Mörder des Klans

Geht es um die Darstellung von komplizierten oder psychopathischen Menschen, führte über einen langen Zeitraum im vergangenen Jahrhundert kein Weg an Klaus Kinski vorbei. Auch getriebene Figuren hat er so überzeugend dargestellt, dass er bald schon einer der international gefragtesten Filmschauspieler war. Gleichzeitig kam es über viele Jahre zu einer künstlerisch herausragenden Zusammenarbeit mit Werner Herzog. Seine hohen Bekanntheitsgrad verdankte Klaus Kinski seinen Rollen in den Filmen der Reihe Edgar Wallace sowie den Italowestern. Abenteuerlich geht es auch in dem hier vorliegenden Western zu.

Gerade hat die Hogan-Bande einen Raubzug abgeschlossen. Ihr nächstes Ziel soll eine Ranch so, wo sie die Ankunft der Beute erwarten wollen. Doch noch vorher schlägt das erste Mal ein Unbekannter zu. Nach dem die Bande Sam findet, entdecken sie an der Tür einen Zettel. Ein gewisser John Webb erwartet sie auf der Jackall Ranch. Es ist genau der Ort, an dem die Bande sich mit Daisy verabredet hat. Während dessen ist John Webb bereits auf der Ranch angekommen und spricht die ersten Worte mit dem Großvater und seiner Enkelin. Dann taucht etwas später der Großteil der Bande auf der Ranch auf. Die Mitglieder kommen dabei mit John Webb ins Gespräch. Allerdings erklärt dieser, dass der Boss nicht dabei sei. Das führt dazu, dass sich die Mitglieder erst einmal raus reden wollen. Wenig später jedoch taucht Hogan auf und kommt mit John Webb ins Gespräch. Natürlich versucht Hogan heraus zu finden, was John will. Allerdings ist dies nicht so einfach. Schließlich meint er, dass es doch sein könne, dass er mit einem der Komplizen zusammenarbeitet. Allerdings macht er Hogan einen Vorschlag, er will die Hälfte des Goldes, das Daisy vorbeibringen soll, um die Bande nach Mexiko zu bringen.

Die Rolle des John Webb ist klug angelegt. Er schafft es geschickt, ein erstes Mal Unruhe in die Bande zu bringen. Bald vertraut keiner mehr dem anderen, was sich mit diesen kleinen psychischen Tricks durch den gesamten Film zieht. Diese sind beeindruckend und geschickt eingebaut. Natürlich kommt es noch zu einem interessanten Showdown, der noch einige Geheimnisse wie um John Webb lüftet. Vor allem zeigt Klaus Kinski in manchen Szenen sein Können, was ihn so bekannt gemacht hat. An diesem feinen Western hat jeder Westernliebhaber Freude. Dies wird schon durch elegante Psycho-Spielchen unterstützt.(Marina Teuscher – 31.10.2016)