Mein Mann, der Rentner

Es gibt im Leben einen Abschnitt, auf den sich viele Menschen freuen. Dabei handelt es sich um das Leben nach der Arbeit. Man braucht nicht mehr früh aufstehen. Endlich ist Zeit für die Familie. Viele planen dabei auch Urlaubsreisen und viele andere Erlebnisse. Doch auch gerade für die Partnerschaft bringt diese Zeit eine Veränderung mit sich. Rosa Schmidt kann davon ein Lied singen und hat ihre Erlebnisse jetzt in dem Buch „Mein Mann, der Rentner“ in Form eines Tagesbuchs aufgeschrieben.

Die Einleitung im Allgemeinen
Günter war bis vor kurzem voll berufstätig. Sein Leben wurde von einer 60-Stunden-Woche bestimmt. Für seine Frau Rosa bedeutete dies, das sie zu Hause in Ruhe ihrem Leben in Ruhe nachgehen konnte. Doch mittlerweile ist es mit der Ruhe ganz und gar vorbei. Ihr Mann Günter ist nämlich vor kurzem in Rente gegangen. Nun könnte er sich eigentlich doch ein schönes Leben machen. Da würde sich ein Ausflug auf den Golfplatz anbieten. Möglicherweise wären ja auch Skat-Turniere eine interessante Geschichte für ihn. Wer weiß das schon? Allerdings hält Günter davon nichts. Ihm bereitet es viel mehr Vergnügen, seiner Frau auf den Geist zu gehen. Das wiederum ist jedoch recht problematisch, da Rosa dem Grunde nach einen eingespielten Alltag hat. So geht das nun den ganzen lieben langen Tag. Dabei legt Günter einen ungeheuren Aktionismus an den Tag. Nun allerdings erzählt Rosa ihre Geschichten, wie es ist, mit einem Rentner zu leben. Mal sind die Unglücke klein und manchmal etwas größer. Und zwischendurch entdecken Rosa und Günter sogar alte Gefühle ganz neu.

Ein tieferer Einblick in die Geschichte
Das Tagebuch beginnt mit dem Geschehen am 1. Januar. Das neue Jahr hat gerade begonnen und Rosa wird mit einer Nachricht überrascht. Schon seit einiger Zeit weiß sie ja, dass dieser Tag einmal kommen wird. Dabei geht es um den Eintritt von Günter in das Rentnerleben. Geplant war dies ja erst einige Zeit später. Daher trifft der Hammer Rosa nun völlig überraschend, als sie erfährt, dass ihr Mann ab Februar auf Rente sein wird. Er hat schon längst alles abgeklärt und hat auch nur eine kleine Einbuße hinzunehmen, weil er früher auf Rente geht. Es gibt noch ein Projekt, dass er zu Ende führen will und dann wäre die Zeit für ihn richtig, dass er der Firma „Auf Wiedersehen“ sagt. Wenige Minuten später ist Günter mit seinem Fahrrad auf dem Weg ins Büro und lässt eine vollkommen geschockte Rosa zurück. Noch zwei Tage später ist Rosa irritiert, weil ihr immer wieder die Worte „Günter“ und „Rente“ einfallen. Dies geschieht auch während der Zeit, als sie ehrenamtlich bei der Tafel aushilft. Sie macht dies zweimal in der Woche. Und so weiß Rosa noch immer nicht, ob sie wirklich glücklich darüber sein soll, dass ihr Günter bald bei ihr auf der Couch sitzt. Immerhin ist er als Ingenieur tätig und lebt seinen Job voll aus. Zu spüren bekommt das auch Tochter Julia hin und wieder, wenn sie bei ihren Eltern zu Besuch ist. Da stehen dann schon einmal schnell einige Bagger im Mittelpunkt. Doch der Monat Januar vergeht viel schneller, als es Rosa lieb ist. Schon bald liegt das letzte Wochenende mit einem arbeitenden Ehemann hinter ihr und eine neue Zeit beginnt.

Mehr zur Autorin
Über Rosa Schmidt kann gar nicht so viel erzählt werden. Rosa Schmidt gibt es nämlich wirklich. Nur lautet ihr Name ganz anders. Seit fast 40 Jahren ist sie mit ihrem Günter verheiratet. Zu Hause sind sie beide in einer Kleinstadt.

Fazit
Das Leben bietet so unglaublich viele große Abschnitte, die doch mitunter auch gravierende Veränderungen mit sich bringen. Auf eine der größten Veränderungen blickt nun auch Rosa zurück. Es ist die Zeit, als ihr Mann Rentner geworden ist. Vor allem ist das interessante dabei, dass sie das Ereignis völlig unerwartet getroffen hat. Mit dem Rentnerleben von ihrem Günter sollte es erst ein Jahr später beginnen. Und so bleibt ihr nur einen Monat Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen, nachdem sie die erste Panik weggesteckt hat. Sie schildert an dieser Stelle recht interessant, wie es sich auswirken kann, wenn man plötzlich zu zweit zu Hause ist. Jeder muss seinen Alltag umstellen, was mitunter zu Reibereien führt. Da kann es schon mal eine Erleichterung sein, wenn Günter plötzlich mit damit auftaucht, dass er doch wieder mit der Arbeit anfängt. Das ist eine Tatsache, die in Rosa Begeisterung hervorruft, die sie sich aber nicht anmerken lassen darf. Es kommt allerdings noch etwas deftiger an diesem Tag, als sie erkennen muss, dass es nur ein Scherz von ihrem Günter war. Insofern erwartet die Leser des Buches ein kleines Wechselbad der Gefühle. Mancher wird vielleicht auch schon selber die Erfahrung gemacht haben und sich darin wieder erkennen. Insofern ist Rosa hier auch ein Buch mit Garantie zum Schmunzeln gelungen. Zudem zeigen die Geschichten eines Kalenderjahres auch auf, dass sich manchmal sogar die alten Gefühle wieder entdecken lassen. (Marina Teuscher – 17.08.2014)