Tipp zum Jobcenter 2

Krebs/Zähne/Krankheit/Jobcenter

Ein anderer Blick auf meine Erkrankung:

Wenn man selbständig ist, wird es nicht leicht, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Mir ist klar, dass auch die Arbeitsagenturen und die Jobcenter ihre Leitlinien haben. Meiner Meinung nach sollte man aber mit etwas mehr Augenmaß arbeiten und den Personen, die trotz Krankheit selbständig sind und etwas tun, nicht auch noch 10 Prozent ihrer Leistung gekürzt werden. Vielleicht kann auch der Gesetzgeber eine Leitlinie erarbeiten, dass in solchen Fällen künftig mit mehr Augenmaß gearbeitet wird. Schließlich können Kranke nicht die gleiche Leistung erbringen wie ein völlig Gesunder.

Diagnostiziert wurde der zweite Tumor bereits im Sommer 2013. Aufgrund großer Beschwerden (Eisenmangel kann ein Anzeichen für Krebs sein.) in den Beinen wurde ich aufgrund von ungeklärten Systemerkrankungen in den Jahren 2015 und 2016 komplett als Arbeitsunfähig eingestuft – maximal vielleicht drei Stunden am Tag. Allerdings wollte ich mich etwas zu tun haben und habe während der ganzen Zeit an meinen Webseiten weitergearbeitet. Es war meine Form des Kampfes gegen den Krebs. Das Wachstum des Tumors begann im Sommer 2016. Behandlung gegen Krebs seit dem IV. Quartal 2016. Biophosphonattherapie – wird bei Brustkrebs in Kombination mit Langzeitmedikamenten eingesetzt – zwingend erforderlich ist vorher ein Zahnstatus, der aufgrund einiger Entzündungen bei mir nicht gut ausfiel. Also folgten mehrere Zahn-Operationen, Anträge für Zahnersatz an die Krankenhaus etc. Gerade als ich dachte, endlich geschafft, brach ein weiterer Zahn ab und so musste ich längere Zeit mit einer Zahnlücke herumlaufen. Also wieder Antrag stellen, warten etc. Insgesamt hat die erste langwierige Behandlung etwa neun Monate gedauert. Vorläufig kann aufgrund möglicher Nebenwirkungen keine Fortführung der Zahnarztbehandlung erfolgen. Daher bitte ich darauf zu achten, dass bei manchen Patienten diese Therapie erfolgen kann. Als Krebskranker denkt man nicht daran, wen man möglicherweise alles informieren sollte. Wie man ein Gerede um eine Zahnlücke vermeiden kann, müssten eventuell andere Stellen in Erfahrung bringen. 

Warum fragt man eigentlich nicht, warum etwas so ist? – Fatigue bei Krebs ist äußerst unangenehm, weil es eine Art von Müdigkeit ist.

Nach einem festgestellten schwerwiegenden Eisenmangel nahm mir meine Internistin 2016 das Versprechen ab, umgehend zu meiner Onkologin zu gehen. Ich ging zu ihr hin und letztendlich zur Entscheidung, dass ich neben dem Langzeitmedikament die Strahlentherapiepraxis im Krankenhaus Moabit zur Behandlung aufsuchen werde. Die Bestrahlungen erfolgten im Zeitraum vom 14.12.2016 bis 25.01.2017. Damit habe ich zwei Strahlentherapie erhalten und konnte durch die große zeitliche Distanz die Unterschiede bei den Strahlengeräten feststellen. Auch in den kommenden Jahren bleiben Arztbesuche und die Einnahme von Medikamenten nicht aus. Bei Arzneimitteln taucht direkt für meine Begriffe die nächste Frage auf. Nicht jeder wird seine Krebserkrankung öffentlich machen wollen. Doch alle Patienten haben eines gemeinsam. Sie brauchen über viele Jahre Medikamente. Mich hat es erschreckt, auf was für Ideen Menschen sogar in Zusammenhang mit Medikamenten kommen. Ins Staunen kommt man sowieso, wenn man 20 Jahre am Schreibtisch in Berliner Verwaltungen gearbeitet. Da ich während meiner ersten Krebserkrankung krankgeschrieben war, konnte ich auch mal längere Gespräche wie mit einem Hauswart führen. Das waren Einblicke, die es in sich hatten. Als realer Patient spürt man mitunter ein leichten Unwohlsein, wenn man seine zwingend erforderlichen Medikamente aus der Apotheke abholt. 

