Dieter Wedel – Vom schönen Schein und wirklichen Leben

Mittlerweile hat Dieter Wedel den Zuschauern so viele Meisterwerke zum Anschauen geschenkt, das Grund genug vorhanden ist, einmal auf sein Leben zu schauen. Jetzt ist seine Autobiografie – Dieter Wedel – Vom schönen Schein und wirklichen Leben – erschienen, die er zusammen mit Claudia Thesenfitz verfasst hat. Darin werden sein Leben und die verschiedenen Facetten betrachtet.

Und sein Leben war ja ziemlich turbulent. Seit Jahrzehnten ist er als Drehbuchautor und als Regisseur aktiv. So bekam er schon früh mit dem Theater Kontakt und studierte später Theaterwissenschaften. Richtig aktiv als Autor und als Regisseur von Hörspielen hat Dieter Wedel ab dem Jahr 1966 gearbeitet. Sechs Jahre später wurde der Dreiteiler „Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims. Die Hauptcharaktere waren die Familie Semmeling, deren Probleme vielen Menschen aus der Seele sprachen. Vier Jahre später tauchte die Familie Semmling wieder auf. Nun wurde der Urlaub geplant und wahrgenommen. Dabei kamen wieder einmal alle Facetten, die der Urlaub besitzen kann, zur Sprache.

Dann entschloss er sich zwei Jahr später zur Selbständigkeit, was eine sehr gute Entscheidung war. Schließlich verdanken wir ihm zahlreiche mehrteilige Fernsehverfilmungen, wie unter anderem „Der große Bellheim“ und „Der König von St. Pauli“.
Inzwischen leitet Dieter Wedel mehr als sieben Jahre die Nibelungenfestspiele von Worms. Erst hat er als Regisseur dort gearbeitet und mittlerweile jetzt als Intendant. Natürlich hat er auch weiterhin große Pläne: Was für Worms die Nibelungenfestspiele sind, möchte er in diesem Jahr auch in Dresden verwirklichen. Der Aufführungsort soll der Dresdner Zwinger sein.

Für seine Arbeit ist Dieter Wedel auch mehrfach ausgezeichnet worden. So erhielt er beispielsweise die Grüne Kamera, den Adolf-Grimme und den Bambi.

Bei soviel Berühmtheit war es natürlich Zeit für eine Autobiografie und diese ist sehr umfassend ausgearbeitet worden. Claudia Thesenfitz und Dieter Wedel haben dabei eng zusammen gearbeitet. Schon die Vorworte lassen einiges an Überraschungen aufkommen. Herr Wedel gibt ja stets viele Interviews, doch die Interviews im Buch sind wirklich gelungen. Da vertritt der bekannte Regisseur Meinungen, mit denen er einigen Menschen aus der Seele sprechen dürfte. Andererseits sind Dieter Wedel jede Menge Kritiken zu teil geworden, da dies immer wieder die Massen anzog. Doch es gab auch ein Leben vor dem ganzen Ruhm und dieses war gar nicht so leicht, wie sich in dem Buch zeigt.

So erleidet er mit 14 Jahren den schwersten Verlust, den ein Junge in dem Alter erleben kann. Gleichzeitig ebnet sich ihm wenige Monate vorher der Weg in die Theaterwelt, da seine Lehrer ein Talent bei ihm bemerken. Natürlich musste auch er den langen Weg der Ausbildung beschreiten.

Dabei erzählt er auch in vielen Interviews und in den Passagen des Buches, aus welchen Bereichen er so manche Inspirationen für seine spannenden Geschichten nimmt. Außerdem erfolgt auch ein tiefer Einblick in die Dreharbeiten seiner zahlreichen Produktionen wie beispielsweise „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ oder „Die Semmelings“.

Zu Wort kommen in den Interviews des Buches natürlich auch andere Personen wie beispielsweise Schauspielerinnen und Fernsehkritiker. Gleichzeitig finden sich auch Interviews wieder, die andere Personen mit Dieter Wedel geführt haben.

Das Buch liest sich insgesamt sehr gut und bietet einen wirklich tiefen Einblick. Vor allem werden Geheimnisse gelüftet, die nicht jeder bei Dieter Wedel erwartet. Das Leben von einem der besten Filmemacher von Deutschland wird von einer völlig neuen Seite gezeigt. Empfehlenswert für jeden, der einmal beides oder auch nur einen Teil kennen lernen möchte: Den Menschen Dieter Wedel und sein Leben sowie die Welt des Films. (Marina Teuscher – 2010)