Buddy und ich

Einer der wohl reizvollsten Mitbewohner in ländlichen Regionen auf einem Bauernhof oder auf kleinen Tierpflegestellen wie in der Berliner Luxemburger Straße ist der Hahn. Das faszinierende ist, dass das als Hahn bekannte Haushuhn zur Familie der Fasanenartigen gezählt wird. Fast liebevoll wird mitunter von einem Gockel gesprochen. Es ist sein lauter Schrei des „Kikeriki“, das bezogen auf sein Revier eine akustische Markierung darstellt. In der Geschichte lässt sich das Schreien des Hahn bis in das Altertum zurückführen. Dort diente der Hahnschrei als Zeitangabe. Bis heute steckt in dem Geschrei eines Hahn viel Kraft, wobei dieser sehr eifersüchtig reagieren kann und seine Beschützerinstinkte wecken wird. Das zeigt sich in der Geschichte von Brian, der von heute auf morgen plötzlich eine Großfamilie hat.

Die Einleitung im Allgemeinen
Brian führt nach seiner Meinung ein fantastisches Leben. Zum einen ist er Junggeselle. Es geht ihm schon deshalb besonders gut, weil er einen Traumjob hat. Er lebt in einer komfortablen Stadtwohnung. Komplettiert wird das für ihn perfekte Leben durch eine Dauerkarte für Baseballspiele seines Vereins. Allerdings kommt der Tag, an dem sein gesamtes Leben total durcheinander gerät. Er trifft auf die Tierärztin Pam und verliebt sich in sie. Das bedeutet, dass er von seinem geliebten Singleleben Abschied nehmen wird. Dies kommt schon aufgrund der Welt, in die er bei Pam geführt wird. Umgeben wird er dabei von einem Hauch von Exotic. So lebt Pam mit ihren zwei Töchtern in einem Haus in der Pampa. Dazu kommt eine Vielzahl von Tieren. Allen voran ist Buddy zu nennen. Es handelt sich dabei um einen schneeweißen Hahn, der einen stolzen Charakter und eine laute Stimme besitzt. Damit lernt Brian einen Hahn kennen, der vor Energie strotzt. Daher beschützt er die Frauen des Hauses und natürlich ganz besonders vor Brian. Plötzlich hat dieser mit Buddy einen extremen Feind. Die sich daraus stellende Frage ist nun ganz einfach. Wer wird den Hahnenkampf für sich entscheiden? Brian oder Buddy?

Der tiefere Blick in die Geschichte
Es ist das erste Mal, dass Brian dieses Geräusch hört – ein Hahnenschrei. Daher vergißt er es keiner nicht so leicht. Oft folgt der erste Schrei beim Anbruch des Tages. So ergeht es jetzt Brian, der eines Morgens wach wird und sich völlig fremd fühlt. Er erkennt die Umgebung zunächst nicht. Seine erste Reaktion ist das Ausschalten des Weckers. Doch damit werden die Geräusche nicht leiser. Dieser Hahnenschrei kommt immer und immer mehr näher. Erst langsam wird ihm klar, dass gerade seine Verlobte Pam aufgestanden ist. Und damit ist klar, dass er die erste Nacht in seinem neuen Zuhause verbracht hat. Noch ist es dunkel und Pam kümmert sich jetzt erst einmal um die Tiere, allen voran die Hühner und Hahn Buddy. Diesem fällt allerdings die Situation schwer, da hier plötzlich ein Fremder einfach rumläuft. Zum ersten Mal erlebt Brian nun, wie ein Tag bei Pam und ihren Töchtern beginnt. An diesem Tag hat sich inzwischen alles bereits in der Küche eingefunden, um auf die Verpflegung zu warten. Durch die Tiere spaziert ganz stolz Buddy, der sich allerdings nicht ganz so wohl zu fühlen scheint. Daher steht Buddy ganz schnell bei der Familie an diesem Tag im Mittelpunkt.

Mehr zum Autor
Seit dem Jahr 1989 arbeitet Brian McGrory beim Boston Globe als Redakteur und Autor. Im Jahr 2012 wurde Brian gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet. Dabei handelte es sich um denSigma Delta Chi Award sowie um den Scripps Howard Award. Dort erscheint zweimal wöchentlich eine Kolumne von ihm. Außerdem hat er bereits vier Romane geschrieben. Heute lebt er mit vielen kleinen und großen Tieren zusammen. Seine Heimat befindet sich in Massachusettes.

Fazit
Leben wie der Hahn im Korb – das wünscht sich wahrscheinlich so mancher Mann. Ein Hahn wie Buddy hat es recht leicht. Bisher war er derjenige, der den Ton angeneben hat. Und plötzlich ist dort nun auf einmal Brian. Die beiden bekommen sich schon recht oft in die „Haare oder Federn“. Vor allem ist es schon recht witzig, wie Buddy so einfach das Leben der Familienmitglieder bestimmt und auch kundtut, wenn ihm etwas nicht gefällt. Im ersten Moment mag die Vorstellung doch etwas sonderbar zu sein, mit einem Hahn sein Leben zu teilen und sich auf „Hahnenkämpfe“ einzulassen. Doch ist die Spannung recht gut aufgebaut und zeigt, dass das Leben mit einer Familie ganz berührende Seiten besitzt. Wer selber mit Tieren lebt oder mit ihnen gelebt hat oder in der Stadt in der Nähe einer kleinen Farm lebt, wird sich an einzelnen Stellen definitiv wieder erkennen.  (Marina Teuscher – 07.11.2014)