Love & Friendship

In der Zeit des Regency hat Jane Austen ihre Werke verfasst. Innerhalb der englischen Literatur gelten ihre Werke „Stolz und Vorurteil“ und „Emma“ als die Klassiker der englischen Literatur. Mit dem Schreiben hat sie bereits im Alter zwischen 19 und 22 Jahren begonnen. Allerdings kam es teilweise erst Jahre später zur Veröffentlichung von Romanen wie dies auch für den Briefroman „Lady Susan“ gilt. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Briefen, die sich zu einer Handlung ergeben.

Zunächst kommt es im Prolog zur Einführung der Hauptpersonen. Dabei tritt auch Charles auf, der Lady Susan gegenüber eine Bemerkung von Reginald verteidigt. Im Mittelpunkt des weiteren Geschehens steht Lady Susan Vernon. Sie punktet mit ihrer Schönheit und ihrer Intelligenz. Einfach ist das Leben zum Ende des 18. Jahrhundert nicht für sie. Schließlich hat sie ihren Mann verloren. Als wäre dies nicht ohnehin schon genug, geraten plötzliche Gerüchte in Umlauf. Der Inhalt läuft darauf hinaus, dass Lady Susan eine Affäre mit einem Mann hat, der verheiratet ist. Nur einmal wäre das Gerücht in Ordnung, wenn gleich es auch zu viel ist. Doch nehmen die Gerüchte immer mehr zu. Aus diesem Grund will sich Lady Susan für eine Weile aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Dabei wählt sie als Rückzugsort den Landsitz von ihrem Schwager Charles aus. Sie kündigt sich schriftlich an und führt als Grund an, dass sie endlich ihre Schwägerin und die Kinder kennen lernen will. Dort sammelt sie neue Kraft und beschließt, sich einen neuen Ehemann zu suchen. Schnell ist die Wahl getroffen. Es handelt sich um Reginald De Courcy. Er ist der Bruder von ihrer Schwägerin Catherine, mit der sie doch vermehrt Hass verbindet. Allerdings hat Lady Susan die Rechnung ohne ihre Tochter gemacht. Die etwas lästige Frederica hält gar nichts von den Plänen ihrer Mutter, die als durchtrieben bekannt ist. Daher scheint es Sinn zu machen, wenn Frederica auch einen Heiratspartner findet. Bei soviel Problemen ist es gut, eine Vertraute zu haben, auf deren Loyalität man bauen kann. Dabei handelt es sich um Alicia Johnson, die allerdings verheiratet ist. Ihr Ehemann ist sehr schlecht auf Lady Susan zu sprechen, dass er ihr gegenüber sogar ein Hausverbot erteilt hat. Es kommt allerdings noch schlimmer für sie, wobei ihrer Tochter Schuld an einigen Ereignissen hat. Schließlich passt es Frederica nicht, dass sie verheiratet werden soll. Und so sucht sie das Gespräch mit Reginald. Ihm erzählt sie von den Absichten, die ihre Mutter hat. Natürlich ist dieser nicht begeistert und will alles hinter sich lassen inklusive aller Beziehungen.

Es ist immer wieder beeindruckend, mit welcher Perfektion die Produktion historischer Filme erfolgt. Dies gilt jetzt auch für den Film, mit dem die Geschichte von Lady Susan erzählt wird. Sie ist eine Frau, die auf ihre Weise dem Leben die angenehmen Seiten abgewinnen will. Dabei zeigt sich, dass es gut ist, als Frau auch Durchsetzungsvermögen zu besitzen. Mit ihrer Gestaltung der Rolle verleiht Kate Beckinsale dem Film eine besondere Würze. Schließlich gibt es das eine oder andere Wortspiel zwischen den unterschiedlichsten Hauptfiguren, was den Film reizvoll macht. Für einen Film aus dieser Zeit ist das Werk gut gelungen. Natürlich darf man nicht erwarten, dass es große Action-Effekte gibt. Doch bietet der Film mit seiner Handlung und den Gesprächen einen interessanten Fernsehabend, der anders ausgeht, als man es erwarten mag. (Marina Teuscher – 11.10.2017)