Brüder Feinde

Das nordeuropäische Estland hat seine Unabhängigkeit im Jahr 1991 erhalten. Mittlerweile ist das Land Mitglied in den Vereinten Nationen sowie der Europäischen Union. Begrenzt wird das Land durch die östliche Küste der Ostsee. Obwohl das Land flächenmäßig kleiner wie Niedersachsen ausfällt, so hat der Staat doch schon eine bewegende Geschichte hinter sich. Dabei war der deutsche Einfluss schon in früheren Jahrhunderten zu spüren. Schließlich kamen in früheren Jahrhunderten die Vasallen mit dem Deutschen Orden ins Land. Selbst im 20. Jahrhundert stand das Land in Kriegstagen im Mittelpunkt, wie der hier vorliegende Film zeigt.

Handlung

Es herrscht eine Zeit der Gemeinsamkeit. Schließlich zeigt die Jahreszahl auf 1944. Somit sind die Spuren des noch andauernden zweiten Weltkrieges nur allzu spürbar. Schließlich wurde das Land im Jahr 1940 durch die Sowjetunion annektiert. Das ist keine leichte Situation, da sich der Staat als neutral ansieht. Doch die Probleme steigern sich extrem, nachdem Esland im Jahr 1944 durch deutsche Soldaten besetzt wird. Damit wird zwangsläufig auch der Staat in den Krieg hineingezogen, unter dem wie in vielen anderen Ländern unzählige Menschen leiden. Sogar Familien werden auf diese Weise voneinander getrennt. Dies ist dadurch, dass Väter und Söhne oder Brüder sich auf unterschiedlichen Seiten im Krieg gegenüber stehen. Im Mittelpunkt stehen die Brüder Karl und Juri, die beide im Krieg kämpfen. Bei der anderen Seite hat Jüri der Roten Armee zu dienen. Zusammen haben die Brüder gemeinsam mit tausenden Esten das Ziel, den Krieg zu überleben. Dabei spielt es keine Rolle, wie das vonstattengehen soll. Eine Wahl haben sie sowieso nicht. Entweder kämpfen sie für die Waffen-SS. Oder sie unterstellen sich bei der Roten Armee in den Dienst. Das macht das Leben der Brüder nicht einfacher. Deutlich wird dies insbesondere in den Momenten, als sie in den Schützengräben liegen. Durch einige Gräben müssen sie sich die Wege in die feindlichen Regionen bahnen. Immer wieder müssen dabei neue Strategien ausgearbeitet werden, wie eine Besprechung in einem Zelt zeigt.

Sehr oft ist es nicht der Fall, das ein Film aus Ländern wie Estland auf dem Tisch landet. Ist dies der Fall, wissen die Filme doch immer wieder zu überraschen. Sie zeichnen sich oft durch eine besondere Feinheit und auch Gefühl zum Detail. Dies zeigt jetzt die Geschichte der beiden Brüder, die verdeutlicht, mit welchem Zwiespalt viele Menschen leben mussten. Dabei sind die Bilder sehr realistisch und zeigen die Soldaten in den unterschiedlichsten Situationen. Nicht nur der Kampf steht im Vordergrund, sondern auch Situationen wie die Gespräche in den Zelten, die recht real wirken. Für den Film gibt es eine Empfehlung zum Anschauen, da schon Freunden des Action-Genres und des gekonnt inszenierten dramatischen Charakters eine interessante Zeit geschenkt wird. (Marina Teuscher – 16.12.2015)

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