Norderney – Morderney

In der Deutschen Bucht liegen vorgelagert vor dem niedersächsischen Festland die ostfriesischen Inseln in der Nordsee. Dazu gehört auch die Insel Norderney, die sich im Landkreis Aurich befindet. Es handelt sich bei der Stadt, die sich über die gesamte Insel erstreckt, um eine Einheitsgemeinde. Dort können sich Gäste der Insel zum Wahrzeichen begeben, bei dem es sich um das Kap handelt. Genauer gesagt stellt dieses eine Landmarke für die Schifffahrt dar. Ferner lädt die Insel zu einem Besuch beim großen Norderneyer Leuchtturm sowie beim Leuchtfeuer im Hafen ein. Neben dem Bade-Museum können Gäste hier ferner das Norderneyer Fischerhausmuseum besuchen. Dieser kleine Einblick zeigt schon, dass auf der Insel sehr viel zu erleben ist. Manchmal geht es allerdings auch schon zu Verbrechen kommen und dann ist die ganze ruhige Idylle dahin. Das zeigt jedenfalls jetzt der Roman „Norderney – Morderney“, mit dem gleich drei Kriminalromane in einem veröffentlicht werden.

Die Einleitung im Allgemeinen
Enthalten sind in dem Band die folgenden Geschichten:

Mörderische Friesenhochzeit
Auf der Insel wird eine Hochzeit gefeiert, bei der ein Unternehmer stirbt. Natürlich wird sofort ein Arzt gerufen. Dieser kann jedoch nicht feststellen, dass es zu Fremdeinwirkungen gekommen ist. Genau mit dieser Feststellung irrt er sich allerdings ganz gewaltig.

Nebeltod auf Norderney
Fischer Tjark Taddings ist unterwegs, als er eine entsetzliche Beobachtung macht.

Die Tote vom Nordstrand
Kriminalrat Achtendorf wollte Urlaub machen. Allerdings kann richtige Urlaubsstimmung gar nicht erst aufkommen. Dazu trägt ein antikes Messer bei, dessen Auswirkungen ein Mann zum Opfer fällt. Und auch der Fund am Nordstrand lässt keine guten Zeiten erahnen.

Ein tieferer Einblick in die Geschichte „Nebeltod auf Norderney“
Es ist Januar und wie so oft, zeigt sich das Wetter grau in grau. Nur wurde der Tag noch zusätzlich durch eine dichte Wolkendecke belastet. Lange schon hatte man auf eine Wetteränderung gewartet, da es immer nur geregnet hatte. Noch dazu waren die Winde äußerst flau. Doch nun war der Tag gekommen, an dem alles ein wenig anders werden sollte. Ruhig war es schon an diesem Tag, an dem der Wind immer mehr zunahm. Nachmittags war dann auch der Markt geöffnet, wobei auch die Leiterin des Marktes anwesend war. Dabei gab es ein Hauptgesprächsthema – das Theaterstück, das Ende Januar aufgeführt werden sollte. Ausgewählt hatte man sich „Der Besuch der alten Dame“. Dann jedoch veränderte sich die Stimmung, als der Hausmeister das Gebäude betrat. Ihm war eine betroffene Miene anzusehen. Gerade hatte er erfahren, dass er seinen Schwager verloren hatte, der auf einem vor Dover gesunkenen Schiff mitfuhr. Doch wo Leid ist, kann mitunter auch das Glück in der Nähe sein. So meldeten sich bei Greetje Wilbert die Wehen. Bald hielt Greetje einen gesunden Jungen in den Armen, womit sich auch der Wunsch ihres Mannes Enno erfüllt hatte. Das Leben gestaltete sich in den Folgejahren nicht ganz einfach und wurde noch schwieriger, als Sohn Dodo 12 Jahre alt war. Die Jahre vergingen und Dodo machte seine Ausbildung. Später entschloss er sich ein Haus in Baltrum zu bauen. Als er nun auf Baltrum lebte, lernte er auch den jungen Pädagogen Johann Heynen kennen.

Mehr zum Autor
Geschrieben wurden die Geschichten von Theodor J. Reisdorf. Der deutsche Autor hat erst nach seiner Ausbildung im Jahr 1958 sein Abitur gemacht. Unter anderem hat er später dann als Referendar in Bielefeld gearbeitet. Nach seinen letzten Aufgaben als Oberstudienrat folgte im Jahr 1997 seine Pensionierung. Heute noch lebt Theodor J. Reisdorf in Ostfriesland und dürfte dort manche Inspiration erhalten. Noch immer ist er jedoch beim Schreiben dabei, wie sein im Jahr 2012 veröffentlichtes Werk „Böses Spiel in Friesland“ zeigt.

Fazit
Was zunächst auffällt, ist das Fehlen einer Seitenangabe. Es wäre doch schön gewesen, zu wissen, ab wann die nächste Geschichte anfängt. Ansonsten bleibt zusagen, dass der Schreibstil doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Das liegt daran, dass bei der Geschichte „Nebentod auf Norderney“ circa zwei Jahrzehnte im Zeitraffer schnell betrachtet werden. Möglicherweise kann dies zu leichten Irritationen führen. Was auch ein wenig verunsichern dürfte, ist die Tatsache des Ansprechens von Urlaubsstimmung auf der Rückseite, wenn beim Lesen der Geschichte „Die Tote vom Nordstrand“ sich der Hauptprotagonist auf einer Kur befindet. Auf die Übereinstimmung sollte da schon ein bisschen besser geachtet werden, weil es sich auch günstig für alle Seiten (Autor – Verlag – Leser) auswirkt. Ansonsten sind schon Geschichten herausgekommen, die recht interessant sind. Wenn man um diese kleinen Schwächen weiß, sollte der Band mit den drei Geschichten für etwas Abwechslung sorgen. (Marina Teuscher – 21.04.2014)