Laurel & Hardy – Das Original – Rezension von Johannes Kösegi

Bisher in Deutschland unveröffentlichte Filme und Shows mit dem beliebten Komiker-Duo

Für alle deutschen Fans des weltweit bekannten Komiker-Duos Stan Laurel und Oliver Hardy bietet Studio Hamburg die besondere DVD „Laurel & Hardy – Das Original“. Sie hat zwar nur eine Laufzeit von 70 Minuten, ist aber dennoch eine gute Ergänzung zu den vielen bisherigen DVD-Veröffentlichungen bei Kinowelt / StudioCanal. Besonders beliebt für alle Altersklassen waren im ZDF die zeitlosen Komödien mit dem unvergesslichen englisch-amerikanischen Duo Stan Laurel, eigentlich Arthur Stanley Jefferson (1890-1965), der anfangs noch mit Charles Chaplin auf Tournee war, und Oliver Hardy (1892-1957), im deutschsprachigen Raum besser als „Dick und Doof“ bekannt. Diese DVD enthält einige erstmals in Europa restaurierte und vollständige Fassungen.

Zu sehen ist eine in einem Hotel in Hollywood aufgezeichnete amerikanische Fernsehshow der Reihe „This is your Life“ von 1954, die die beiden Komiker auf eine besondere Art präsentiert, indem viele ehemalige Weggefährten und Freunde überraschend auftauchen und von früheren Zeiten berichten. Neben der Originalversion mit deutschen Untertiteln gibt es auch eine bearbeitete deutsche Fassung davon aus dem Jahr 2008 mit zusätzlichen Filmausschnitten aus einigen ihrer über hundert Kurz- und Spielfilme, darunter der Oscar-prämierte Film „Der zermürbende Klaviertransport“ („The Music-Box“).

Neben dem Originaldokument mit dem Rückblick auf ihr Leben in der Fernsehshow enthält die DVD zwei frühe Filme aus den 1920er Jahren, in denen die beiden Stars noch alleine auftreten. Beide waren in Deutschland bislang noch nicht zu sehen. Der wieder entdeckte Stummfilm „The Handy Man“ („Der hilfreiche Knecht“) von 1923 mit Stan Laurel dauert nur 20 Minuten, nimmt aber schon viele der bekannten Gags und Kalauer von später vorweg. Als versierter Mann in einem großen Anwesen hat Laurel eine Romanze mit einer Köchin (Martha Sterling), aber als der Aufseher (Otto Fries) entdeckt, dass sie bald ein Erbe erhalten wird, beginnt er selbst, sich in sie zu verlieben. Erschwerend kommt das Erscheinen eines mysteriösen Fremden (Harry Mann) hinzu. Bei einer Party in der Villa kommt es erneut zu Streitigkeiten um die Liebesaffäre zwischen dem handlichen Mann und dem Koch. Der Aufseher versucht, es zu unterbinden, der handliche Mann lässt dabei aus Versehen eine Mausefalle fallen mit der Folge, dass alle Gäste die Villa verlassen müssen.

Ein früher Soloauftritt von Oliver Hardy ist im 20-minüten Kurzfilm „Bankrupt Honeymoon“ („Verzauberte Flitterwochen“) von 1926 zu bewundern. Ein frisch verheiratetes Paar (Harold Goodwin, Shirley Palmer) erhält eine Reihe von Geschenken, darunter einen Welpen. Shirley ruft ihren Harold an, der auf der anderen Straßenseite wohnt und verlässt das Haus. Er ruft ein Taxi, das von Oliver Hardy gefahren wird. Sie macht eine kurze Fahrt zu ihrem Haus gegenüber. Das Taxi wartet darauf, dass er sein Geschäft beendet und lässt den Zähler laufen. Als Harold später aus dem Haus taumelt, vergisst er seinen Taxipreis zu bezahlen und das Unglück nimmt seinen Lauf. (12.12.2018)