Indiskret, Unternehmen Petticoat, Charade – Rezension von JOhannes Kösegi

Indiskret, Unternehmen Petticoat, Charade

Cary Grant (1904-1986) zählt vor allem wegen seiner Auftritte in vielen Komödien zu den beliebtesten Hollywood-Schauspielern. Kaum ein Darsteller kann sich bezüglich Charme, Stil und Lässigkeit mit ihm messen, sodass ihn das American Film Institute zu einem der bedeutendsten männlichen amerikanischen Filmstars aller Zeiten kürte. Neben legendären Auftritten in Screwball-Komödien wie „Leoparden küsst man nicht“ (1938) oder Hitchcock-Klassikern wie „Über den Dächern von Nizza“ (1955) und „Der unsichtbare Dritte“ (1959) verkörperte der vielseitige Cary Grant auch Rollen in Thrillern und sogar komödiantischen Kriegsfilmvarianten.

Die große Bandbreite seines Könnens präsentiert StudioCanal mit drei Blu-ray-Premieren nach einer digitalen Überarbeitung in bester Qualität. Die Filme stammen aus der Zeit um 1960, als Grant oft in mehreren Filmen in einem Jahr zu sehen war. Sie zeigen nebenbei einige der attraktivsten Hollywood-Diven der damaligen Zeit an seiner Seite.

„Indiskret“ (100 Minuten), eine Romanze aus dem Jahr 1958, brachte Grant an der Seite der großartigen Schwedin Ingrid Bergman („Casablanca“, „Berüchtigt“, „Mord im Orientexpress“) seinen ersten Golden Globe. Norman Krasna, auf dessen Bühnenstück die Inszenierung „Kind Sir“ basiert, steuerte auch das Drehbuch zur Verfilmung bei. Während sie es auf der großen Bühne zu Ruhm gebracht hat, findet die Schauspielerin Anna Kalman (Ingrid Bergman) in der Liebe kein Glück. Als sie den attraktiven NATO-Diplomaten Philip Adams (Cary Grant) kennenlernt, scheint sich das Blatt zu wenden. Bis sich herausstellt, dass ihre Geliebter bereits verheiratet ist. Ingrid Bergmans legendärer Ausruf „Damned!“, als sie dies erfährt, ging in die Filmgeschichte ein.

Die turbulente zweistündige Komödie „Unternehmen Petticoat“ (1959) ist eine Satire über Versorgungsengpässe an der Pazifik-Front im Zweiten Weltkrieg im Dezember 1941. Kommandant Matt Shermans U-Boot wird beim Angriff der Japaner schwer getroffen. Er muss darum kämpfen, um das U-Boot vor der Verschrottung zu bewahren. Notdürftig geflickt strandet das Schiff zur Ausbesserung auf einer Insel. Dort nimmt Sherman fünf gestrandete Krankenschwestern mit an Bord und die Moral auf dem Schiff sinkt schlagartig. Zum Wiederaufbau wird ihm Lieutenant Nicholas Holden (Tony Curtis) zur Seite gestellt, ein Lebemann, dessen Eskapaden die Sea Tiger auf höchst ungewöhnliche Kurse bringen. Als das Schiff auch noch einen rosa Anstrich erhält, läuft die Moral schließlich vollkommen aus dem Ruder. Grant wirkte hier auch als Koproduzent und wollte Tony Curtis („Manche mögen’s heiß“, „Das große Rennen rund um die Welt“, „Mord im Spiegel“) unbedingt an seiner Seite haben. Als ungleiches Dream-Team laufen die beiden Leinwandlegenden unter der Regie von Komödien-Spezialist Blake Edwards („Frühstück bei Tiffany“) auf hoher See zu Höchstform auf. Die Kriegsfilmkomödie wurde nicht zuletzt dank dieser Besetzung zum Kassenschlager, außerdem für einen Oscar für das beste Original-Drehbuch nominiert und mit einen Golden Globe ausgezeichnet.

Die dritte Neuerscheinung ist „Charade“ (114 Minuten) von 1963, eine originelle Mischung aus Komödie, Krimi und Thriller, inszeniert wie „Indiskret“ von Stanley Donen. Die neue Hochglanzversion dieses Klassikers ist nebenbei auch eine Huldigung an die Leinwandikone Audrey Hepburn („Sabrina“, „Frühstück bei Tiffany“, „My Fair Lady“), die am 4. Mai 2019 ihren 90. Geburtstag gefeiert hätte. In diesem schwungvollen Verwechslungsdrama spielt sie die Dolmetscherin und junge Witwe Reggie Lampert, die von drei Kriegskameraden ihres kürzlich ermordeten Mannes wegen einer angeblich gestohlenen Summe von 250.000 Dollar bedroht wird und Schutz bei einem rätselhaften Amerikaner findet. Die perfekte Mischung aus spannendem Spionagethriller und romantischer Komödie könnte auch von Hitchcock stammen, denn das mit überraschenden Wendungen gespickte Drehbuch besticht durch amüsante Dialoge und eine herausragende Besetzung, zu der neben Cary Grant und Audrey Hepburn auch Walter Matthau („Ein seltsames Paar“, „Der große Coup“, „Der Glückspilz“) zählt.