Sylvester Stallone – Rambo – Johannes Kösegi

Rambo – Last Blood – Letzter Vorhang für den Actionhelden

Kein Kinostar hat das Actiongenre so geprägt wie Sylvester Stallone mit seinen Rambo- und Rocky-Filmen. Nie zuvor hat es auf der Leinwand so viele Kampfszenen, Explosionen oder Schießereien gegeben. Im Gegensatz zu Hunderten von Abkömmlingen mit einer unreflektierten hemmungslosen Gewaltverherrlichung geht es bei diesen Prototypen des Action-Kinos nicht nur um sinnloses Töten einer bestialischen Kampfmaschine. Rambo ist der Inbegriff des desillusionierten Vietnam-Veteranen, der zurückkommt und nicht mehr gebraucht wird. So muss er sich als Einzelgänger durch Selbstjustiz sein Recht verschaffen. Das macht ihn für den Zuschauer zum sympathischen Opfer einer unmenschlichen Gesellschaft.

Fast vier Jahrzehnte nach seinem ersten Action-Abenteuer „Rambo – First Blood“ (1982) zieht der muskelbepackte Ex-Elitesoldat John Rambo ein letztes Mal als Ein-Mann-Armee in den Kampf. Mit „Rambo – Last Blood“ gibt es ein fulminantes Finale eines Kinoepos in fünf Akten. Dabei verabschiedet sich der mittlerweile 73-jährige Actionheld Sylvester Stallone als John Rambo mit einem gewaltigen Paukenschlag. An seiner Seite geraten ihm Paz Vega („Kill The Messenger“), Sergio Peris-Mencheta („Resident Evil – Afterlife“), Adriana Barraza („Thor“), Oscar Jaenada („The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“) und Joaquin Cosio („James Bond 007 – Ein Quantum Trost“) in die Schusslinie. Regie führte Adrian Grunberg nach einem Drehbuch von Matthew Cirulnick und Sylvester Stallone, basierend auf Charakteren von David Morrell. In Deutschland und Österreich hat der Film über 500.000 Kinozuschauer angelockt. Jetzt werden bald noch einige Millionen hinzukommen, denn Universum Film bringt verschiedene Blu-ray-Versionen des Actionspektakels heraus. Neben dem Hauptfilm (101 Minuten) gibt es Bonusmaterial von mehr als einer Stunde Länge, darunter die Featurettes „Drawing Last Blood“ und „From First Note to Last Blood“.

Elf Jahre mussten die Rambo-Fans seit dem letzten Teil „John Rambo“ (2008) warten bis zum letzten Akt ihrer Ikone in deren vielleicht persönlichster Mission. Mittlerweile lebt der von seinen unzähligen Einsätzen in Vietnam, Afghanistan und Myanmar sichtlich gezeichnete Kriegsveteran zurückgezogen auf einer abgelegenen Farm in Arizona. Er hat dort nach den vielen traumatischen Erlebnissen endlich Frieden gefunden und in seiner Haushälterin und deren Enkelin eine Familie. Doch der einstige Elitekämpfer kommt nicht zur Ruhe, als die junge Gabrielle (Yvette Monreal), die Enkelin seiner Haushälterin, die für Rambo wie eine Tochter ist, plötzlich von einer mexikanischen Verbrecherbande verschleppt und misshandelt wird. Erneut hält die Gewalt Einzug in Rambos Leben. Brennend vor Wut begibt er sich auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko, entfesselt seinen Killerinstinkt und startet einen akribisch geplanten und brutalen Rachefeldzug gegen Gabrielles Entführer. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber.

Der Film entstand für die Teile in Arizona vor allem in Bulgarien, zum Teil im Palast des ehemaligen Königs. Die Mexiko-Szenen wurden auf Teneriffa gedreht, der Kanarischen Insel mit den größten landschaftlichen Kontrasten vom Sandstrand bis zum Hochgebirge.