten? Wie man Kaspar fast bedrängt, scheint schon manchmal etwas unangenehm zu sein. Insofern macht der Film fast schon wieder etwas nachdenklich, wenn man sich tiefer mit dem Inhalt des Filmes befasst. Immerhin geht es hier ein Stück weit auch um die menschliche Individualität. Und doch geht es manchmal schon fast ein wenig kurios zu. Zusätzlich bekommt der Film schon dadurch Pep, weil Vincent Gallo mitwirkt. Dieser hatte sich unter anderem einen Namen mit dem Film „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ gemacht. Insgesamt sind es viele Aspekte, weshalb es sich mal lohnt, in einen Experimentalfilm hinein zu schauen. (Marina Teuscher – 05.12.2013)

Schreibe einen Kommentar