Axolotl Overkill

Premiere hatte dieser Film auf dem Sundance Festival. Es ist eine Veranstaltung, in deren Rahmen es zur Verleihung von Preisen in den unterschiedlichsten Kategorien und Sektionen kommt. Da zwischen den einzelnen Bereichen Trennungen vorliegen, gibt es inzwischen vier Hauptwettbewerbe. Dabei handelt es sich wiederum um die 

World Cinema Documentary Competition

World Cinema Dramatic Competition

U. S. Documentary Competition und die

U. S. Dramatic Competition.

Jeder dieser Bereiche hat eine eigenständige Jury. Mittlerweile tagt die „Alfred P. Sloan Prize Jury“ ebenso wie die „Short Film Jury“ regelmäßig. Auf der World Cinema Dramatic Competition des Jahres 2017 hatte der Film Axolotl Overkill Premiere. Für das deutsche Filmdrama schrieb Helene Hagelmann das Drehbuch und führte Regie. Bei diesem Film handelt es sich um die Drehbuchadaption von ihrem Debütroman „Axolotl Roadkill“, der aus dem Jahr 2010 stammt.

Mifti ist 16 Jahre jung. Ihr Leben könnte schön sein. Immerhin ist sie die Tochter von einem reichen Vater, der Künstler ist und sich nicht wirklich verantwortungsvoll verhält. Allerdings lebt sie nicht bei ihm. Vor einiger Zeit hat sie ihre Mutter verloren. Mit ihren älteren Halbgeschwistern Edmond und Annika wohnt sie seitdem in Berlin. Dort schätzt sie insbesondere das Partyleben. Zudem kommt es schon einmal vor, dass sie die Schule schwänzt. Überhaupt will sie nicht so richtig Verantwortung übernehmen. In Berührung bringen sie diese frühen Zeiten mit Sex. Allerdings erweist sich ein anderer Tatbestand als wesentlich schlimmer. Ihre Freundin Ophelia ist drogensüchtig. Dies bringt sie sogar den Drogen nahe.

Sie lernt natürlich auch Erwachsene kennen. Jedoch haben diese ihre eigenen Probleme wie Frust. Manche scheinen besessen von Dingen zu sein oder sind gar verzweifelt. Das ist eine Welt, wie Mifti sie gar nicht mag und mit der sie nichts anzufangen weiß. Deutlich wird das schon an ihrem Vater, für den Kunst eine besonders hohe Bedeutung hat. Einige Menschen glauben an den nahenden Weltuntergang. Für andere Menschen stellt es dagegen fast einen Weltuntergang da, wenn sie nicht das passende zum Anziehen finden.

Eines kann Mifti überhaupt nicht leiden – wenn ein Erwachsener ihr Vorschriften macht. Daher möchte sie auf ihre Weise erwachsen werden. Verantwortung hatte sie lediglich bisher für ihr Haustier, bei dem es sich um einen Axolotl handelte, übernommen. Ihre Welt verändert sich allerdings, als sie die ältere Alice kennenlernt und sich auf eine Affäre mit ihr einlässt.

Ohne Zweifel ist die Leistung von Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer beeindruckend. Den Teenager, den sie im Film darstellt, bringt sie gut rüber. Man ist von der Geschichte irgendwie fasziniert und doch wirkt die Szenerie manchmal auch etwas verstörend. Diese Momente treten insbesondere dann auf, wenn die Halbschwester von Mifti ins Bild kommt. Diese ist mit der Gesamtsituation etwas überfordert, dass sie plötzlich innerhalb der Familie soviel Verantwortung hat. Dabei kommen einige sonderbare Szenen zustande, wenn sie beispielsweise ihre Schwester an den Füßen aus dem Bett schleift. Und dann ist da noch die Szene in der Kantine, als Mifti von der Küchenkraft ein Teller Nudeln entgegen geschmissen wird. Das alles insgesamt wirkt manchmal ein wenig grenzwertig, weil man über das Familienbild grübelt und wird nicht bei jedem auf ungeteilte Begeisterung treffen. Aus sozialkritischer Sicht bietet der Film jedoch einiges an Diskussionsstoff. (Marina Teuscher – 15.01.2018)