Mein neues bestes Stück

Der Rosenkrieg begleitet die Menschen schon viel länger als es scheint. Bekannt ist der Rosenkrieg, den Paare bei einer Trennung haben. Dabei geht es nicht gerade freundlich zu, wie schon der Film „Der Rosenkrieg“ von Danny De Vito zeigt. Und doch gibt es Rosenkriege auch in einer anderen Form. Diese basieren auf den Kämpfen, zu denen es im Zeitraum von 1455 bis 1485 kam.

Beteiligt waren in England die rivalisieren Adelshäuser Lancaster und York. Letztendlich ging es dabei um die Ansprüche auf die englische Königskrone. Rosenkriege, damals wie heute als Streit unter Eheleuten, waren und sind nie wirklich einfach. Auch Jeanne muss in diesem Film die Erfahrung durchleben. Und eines Tages erlebt sie eine Riesenüberraschung – besser noch sie erlebt zwei Überraschungen, die nicht gerade angenehm sind.

Die Architektin Jeanne glaubte, dass sie in ihrer Ehe wirklich glücklich ist. Bei einem Essen erfährt sie, dass ihr Mann die Scheidung will. Schließlich hat er ein neues Glück gefunden. Außerdem will er bei der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder beantragen. Das alles sind Geschichten, die Jeanne natürlich nicht begeistern. Es kommt daher zum Rosenkrieg zwischen ihr und ihrem Noch-Ehemann. Das Ergebnis ist der Verlust vom alleinigen Sorgerecht. In diesem Moment ist das Maß der Dinge für Jeanne erreicht, da sie abgekämpft und frustriert ist. So fast sie als Entschluss, dass sie das andere Geschlecht links liegen lassen will. An diesem Abend sinniert sie darüber, dass man ohne Schwanz gar nichts sei. Schließlich haben sie doch einen Vorteil, weil sie einen Penis besitzen. Doch es kommt die Nacht, in der sich alles verändern wird. Schließlich wacht sie eines Morgens auf und stellt fest, dass sich da plötzlich ein Penis zwischen ihren Beinen befindet. Schnell ist sie mit ihren Nerven am Ende. Jetzt kann nur ihr Gynäkologe helfen, ist sie der Meinung und sucht ihn umgehend auf. Sie erklärt ihm, dass es ganz plötzlich aufgetreten ist. Jedoch reagiert ihr Gynäkologe sehr geschockt. Also versucht er ihr zu erklären, dass dies genauso so plötzlich verschwinden könne. Er möchte ihr gern helfen und verspricht es ihr auch. Nur ist ihm kein ähnlicher Fall bekannt. Nur kommt es sogar noch etwas dramatischer. Ihr ganzes Wesen verändert sich, so dass das Fühlen und das Denken sowie das Verhalten dem eines Mannes gleicht. So kann sie auch keinen Sportkurs besuchen, ohne dass sie anfängt wie ein Mann zu reagieren.

Der Film ist etwas schwer einzugrenzen. Dies mag zum einen daran liegen, dass die Hauptdarstellerin Audrey Dana in Deutschland noch nicht so bekannt ist. Allerdings erhält sie mit Christian Clavier prominente Unterstützung. Dieser Überraschungsmoment und seine Hilflosigkeit sowie der Wille zur Hilfe, als Jeanne mit ihrem neuen besten Stück vor ihm steht, ist Kontrast zur ihrer teilweisen hysterischen Stimmung in dieser Situation gut dargestellt. Allerdings wirkt der Film an manchen Stellen doch ungewöhnlich, wenn Jeanne die Bedürfnisse eines Mannes hat und diese in manchen Szenen in den Vordergrund bringt. Diese und manche andere Szene wirken mitunter etwas ungewöhnlich. Schließlich ist auf der einen Seite die ruhige Jeanne, die plötzlich als Mann leicht draufgängerisch veranlagt ist. Einige interessante Momente wie diese verleihen dem Film etwas Reizvolles. (Marina Teuscher – 18.12.2017)