Zwischen Himmel und Hölle – Luther und die Macht des Wortes

Bei der Reformation handelt es sich um eine kirchliche Bewegung der Erneuerung, deren Zeitraum sich auf die Jahre zwischen 1517 und 1648 eingrenzen lässt. An Bedeutung gewann die Reformation durch das Wirken im Hinblick auf weltgeschichte und kirchengeschichtliche Bedeutung. Die zentrale Persönlichkeit dieser Zeit ist Martin Luther.

Aufgrund seiner Arbeit kam es zu tiefgreifenden Veränderungen bei der Gesellschaft, deren Basis der christliche Glaube war sowie auch bei der Kultur der frühen Neuzeit. Es gibt vieles, was sich ohne die Reformation nicht so einfach erklären ließe. Daher widmet sich dieser Film der Geschichte von Martin Luther und der Macht von Wörtern.

Im Mittelpunkt steht der Reformator Martin Luther, der sich mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel wandte. Angebracht an der Schlosskirche zu Wittenberg wurden diese am 31.10.1517. Doch damit machte er sich mächtige Feinde. Daher erhält er schon bald die Antwort in Form einer Exkommunizierung des Wortführers von Luther. Dabei lässt er nicht mit sich reden und will auch gegenüber dem Kaiser seine Thesen nicht widerrufen. Aufhalten lässt sich die Reformation durch nichts mehr. Allerdings fragt es sich, was der rechte Weg ist. Und so sind sich die einstigen Gefährten Martin Luther, Ottilie Müntzer, Thomas Müntzer, Katharina von Bora, Lukas Cranach d.Äk. und Andreas Bodenstein bald nicht immer einig. Das Ziel soll eine gerechtere Welt sein. Dabei will Thomas Müntzer diese auf jeden Fall durchsetzen und das sogar gegen die Landesfürsten. Auf der anderen Seite steht Martin Lutzher, der von Gewalt gar nichts hält. Der große Streit lässt nicht lange auf sich warten. die Spätfolge davon ist, dass es zur verheerenden Schlacht von Frankenhausen kommt. In Folge davon muss Martin Luther mit dem Verlust von Tausenden Bauern leben, wobei er daran mitschuldig ist. Es erwarten ihn noch weitere Belastungen.

Ohne Frage ist ein Wort mächtig, da es viel aussagen kann. Umso stärker ist die Aussagekraft der 95 Thesen gewesen, die sich insbesondere gegen den Ablasshandel wendeten. Schließlich waren die Thesen der wichtigste Teil der Reformation, die immer weiter um sich griff. Nun kann natürlich niemand sagen, welche Einzelheiten im Detail das Bild die damalige Zeit bestimmten. Und doch bietet der Film einige interessante Einblick in das gesamte Geschehen. Immerhin wird die gesamte Welt damals mit diesen Thesen auf den Kopf gestellt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es innerhalb der Gruppe zu erheblichen Stimmungsschwankungen kommt. Das alles wurde gut inszeniert und ist einen Blick in den zweiteiligen Film wert. Für diejenigen, die sich mit Martin Luther intensiver beschäftigen, hält der Zweiteiler einigen Diskussionsstoff bereit. (Marina Teuscher – 14.03.2018)