Der König von Berlin

Horst Evers hat einen Namen als Kabarettist und Autor. Er hat Sozialkunde und Germanistik studiert. Erste Texte hat er bereits während seines Studiums geschrieben. Veröffentlicht wurden diese Texte in der Zeitschrift „Salbader“, bei der als Mitgründer tätig ist. Im Jahr 2012 schrieb er die Kriminalkomödie „Der König von Berlin“, die im Jahr 2017 verfilmt wurde. Für das Drehbuch und die Regie war Lars Kraume verantwortlich.

Im Mittelpunkt steht Kommissar Carsten Lanner, der trotz seines Alters als ehrgeizig gilt. Bei ihm kommt es anlässlich einer Fortbildung zu einer Versetzung von Cloppenburg nach Berlin. Dort findet er nicht sofort Anschluss. Schließlich fällt den neuen Kollegen sein Übereifer auf. Allerdings gibt es eine Kommissarsanwärterin, die einen ähnlichen Übereifer an den Tag legt. Carola Rimschow beschäftigt sich näher mit ihm. Ebenso unterstützt sie ihn bei der Arbeit.

Das hat er gerade nötig, weil es um den Fall von Erwin Machalik geht. Für seine Kollegen war dies ein Selbstmord. Daher wurde in dem Fall nicht mehr er mittelt. Jedoch ist Christian anderer Meinung, weshalb er seine Ermittlungen weiterführt.

Bei Machalik hat es sich um den Inhaber von einer Firma für Schädlingsbekämpfung gehandelt. Seitens des Magistrats der Stadt erhielt seine Firma den Auftrag, die Stadt von den Ratten zu befreien. Ganz unproblematisch war Ernst Machalik nie, weil er sich als den König von Berlin sah und sich dementsprechend aufgespielt hat. Sofern ihm etwas zustoßen sollte, würde er die Stadt mit einer Rattenplage belegen, hatte er dem Stadtrat einst gedroht. Schon bald finden sich Spuren, dass das nicht nur einfach so daher gesagt war. Schließlich kommt Kammerjäger Toni Matthes mit einer Ratte in Berührung, bei der keines seiner Gifte hilft. Also musste er selbst Hand anlegen. Schnell bildet er sich seine Meinung zu dieser Ratte, die er für eine neue Gattung hält. Plötzlich tauchen in Berlin immer mehr Ratten auf. Daher nimmt Matthes Kontakt mit Lanner auf. Es sei in der Kanalisation eine Zuchtstation von Ratten zu finden. Aus diesem Grund erhält er die Ernennung zum obersten Rattenjäger von Berlin. Für die Söhne von Machalik taucht noch ein anderes Problem auf, da es sich bei Toni um ihren Halbbruder handelt. Kann darin ein mögliches Tatmotiv zu finden sein?

Die Geschichte erinnert ein wenig an den Rattenfänger von Hameln. Dabei wurde die Geschichte nach einer anderen Romanvorlage verfilmt. Inwieweit sich dabei eine Übereinstimmung mit der Vorlage und dem Film ergibt, kann nicht beurteilt werden. Allerdings bekommt man an einigen Stellen des Films schon den Gedanken an eine Persiflage. Es wirkt ein wenig halbherzig, wenn er sich von Kollegen ins Büro bringen lassen will und diese einfach weggehen. Dem Grunde nach ist es eine etwas sonderbare Mischung, die den Film zu einem netten Abendfilm macht. Schließlich vermutet man teilweise in Christian nicht unbedingt den Kommissar, der den durchdringenden Erfolg hat. Insofern hat der Film auch einige überraschende Seiten, um einen Abend zu verkürzen. (Marina Teuscher – 19.12.2017)