Die letzte Zeugin

Dubrovnik, einst bekannt als Republik Ragusa, liegt im südlichen Kroatien an der Adria. Oft ist die Rede von der Perle der Adria oder vom kroatischen Athen.  Dazu trägt zunächst die hohe politische Bedeutung bei, die die Stadt seit vielen Jahrhunderten besitzt. Doch auch kulturell besitzt die Stadt einen hohen Bekanntheitsgrad, so dass heute vom kulturellen Zentrum von Kroatien gesprochen wird. Schon in der Antike kam der Stadt eine hohe Bedeutung zu, wie der neueren archäologischen Funden zu entnehmen ist. Noch heute zeichnet sich die Stadt durch Sehenswürdigkeiten aus, die bei der UNESCO zur Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes geführt haben. Diese Stadt hat es jedoch nach dem Jahr 1989 nicht immer wirklich einfach gehabt. Genau in diese Zeit blickt der Thriller „Die letzte Zeugin“ zurück, das jetzt erhältlich ist.

Die Einleitung im Allgemeinen

Die Kindheit wird Carla Lane gestohlen. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie in einem Gefangenenlager in Bosnien. Eines Tages soll alles noch schlimmer werden. In dem Lager kommt es zu einem grauenvollen Massaker. Carla überlebt scheinbar als einzige aus ihrer Familie. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen. Jetzt will sie sich selbst auf die Jagd begeben. Schließlich gibt es da noch ihren Bruder, der als verschollen gilt. Ihn möchte sie finden, allerdings auch die Menschen, die für die Zerstörung ihres Lebens verantwortlich sind. Damit rennt sie jedoch offene Türen ein. Diese Menschen wollen sie nämlich raushalten, weil sie nicht wollen, dass Carla redet.

Der genauere Blick in die Geschichte

Zunächst wird in dem Buch eine Zeitachse von 25 Jahren präsentiert. Diese beginnt mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall der Sowjetunion. Zitiert werden ferner die Jahre 2001 und 2006. Im darauf folgenden Prolog werden die Wirrungen des Krieges beleuchtet. Danach beginnt die Geschichte richtig und führt ins Jahr 1981 zurück. Es geht zunächst um David, einen jungen Mann im Alter von 21 Jahren. Er hat seinen Weg ins Leben noch nicht gefunden und ist schüchtern. Mitten im Sommer kommt es zwischen David und seinem Vater zu einem handfesten Streit. Die Situation findet ihre Eskalation in einem Faustschlag, der David eine blutige Lippe einbringt. Dass dieser Schlag besonders heftig ausfällt, liegt daran, dass sein Vater Soldat in einer Eliteeinheit ist. Einsätze hatte sein Vater in den Krisengebieten, in die es die USA in den vergangenen 20 Jahre trieb. Dazu gehörten Grenada und Panama. Allerdings möchte David nicht so werden wie sein Vater und beim Militär arbeiten. Ihm liegt eher das künstlerische Leben. Auch wenn er sein Elternhaus liebt, so will er dieses doch verlassen. Daher hat er die wichtigsten Sachen in sein Auto gepackt und fährt in Richtung Dubrovnik, wobei ihm einmal mehr die Schönheit der Insel auffällt. Er entschließt sich eine Woche in der Stadt zu bleiben. Bei einem Besuch im Restaurant Marco Polo fällt ihm Lana auf, die Schriftstellerin werden möchte. Der Chef des Restaurants, Herr Banda, erzählt David noch etwas mehr über Lana. Nach dem David seinen Aufenthalt verlängert hat, lädt er Lana sogar in ein Cafe ein. Als David noch einmal seinen Besuch verlängert, verbringen sie noch mehr Zeit miteinander. Eines Tages kommen sie zu einer Brücke, die bekannt dafür ist, dass viele Männer dort ihren Mut beweisen und 25 Meter in die Tiefe springen. Auch David geht dieses Wagnis ein, obwohl Lana ihn davon abhalten möchte. Der Sprung gelingt, worüber Lana sehr glücklich ist. In dieser Nacht werden David und Lana zum ersten Mal eins. Die Beziehung wird immer intensiver, so dass David und Lana bald heiraten. Es kündigt sich das erste Kind an. Die Geburt des zweiten Kindes verläuft nicht ganz so einfach. Allerdings langfristig wird doch alles gut und die Familie lebt glücklich miteinander. Jedoch sind die Unruhen des Krieges noch nicht zu spüren. Dann geht es mit der Geschichte in der der Gegenwart weiter. Carla Lane kommt mit einer der schönsten Nachrichten nach Hause, die es gibt. Sie isst nunmehr für zwei. Ihr Mann Jan ist natürlich auch besonders glücklich.

Mehr zum Autor

Der in Irland geborene Glenn Meade hat viele internationale Bestseller geschrieben. Es kam zu Übersetzungen in mehr als 20 Sprachen. Immer wieder sind Presse und Leser von seinen Werken begeistert.

Weitere Titel des Autors

Unternehmen Brandenburg

Operation Schneewolf

Der zweite Messias

Operation Romanow

Der Jünger des Teufels

Fazit

Bereits der Prolog ist sehr eindrucksvoll geschrieben. Besonders bemerkenswert ist der Satz „Zitat Anfang: Wenn die Welt nicht aus der Geschichte lernt, ist sie für immer dazu verdammt, die Sünden ihrer Vergangenheit zu wiederholen.“ Was allerdings den Lesefluss am Anfang etwas störte, ist die direkte persönliche Ansprache. Es kann allerdings darüber nachgedacht werden, ob dies so gewollt ist. Immerhin erfolgt im Prolog der Eingang auf die Kriegsszenerie. Doch auch im ersten Teil wird die Geschichte noch von der persönlichen Ansprache geprägt. Allerdings hat dies den Vorteil, dass der Bezug zur Geschichte auf diese Weise intensiver ausfällt und Leser die Nähe zu den Charakteren finden. In den darauf folgenden Kapiteln handelt es sich um eine richtige Geschichte. Es zeigt sich dabei allerdings auch, dass Leser in der Regel sehr intensiv in die Geschichte eingeführt sind. Als Leser weiß man, dass einen Geschichten aus einer Zeit erwarten, die in Europa für einige Unruhen gesorgt haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten ist das ein sehr reales Thema und lässt einen des Öfteren  nachdenklich werden. Getragen wird dies eben durch einen Prolog mit einer direkten Ansprache und der Führung in eine frühere Kriegsregion. Interessant wird die Geschichte zudem sein Nachwort, indem er erzählt, wie es zur Realisierung des Buches kam. Die Inspiration fand der Autor durch die Lebensgeschichte, die ihm eine junge Frau bei einem Treffen in einem Cafe in Dubrovnik erzählte. Zusätzlich flossen andere wahre Ereignisse in die Geschichte ein. Gerade diese Nähe zu diesen Ereignissen lässt die Geschichte noch realistischer erscheinen. Gegen Ende der Geschichte wird dann seitens des Autors noch einmal die persönliche Erzählweise gewählt, was auch die Intensität des Ausklangs bei der Thematik noch einmal erhöht. – Empfehlung zum Lesen. (Marina Teuscher – 17.05.2015)