Im Reich der Leidenschaft

Verantwortlich für den Roman „Im Reich der Leidenschaft“ war Itoko Namura. Diese Geschichte, die ins Genre Horror eingestuft werden kann, wurde in einer Ko-Produktion von Frankreich und Japan, verfilmt. Um dieses Buch als Film zu präsentieren, wurde Oshima Nagisa verpflichtet. Jetzt ist dieser Film auf DVD erschienen.

Es geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zu. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein japanisches Dorf zu dieser Zeit, die mitunter nicht sehr einfach war. Seki ist sehr attraktiv und auch noch recht jung. Allerdings ist sie inzwischen auch verheiratet, wobei ihr Mann um viele Jahre älter ist. Dabei handelt es sich um Gisaburo, einem Fahrer von Rikschas, der schon älteren Jahrgangs ist. Eines Tages allerdings verändert sich die Welt von Seki. Sie lernt Toyoji kennen, der einstmals Soldat war. Beide beginnen eine Affäre, die nach und nach intensiver wird. So fühlen sie sich dann auch eines Tages von Gisaburo gestört. Nun wird beschlossen, dass dieser beseitigt werden soll. Versteckt wird Gisaburo dann in einem Brunnen, wobei er für die Öffentlichkeit nach Tokio gezogen ist. Schließlich wolle er sich bemühen, dort Arbeit zu finden. Die Zeit verstreicht und zunächst scheint alles ruhig zu verlaufen. Doch drei Jahre später ist mit der Ruhe vorbei. Der Geist des alten Mannes verfolgt die beiden. Langsam werde auch die Bewohner des Ortes mißtrauisch. Dadurch werden nun die Behörden geweckt, die anfangen, den Fall zu untersuchen, um das Verschwinden aufzuklären.

Zu sehen sind in den Hauptrollen Kazuko Yoshiyuki, Tatsuya Fuji und Takahiro Tamura, die den Regienanweisungen von Oshima Nagisa gefolgt sind. Der Film, der im Jahr 1978 produziert wurde, hat eine Laufzeit von eta 100 Minuten. Von der FSK wurde der Film ab 16 Jahren freigegeben.

Für die Regie zu diesem Film wurde Oshima Nagisa von den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit einem Preis ausgezeichnet. Außerdem war der Regisseur im Jahr 1978 für die Goldene Palme nominiert worden. Nur ein Jahr später wurde die Filmmusik gleich zweimal ausgezeichnet. In den Kategorien „Award of the Japanese Academy“ und „Mainichi Film Award“ erhielt Toru Takemitsu den Preis für die Filmmusik. Der Film erhielt noch sieben weitere Nominierungen, zu denen unter anderem der Preis als Bester Film des Awards of the Japanese Academy gehört.

Wer jetzt hier den typischen Horror erwartet, so wie man ihn gewohnt ist, dem sei gesagt, dass es ihn gibt, allerdings in anderer Form. Hier spielt vielmehr das Element der Psyche mit und diese setzt den beiden ganz erheblich zu. Das alles ist schon recht ordentlich in Szene gebracht worden und zeigt, wie kompliziert die Zusammenhänge sich manchmal doch auswirken können. Die Besetzung erscheint auch recht gut gelungen. Abgerundet wird das Bild durch die Erfahrung von Oshima Nagisa, die diesem Film ein gutes Bild verleiht. Kenner des japanischen Films sollten ein unterhaltsames Werk vorfinden. (Marina Teuscher – 10.11.2013)

Schreibe einen Kommentar