Eine Frage, die sich bei alledem für mich ergibt (vielleicht ergeht es anderen genau so), da ich auch von Fällen gelesen habe, in denen Krebskranke aufgefordert wurden, sich zu bewerben: Die Belastung mit Krebs ist schlimm, da man den Krebs niemals aus dem Kopf bekommt, schon gar nicht, wenn man zweimal erkrankt ist, besonders wenn eine langwierige Zahnarztbehandlung dazu kommt, man selbständig ist und zwei Jahre seltsame Computerstörungen die Arbeit erschwert haben. Doch kann es wirklich der Weisheit letzter Schluss sein, kranken Menschen das Geld um 10 Prozent zu kürzen und sie damit wiederum daran zu hindern, dass sie ihre Arbeit nicht durchführen, weil ihnen das Geld für die Anschlussfahrscheine fehlt. Meiner Meinung nach sollte mit mehr Augenmaß gehandelt werden. Ändert sich denn wirklich etwas an einer Erkrankung, wenn man alle sechs Monate die Unterlagen einreicht? Der Befund bleibt immer wieder der gleiche!  

Jeder Krebskranke lebt ab der Diagnose mit einem „Erdbeben“ in sich. Je nach Schwere des Tumors kommen unzählige Arzttermine auf einen zu. Vor jeder Untersuchung gehen einem gefühlt „100000“ Dinge durch den Kopf. Bei meiner ersten Krebserkrankung musste ich im ersten Jahr fast wöchentlich zur Blutabnahme in meine onkologische Praxis. In dem Moment sieht man unter der Belastung nicht, ob irgendwo kommunikative Unruhe entstehen kann. Emotional steht man unter extrem hoher Belastung und denkt sich, man kann auch sagen: Werde krank und du lernst einige Menschen sehr genau kennen. Daher fühlen sich Krebskranke auch nicht wohl, wenn sie auch beim Jobcenter ständig Aufgaben erledigen. Das richtet sich nicht gegen die Sachbearbeiter. Es ist ihre vorgegebene Aufgabe. Allerdings kann vielleicht der Gesetzgeber vielleicht gerade für Schwerkranke (egal ob Krebskranke oder andere) für die Jobcenter Sonderregelungen einführen. Es kann vielleicht auch sein, dass es die Zahl der Missverständnisse bei den Arbeitsagenturen reduzieren könnte. Hoffentlich bin ich endlich im nächsten Frühjahr soweit, sofern mich der Kontakt mir der Arbeitsagentur nicht weiter krank macht, dass ich mich endgültig vom Jobcenter abmelden kann. Allerdings muss ich noch vier EKS-Abrechnungen, zwei Jahresabschlüsse, zwei Jahresabschlüsse, diverses ausdrucken,  ein Jahresabschluss vorbereiten sowie die Steuer fertig machen, weiterer Fokus: Selbständigkeit, 5 Rezensionen mindestens wöchentlich, Pflege der fünf Webseiten die dauerhaft bleiben und etwas mehr, vielleicht ab Januar das vorsichtige Herantasten an eine Teilzeitstelle.

Meine Domains sind:

http://www.deutsches-welterbe.de (mehr als 1.000 Seiten) 

http://www.musikwelt.eu – wöchentliche Hitparaden und mehr

http://www.bunte-filmwelt.de – mehr als 800 Rezensionen von mir – Name teilweise am Ende des Textes

http://www.schwedisches-welterbe.de

http://www.modellbahnzauber24.de 

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