Einsam und kalt

Rentiere sind in den unterschiedlichsten Regionen der Welt beheimatet. Zu finden sind die Rentiere auch in Skandinavien, wo viele Menschen sich aktiv der Rentierzucht widmen. Schon zu Zeiten der Höhlenzeichnungen in der Steinzeit lassen sich Spuren finden. Es kommt dabei zu einer Unterteilung von Waldrentieren und Tundrarentieren, wobei in den Gruppen noch weitere Arten von Rentieren zu finden sind. Um Rentierzucht geht es auch im vorliegenden Krimi.

Die Einleitung im Allgemeinen

Im Mittelpunkt steht Kautokeino im Norden von Norwegen. Dort leben die Samen, deren Lebensinhalt bis heute die Rentierzucht darstellt. Es handelt sich um den Ort, an dem Anna Magnusson zurückkehrt. Sie arbeitet als Staatsanwältin und hat jahrelang in Stockholm gelebt. Ihre Rückkehr erfolgt allerdings nicht ohne Grund. Von ihren Verwandten hat sie die Bitte erhalten, dass sie ihren Cousin verteidigen soll. Dieser wird der Vergewaltigung von einer Frau beschuldigt. Die Situation eskaliert plötzlich dramatisch, als diese Frau in der eisigen Wildnis leblos aufgefunden wird. Dies weckt das Misstrauen in Anna. Daher beginnt sie mit ihren Ermittlungen und wird in einige Abenteuer gestürzt. Sie soll ein Mordanschlag treffen, dem sie allerdings knapp entgeht. Vielmehr eröffnet sich ihr ein Konflikt mit einem archaischen Ausmaß, der mitten im Herzen von Lappland tobt.

Der tiefere Blick in die Geschichte

Vom Joik ging eine eigenartige Kraft aus. Dabei handelte es sich um eine befreiende und zugleich bejahende Wirkung. Verbunden damit war ebenso der ironisch herausfordernde wie auch spöttische oder verächtliche Gedanke. Früher hat er sich nicht einmal Gedanken darum gemacht. Auch spielerisches oder Leichtigkeit nahm er nicht in dem Sinne wahr. Es war auch so ein Verständnis für die Sprachmelodie vorhanden wie in dieser Nacht. Ein betrunkenes Krakelen war dies nicht. Eher handelte es sich um Touristennummern mit einem unbeholfenen einstudierten Charakter. Im Festkolt waren dort alte Frauen und Männer zu sehen. Nervös beobachteten sie das Publikum und joikten Beschreibungen über die Natur. Dabei suchte sich der Joik seinen Weg durch die rauchgeschwängerte Luft und vereinte sich mit den Noten der Tanzmusik. Er beobachtete dies aus einer guten Entfernung. Da veränderte sich seine Einstellung zum Joik. Er gewann diesem Begriff mehr Lebensfreude ab. Es tauchten die Gedanken an Zugehörigkeit und Gemeinschaft in ihm auf, was er bisher so nicht erlebt hat. Die Geräusche und auch das Flüstern ignoriert er, als durch den Raum geht. Einige Zeit später telefoniert er mit seiner Großmutter, die ihn dringend zu sich beorderte. Es waren zwar Fragen offen, doch würde er die Antworten wohl erfahren, wenn er erst einmal bei seiner Großmutter sein.

Wenig später beginnt Anna mit ihren Erzählungen. Sie trifft gerade auf Kerstin, die ihr damals half, als sie beim Amtsgericht anfing. Etwas später holt Anna ein Foto aus der Tasche und äußerte den Gedanken, das möglicherweise einer der Büroassistenten noch eine bessere Kopie davon anfertigen könne. Gemeinsam waren sie auf dem Weg über die Fußgängerbrücke in Richtung Amtsgericht Södertörn unterwegs. Dort war innerhalb des Gebäudes die Luft so stark mit Reinigungsmitteln belastet, dass sogar Anna’s Nase zu reagieren anfängt. Gerade als es dort zu einer Urteilsverkündung kommt, ist Kerstin mit einer Vergrößerung des Fotos zurück. Außerdem hielt Kerstin auch noch eine Ticketbestellung in den Händen. Nun sah sich Anna das Foto an. Allerdings sah sich Anna das Foto an. Noch immer war es ihr nicht möglich, sich ein Bild von Nils Mattis zu machen. Bei ihr entstand der Eindruck, dass Nils eine eher abweisende Position einnahm. Nach einem kleinen Disput mit dem Richter fuhr dieser in seiner Urteilsverkündung fort.  Anna wusste bereits, dass es beim Prozess zur Verkündung von einem Freispruch käme. Dazu hatte die Polizei die Ermittlungen zu schlampig durchgeführt und die Beweissicherung ebenfalls vernachlässigt. Als die Verhandlung vorbei war, gingen sie ins Büro, um die weitere Planung zu besprechen. Es galt einige Termine zu verschieben, da Anna auf Wunsch ihrer Großmutter in die Heimat kommen sollte. Mittlerweile ist es 10 Jahre her, dass Anna zuletzt in der Heimat war.

Mehr zum Autor

Lars Petterson hat das Buch geschrieben. Er arbeitet als Schriftsteller und Filmemacher. Während des Winters lebt er in Nordnorwegen. Dort spielen auch die von ihm geschriebenen Geschichten. In der restlichen Zeit des Jahres zieht es ihn nach Mittelschweden in die Stadt in die Stadt Linderberg. Bei diesem Buch handelt es sich um seinen ersten Roman. Dafür erhielt er von der schwedischen Krimiakademie den renommierten Debütanten-Preis.

Weitere Titel

Mord am Polarkreis

Fazit

Die schwedischen Krimis haben schon seit Jahren unzählige Leser in ihren Bann gezogen. Schließlich bietet sich für diese Geschichten eine ganz ungewöhnliche Landschaftsregion an. Allerdings spielen viele der Krimis oft im schwedischen Stockholm und der Umgebung. Mitunter taucht jedoch ein Autor auf, der andere Wege geht wie jetzt Lars Petterson. In dieser Geschichte gerät diesmal mit Lappland eine Region in den Vordergrund, die bisher nicht so häufig im Mittelpunkt steht. Es handelt sich um Kautokeino, wo Teils des Volks der Samen oder der Lappen leben. Leser erhalten einen sehr intensiven Einblick in das Leben der Samen. Einen deutlichen Stellenwert erhält in dem Buch allerdings auch das Familienleben und der daraus entstehende Zusammenhalt. Auch die weitere Handlung des Krimis ist geschickt aufgebaut und lädt zum Lesen ein. (Marina Teuscher – 31.05.2016)