„Das Vermieter-Set“ von Stiftung Warentest – Rezension von JOhannes Kösegi

Alles, was Vermieter wissen müssen

Günstige Zinssätze machen es möglich, dass es in Deutschland immer mehr Besitzer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen gibt. Durch diesen ständig steigenden Anteil ist es an der Zeit, dass es auch Ratgeberliteratur für Wohnungsbesitzer und Vermieter gibt. Denn bisher waren Informationsbroschüren meistens für Mieter gedacht, weil sie lange Zeit die Mehrheit in unserem Land stellten. Das galt auch für viele Publikationen der Stiftung Warentest. Jetzt hat die Finanztest-Redaktion den neuen Trend entdeckt und bringt mit dem „Vermieter-Set“ eine interessante Broschüre mit den wichtigsten Informationen für Vermieter heraus. Viele Länder in Europa haben einen wesentlich höheren Wohnungseigentumsanteil als Deutschland.

Durch die noch immer hohe Anzahl an Mietern und einigen rein profitorientierten großen Wohnungsbaugesellschaften sind die Vermieter hierzulande etwas in einen schlechten Ruf geraten. Dass dies zu Unrecht geschieht, beweist die Mehrzahl der Kleinvermieter, die einmal in gutem Glauben eine Eigentumswohnung als Altersvorsorge erworben haben. Dass es dann bei der Vermietung auch zu Konfliktfällen zwischen Vermietern und Mietern kommen kann, lässt sich wegen der verschiedenen Blickwinkel leider nicht ganz vermeiden.

Das „Vermieter-Set“ ist ähnlich informativ wie ähnliche Broschüren zu Vorsorge, Notfall oder Nachlass. Ungefähr die Hälfte des Buches besteht aus wichtigen Informationen zu Mietverträgen, Nebenkostenabrechnungen, Übergabeprotokoll und Kündigung, die andere Hälfte enthält wertvolle Formulare zum Heraustrennen und Ausfüllen.Ein Kurzratgeber beantwortet zunächst auf mehreren Seiten die zehn wichtigsten Fragen wie „Ist eine Hausordnung verpflichtend? Darf der Mieter untervermieten, Haustiere halten, auf dem Balkon grillen, in der Wohnung rauchen, oder die Kaution mit der Miete verrechnen? Darf der Vermieter Schlösser austauschen?“

Die einzelnen Kapitel decken die gesamte Zeitspanne von der Suche eines Mieters bis zur Kündigung ab. Viel Ärger bis zur gerichtlichen Auseinandersetzungen kann man sich bereits bei der Wahl eines richtigen Mieters ersparen. Zentrales Kriterium ist dabei seine Zahlungsfähigkeit. Aber man muss auch menschlich wenigstens halbwegs miteinander klarkommen und sollte sich keinen Querulanten ins Haus holen. Auch sollte man immer die aktuelle Lebenssituation im Blick behalten, wenn es auch viele Möchtegern-Mieter immer wieder schaffen, wichtige Dinge zu verheimlichen und der Vermieter darauf hereinfällt. Über die Wahl des richtigen Mieters lässt sich vieles besser steuern als über komplizierte vertragliche Regelungen. Neben dem persönlichen Eindruck sollte man auf eine Mieterselbstauskunft nicht verzichten, um die berufliche und finanzielle Situation des Mieters besser einschätzen zu können.

Beim Mietvertrag gilt es einiges zu beachten, denn er ist die rechtliche Grundlage eines möglicherweise Jahrzehnte dauerndes Mietverhältnisses. Sein Inhalt lässt sich später nicht mehr einseitig ändern, weshalb bei den Formulierungen Vorsicht geboten ist. Auch wenn ein Mieter vor der Vertragsunterzeichnung noch so freundlich erscheint, können sich Menschen und Lebensverhältnisse zum Negativen ändern. Dafür braucht man einen sorgfältig und vorausschauend formulierten Mietvertrag.

Zu den meisten Streitereien zwischen den Mietparteien kommt es wegen der Nebenkostenabrechnungen oder bei Mieterhöhungen. So kommt es zu Problemen wegen Mängeln, Schönheitsreparaturen oder nicht erfolgten Mietzahlungen oder nicht gerechtfertigten Mietminderungen. Nützliche Tipps werden gegeben, was man tun kann, bevor man gleich vor Gericht zieht mit hohen Kosten und meist unbefriedigendem Ausgang. Kündigungen sind ein eigenes Kapitel für sich, wobei hier eindeutig der Mieter im Vorteil ist. Für den Vermieter gibt es dabei strenge Auflagen, auch wenn er noch so schlecht mit dem Mieter zurechtkommt.

Dieses Vermieter-Set bietet vor allem Kleinvermietern wichtige Informationen, die mehr Geld einsparen als sie kosten. Denn meist sind es juristische Laien, die ohne Vorwissen nicht ohne den teuren Rat von Profis auskommen. Von der Mietersuche bis zum Auszug wird alles einfach und übersichtlich erklärt, ergänzend gibt es Formulare und Verträge zum Heraustrennen und Ausfüllen,vom Mietvertrag bis zur Kündigung, dem Übergabeprotokoll oder der Nebenkostenabrechnung. Eine zusätzliche wichtige Hilfe für die Nebenkostenabrechnungen sind selbstrechnende Formulare zum Herunterladen.Alle wichtigen Fragen werden leicht verständlich und trotzdem rechtssicher beantwortet. Die Autoren sind Fachanwälte für Miet-und Wohnungsrecht.

Das Vermieter-Set hat 176 Seiten und ist für 16,90 Euro im Handel erhältlich oder kann online bestellt werden unter www.test.de/vermieterset.